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Vier-Jahres-Hoch Ransomware: Zwei Drittel der Gesundheitseinrichtungen betroffen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Im vergangenen Jahr waren 67 Prozent der Betriebe im Gesundheitsbereich von Ransomware betroffen. Nur 22 Prozent der Opfer erholten sich innerhalb einer Woche vollständig von einer Attacke.

(Bild:  Yingyaipumi / Adobe Stock)
(Bild: Yingyaipumi / Adobe Stock)

Der Gesundheitsbereich bleibt weiterhin ein vorrangiges Ziel für Cyberattacken. Der Report „The State of Ransomware in Healthcare 2024“ von Sophos  zeigt, dass international die Zahl der Angriffe auf Betriebe im Gesundheitswesen seit 2021 ein Vier-Jahres-Hoch erreicht hat. Von den befragten Organisationen waren 67 Prozent im vergangenen Jahr von Ransomware-Angriffen betroffen. Im Jahr 2023 lag diese Zahl noch bei 60 Prozent. 

Ransomware

Ransomware ist für Hacker eine überaus erfolgreiche Methode für den Angriff auf Unternehmen. Die Kriminellen verschlüsseln die Daten eines Unternehmens und verlangen Lösegeld für die Entschlüsselung. Häufig erpressen sie die Unternehmen zusätzlich damit, zum Beispiel Kundendaten zu veröffentlichen oder Firmeninterna an andere Unternehmen zu verkaufen.

Die steigende Rate von Erpresser-Attacken auf Einrichtungen des Gesundheitswesens steht dabei im Gegensatz zur sinkenden Rate von Ransomware-Angriffen in allen anderen Branchen. Die branchenübergreifende Gesamtrate fiel von 66 Prozent im Jahr 2023 auf 59 Prozent im Jahr 2024.

Ransomware: Längere Wiederherstellungszeiten

Zusätzlich zur steigenden Häufigkeit der Angriffe meldete der Gesundheitssektor auch längere Wiederherstellungszeiten. Nur 22 Prozent der Opfer erholten sich innerhalb einer Woche oder weniger vollständig von einer Attacke.

Weitere Ergebnisse des der Studie sind:

  • Wiederherstellungskosten für Lösegeld steigen: Die durchschnittlichen Kosten für die Wiederherstellung eines Ransomware-Angriffs im Gesundheitswesen lagen 2024 bei 2,57 Millionen US-Dollar (rund 2,3 Millionen Euro), gegenüber 2,2 Millionen US-Dollar (rund 1,97 Millionen Euro) im Jahr 2023 und verdoppelten sich sogar im Vergleich zu 2021. 

  • Lösegeldforderungen gegenüber Zahlungen: 57 Prozent der Einrichtungen des Gesundheitswesens, die das Lösegeld gezahlt haben, haben am Ende mehr als die ursprüngliche Forderung bezahlt.

  • Haupteinfallstor für den Angriff: Kompromittierte Anmeldedaten und ausgenutzte Schwachstellen waren mit jeweils 34 Prozent die Hauptursache aller Angriffe.

  • Backups im Visier: 95 Prozent der Gesundheitseinrichtungen, die im vergangenen Jahr von Ransomware betroffen waren, gaben an, dass Cyberkriminelle während des Angriffs versuchten, ihre Backups zu kompromittieren.

  • Erhöhter Druck: Organisationen, deren Backups kompromittiert wurden, waren mehr als doppelt so häufig bereit, Lösegeld zu zahlen, um die verschlüsselten Daten wiederherzustellen (63 Prozent gegenüber 27 Prozent)

Bei der Bezahlung von Lösegeld sind übrigens Versicherungsanbieter stark beteiligt und leisten in 77 Prozent der Fälle einen Beitrag. 19 Prozent der gesamten Lösegeldzahlungen werden von Versicherungsanbietern finanziert.

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