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KI-Strategie Rechenzentren: Deutschland ist Data-Center-Land 

Ein Gastbeitrag von Gernot Hofstetter 2 min Lesedauer

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Im Nachgang zur von Donald Trump angekündigten KI-Initiative Stargate könnten die Nachrichten nicht passender sein: Kürzlich hat Visual Capitalist Zahlen zu den weltweit erbauten Rechenzentren veröffentlicht, ohne die es keine KI-Anwendungen geben wird.

(Bild:  Amjad/Adobe Stock)
(Bild: Amjad/Adobe Stock)

Die am Am 21. Januar 2025 veröffentlichte Marktanalyse von Visual Capitalist sieht auf den ersten Blick nach einseitiger Dominanz der USA aus: 5.381 Rechenzentren gibt es dort, in Deutschland gerade einmal 521 – etwa ein Vorsprung mit Faktor 10 bei den USA also. Doch eine differenzierte Betrachtung zeigt vor allem, dass es Europa in der Hand hat. 

Legt man die Anzahl der Rechenzentren auf Europa und das dortige BIP um, sieht die Sache anders aus: Pro Billion Euro stehen im westeuropäischen Raum dieser Liste etwa 140 Rechenzentren, in den USA 205. Das ist einerseits immer noch ein Vorsprung für die USA, andererseits ist in dieser Rechnung das Vereinigte Königreich (UK) bereits den USA zugeschlagen und deren Führung ist deswegen bereits deutlich weniger eklatant. Zwar beträgt der Abstand zu den USA knapp 50 Prozent – doch eine andere Dimension ist das nicht. Wenn wir in Westeuropa jetzt die Weichen richtigstellen, spielen wir auf Augenhöhe.

Rechenzentren mit energiesparender Bauweise

Hinzu kommt: Es gibt auch in Deutschland und Europa bereits wichtige Initiativen mit hohem Innovationseinsatz. Ein Beispiel ist das 2024 an den Start gegangene Unternehmen Yorizon, das im westeuropäischen Raum Cloud-Services vertreibt, die in Rechenzentren in zweistelliger Anzahl gehostet werden und natürlich auch für das KI-Umfeld relevant sind. Im ersten Halbjahr 2025 wird das erste davon in Betrieb gehen und sich durch seine besonders energiesparende Bauweise sowie Server-Technologie auszeichnen; für letztgenannte ist die Thomas-Krenn verantwortlich, Server-Spezialist aus dem deutschen Mittelstand. Denn gerade der Energiehunger von KI-Projekten, auch den durch Stargate zu finanzierenden, ist ein wichtiger Aspekt.

Führende Rolle von Europa bei der Bereitstellung von KI

Insofern ist nicht Deutschland allein, aber Europa durchaus gut aufgestellt für eine KI-geprägte Zukunft. Das gilt umso mehr, als China bei Rechenzentren noch keine führende Position eingenommen hat. Als zuverlässiger Standort kann Europa demnach eine wichtige, langfristig zuverlässige Rolle bei der Bereitstellung von KI-Innovationen bieten. Dazu zählt auch die jüngste Initiative der französischen Regierung, in den kommenden fünf Jahren 109 Milliarden Euro in den Bau von Rechenzentren und in die technische Infrastruktur für Künstliche Intelligenz investieren zu wollen.

Die Fundamente dafür sind gesetzt. Ein schlankes, agiles, durch die EU geführtes Westeuropa hat das Potenzial zu einem weltweit relevanten KI-Player. Zudem gilt auch für die USA: Geld allein erkauft keinen Erfolg. Das Beispiel des chinesischen KI-Wunders DeepSeek kann den USA und Europa eine Warnung sein – und gleichzeitig ein Ansporn – s ofern sich die Gerüchte einer Abschöpfung von ChatGPT-Daten nicht bewahrheiten.

RechenzentrenGernot Hofstetter
ist Geschäftsführer der Yorizon GmbH, einem Anbieter für nachhaltiges Cloud-Computing- und Green-IT-Lösungen. Yorizon ist ein Joint-Venture der Thomas-Krenn.AG und Hochtief PPP Solutions. 

Bildquelle: Yorizon GmbH

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