Wie offen sind Unternehmen, die Cloud-Infrastruktur und SaaS anbieten, gegenüber Kunden und anderen Dritten – und warum sollten sie eine solche Transparenz umsetzen? Diesen Fragen widmet sich der auf nachhaltige Cloud-Lösungen spezialisierte Anbieter Yorizon in einem neuen Whitepaper.
(Bild: KI-generiert via Flux Pro)
Analysiert wurden in dem Whitepaper von Yorizon nicht weniger als 163 SaaS-Anbieter aus dem DACH-Raum, darunter 120 Unternehmen aus Deutschland, 26 aus der Schweiz und 17 aus Österreich – vom kleinen Haus mit weniger als 200 Mitarbeitern bis zum Konzern mit über 500 Beschäftigten. Die Ergebnisse zeigen eines ganz klar: Nur eine Minderheit informiert vollumfänglich über alle relevanten Punkte – und kann sich damit selbst Nachteile verschaffen.
Server, Standort und Sicherheit als Eichmaß bei SaaS
Um alle untersuchten Firmen einheitlich bewerten zu können, betrachtet die Analyse drei grundlegende Transparenzangaben:
Die Server-Wahl: Insbesondere, ob es sich um eigene Server handelt, oder man mit einem Infrastruktur-Partner kooperiert.
Der Server-Standort: Wichtig ist dieser unter anderem aufgrund unterschiedlicher nationaler Rechtssysteme und der allgemeinen Datensicherheit.
Die Cloud-Sicherheit: Angesichts der unternehmerischen Daten ist diese Angabe auch ein zentrales Kriterium.
Das Whitepaper von Yorizon hat die Transparenz in der Cloud-Infrastruktur untersucht.
(Bild: Yorizon)
Das Ergebnis der Untersuchung zeigt eine im Höchstmaß heterogene Landschaft: Während immerhin 63 Prozent der betrachteten Unternehmen Angaben zur Server-Wahl machen, informieren lediglich 14 Prozent über den Server-Standort – und nur zwölf Prozent über die Cloud-Sicherheit. Eine vollständige Information über alle drei Transparenzangaben findet sich sogar bei lediglich sechs Prozent der betrachteten SaaS-Unternehmen. Und von den Unternehmen, die mindestens eine Angabe machen, stellen nur sieben Prozent die Angaben prominent dar – sei es auf eigenen Landingpages oder über Trust Icons. Beim Rest bleibt es Website-Besuchern überlassen, derartige Informationen in Eigenregie zu finden.
Interessant ist auch der Umgang mit öffentlichen Transparenzangaben: Während löbliche 77 Prozent der Firmen über ihr Cloud Hosting informieren, schweigt sich mit 23 Prozent fast ein Viertel völlig aus. Und wo informiert wird, sind die Angaben selten so detailliert, wie es machbar und seitens verschiedener Stellen wünschenswert wäre.
Sichtbare Diskrepanzen bei SaaS-Angeboten
Dass gut drei Viertel der Unternehmen Angaben zu Ihrem Cloud-Hosting machen, ist nicht nur an sich ein gutes Zeichen, sondern unterstreicht, dass viele Führungsetagen verstanden haben, wie stark die Bedeutung von informativer Offenheit in der SaaS-Branche zugenommen hat. Gleichzeitig lassen die Zahlen zwei weniger positive Tatsachen vermuten:
Viele SaaS-Anbieter scheinen noch nicht erkannt zu haben, welche Wettbewerbsvorteile sich durch mehr Offenheit generieren lassen.
Häufig scheinen Missverständnisse darüber zu bestehen, wer der Adressat solcher Informationen ist. Nicht nur bestehende und potenzielle Neukunden, sondern immer stärker auch staatliche Stellen, die beständig strengere Transparenzvorgaben machen.
Noch verfolgen viele bereits (teilweise) informierende Firmen offenbar eine selektive Strategie: Gezeigt wird vornehmlich das, was das Unternehmen positiv darstellt. Andere Informationen bleiben im Verborgenen. Diese Haltung kann definitiv unternehmerische Nachteile nach sich ziehen. Denn ein vollständig „offenes Visier“ entwickelt sich derzeit zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor.
Kunden schätzen Offenheit der Anbieter
„Infrastruktur ist nicht mehr nur IT, sie ist Teil der Unternehmensidentität“, wird Gernot Hofstetter, Co-CEO von Yorizon, in dem Whitepaper zitiert. Diese Aussage fasst treffend zusammen, warum SaaS-Anbieter umfassende Transparenz in einem neuen Licht betrachten sollten. SaaS-Dienstleister sind für ihre Kunden strategisch unverzichtbare Partner. Ohne ihre Cloud-Dienstleistungen sind verschiedene Unternehmen bestenfalls noch eingeschränkt operationsfähig – viele Betriebe würden ohne Cloud sogar vollständig ruhen.
Gleichzeitig leben wir in wirtschaftlich und (geo)politisch unsicheren Zeiten, die von hochvolatilen Gegebenheiten geprägt werden. Der Kernaspekt lautet: Transparenz schafft Vertrauen aufseiten bestehender und potenzieller Neukunden sowie unternehmerischen Partnern. Vertrauen wiederum sorgt für bessere Marktchancen und mehr Schlagkraft gegenüber Wettbewerbern.
Dies unterstreicht auch das Whitepaper deutlich: „Kunden, Investoren und Behörden wünschen zunehmend nachvollziehbare Angaben zu IT-Und Versorgungssicherheit.“ Gerade weil so viele SaaS-Unternehmen noch zurückhaltend informieren, können andere Firmen bereits jetzt profitieren, wenn sie ihre Informationspolitik gezielt in Richtung mehr Offenheit justieren. Das ist außerdem nicht zuletzt vor dem Hintergrund staatlicher Regulierung der einzig richtige Weg:
CSRD, IT-Sicherheitsgesetz 2.0, Lieferkettengesetz und DSGVO sind ein deutlicher Hinweis, dass umfassendere Transparenzvorgaben nicht im Bereich des Unmöglichen liegen, sondern in den nächsten Jahren beschlossen werden können. Mit anderen Worten: Wer jetzt schon von sich aus besser informiert, kann nicht nur kurz- und langfristige Wettbewerbsvorteile generieren, sondern neuen Regularien entspannter entgegensehen.
Informieren zu SaaS-Angeboten – aber wie?
Was aus der SaaS-Anbieteranalyse ein vollständiges Whitepaper macht, ist die Tatsache, dass die Arbeit nicht nur Ist-Zustände aufzeigt, sondern konkret darüber informiert, wie man es besser machen kann. Dazu listet das Papier fünf Merkmale auf, die Unternehmen als Leitlinie bei der Auswahl dienen können:
Stand: 16.12.2025
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Transparenz strategisch fixieren: Das bedeutet, die eigene informative Offenheit in die Marketing- und Vertriebsbestrebungen einzubeziehen und idealerweise alle Transparenzinformationen auf der Website gebündelt zu präsentieren – regelmäßig aktualisiert.
Es gibt Informationen, die SaaS-Anbieter aus gutem Grund nicht öffentlich machen dürfen oder sollten. Wo weniger Transparenz den wirtschaftlichen Bestrebungen zuwiderläuft, sollte jedoch eine Kehrtwende erfolgen. Dass es sich lohnt, zeigen einige Transparenz-Champions der Branche überdeutlich.