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SAP Business Technology Platform Financials befürworten BTP als Integrationsplattform

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 5 min Lesedauer

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Das Ressort Financials bei der DSAG hat eine Umfrage zur Nutzung der SAP Business Technology Platform (BTP) durchgeführt. Anwender des Ressorts Financials befürworten demnach die BTP als Integrationsplattform.

(Bild: maurice norbert/Adobe Stock)
(Bild: maurice norbert/Adobe Stock)

Ob dynamische regulatorische Anforderungen, Compliance- und Berichterstattungspflichten oder die Einbettung von künstlicher Intelligenz zur Steigerung der Prozesseffizienz: die Themen, die das Ressort Financials der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) derzeit umtreiben, sind vielfältig. Nicht alle bestehenden Anforderungen komplexer Finanzprozesse werden aktuell durch Public-Cloud-Lösungen bedient. Daher ist es vielfach notwendig, dass hybride Umgebungen aus On-Premises- und Cloud-Lösungen implementiert werden. In einer Umfrage hat die DSAG ermittelt, welche Rolle die SAP Business Technology Platform (SAP BTP) für die Umsetzung der Anforderung aus dem Ressort Financials vor diesem Hintergrund spielt.

In der Umfrage der Arbeitskreise im Ressort Financials geben 47 Prozent der Befragten an, SAP ERP Central Component (SAP ECC) noch einzusetzen, während 42 Prozent S/4HANA On-Premises (Classic Edition) nutzen. Die S/4HANA-Cloud-Angebote hingegen sind mit acht Prozent für die Private Edition und drei Prozent für die Public Edition unterrepräsentiert. „Die Ergebnisse bestätigen auch die Resultate des DSAG-Investitionsreports 2024. Daher ist es für die Teilnehmer der Umfrage essenziell, dass SAP die On-Premises-Kunden nicht zugunsten der Entwicklungen von Innovationen in der Cloud vergisst“, erklärt Stephan Hüttmann, DSAG-Fachvorstand im Ressort Financials.

S/4HANA-Migration: On-Premises bleibt gesetzt

Gefragt nach dem Zielbild für die S/4HANA-Migration machten die befragten On-Premises-User aus dem Ressort erneut deutlich, dass auch in der S/4HANA-Welt für sie On-Premises gesetzt bleibt. So sehen 39 Prozent ihre Zielarchitektur in S/4HANA On-Premises (Classic Edition), während 24 Prozent mit RISE with SAP in die S/4HANA Cloud Private Edition migrieren wollen. Fünf Prozent gaben an, mit Grow with SAP auf die S/4HANA Cloud Public Edition zu setzen.

Stephan Hüttmann ist DSAG-Fachvorstand im Ressort Financial.(Bild:  DSAG e.V.)
Stephan Hüttmann ist DSAG-Fachvorstand im Ressort Financial.
(Bild: DSAG e.V.)

„Besonders interessant ist jedoch, dass fast ein Viertel der an der Umfrage teilnehmenden ECC-User noch unentschieden sind, wie die Zukunft aussehen soll. Das ist vor dem Hintergrund des nahenden Wartungsendes 2027 beziehungsweise 2030 mit der Extended Maintenance bemerkenswert“, so Hüttmann. Gründe dafür sieht der Fachvorstand darin, dass die Lizenzthematik wenig transparent ist und die Investitionssicherheit teilweise fehlt. Aus Applikationssicht ist es essenziell zu wissen, wie die weitere Innovationsstrategie von SAP zum Beispiel hinsichtlich des Nachhaltigkeitsberichtswesens, der Regulatorik wie zum Beispiel E-Rechnung oder KI-Use-Cases aussieht, um sicher planen zu können.

SAP Business Technology Platform: Anwendern fehlen Informationen

„Aus SAP-Sicht ist sicher erfreulich, dass mehr als die Hälfte (57 Prozent) der teilnehmenden ECC-User die SAP BTP als wichtigen Baustein für zukünftige Applikationen im Blick hat oder bereits nutzt“, so Hüttmann. Insgesamt gaben jedoch 44 Prozent aller Befragten, also auch derer, die bereits auf S/4HANA gewechselt haben, an, noch unentschieden zu sein, ob sie die SAP Business Technology Platform als Cloud-Plattform mit den entsprechenden Lösungen und Services nutzen werden oder andere Wege gehen. „Wenngleich verschiedene DSAG-Umfragen bereits ergeben haben, dass die BTP als Plattform unstrittig ist, so scheinen die Anwender in Bezug auf die Unterstützung der Finanzprozesse durch Services und Applikationen auf der SAP Business Technology Platform noch unentschieden zu sein. Vermutlich fehlen hier auch noch Informationen. Hier sehen wir als DSAG unsere Aufgabe, im Sinne der Mitglieder zu informieren. Dementsprechend planen wir zum Beispiel eine Webcast-Reihe, die die Möglichkeiten zur Umsetzung der Anforderungen der Applikationen im Ressort Financials mit der BTP beleuchtet“, erklärt der DSAG-Fachvorstand Financials.

Aus Sicht des Ressorts macht die Clean-Core-Strategie die On-Premises-Welt komplexer. „Die Clean-Core-Strategie wird durch die SAP Business Technology Platform unterstützt und bietet darüber hinaus weitere Services und Lösungen in Bezug auf die Modernisierung und Flexibilisierung von SAP-Landschaften“, erklärt Hüttmann. Die Clean-Core-Strategie zielt darauf ab, den SAP-ERP-Kern, also S/4HANA-Lösungsmodule, so unverändert wie möglich zu halten. Doch: Traditionell haben Unternehmen insbesondere ihre Werteflüsse betreffend umfangreiche individuelle Entwicklungen und Anpassungen – also Customizing – vorgenommen, um geschäftsspezifische Anforderungen abzudecken. „Dementsprechend ist es mehr als nachvollziehbar, dass bei den Anwenderunternehmen noch spezifischer Klärungsbedarf herrscht, wie die Zukunft ihrer Prozess- und Lösungsarchitektur aussehen kann“, sagt Hüttmann.

SAP Business Technology Platform fungiert als Connector

Mit der Integration Suite und Applikationen wie der SAP Document Reporting Compliance (DRC), Cloud Edition bietet die SAP Business Technology Platform konkrete Lösungen, um den Kern des ERP-Systems hinaus gezielt zu erweitern. Das BTP Guidance-Framework und Discovery-Center sind wichtige Informationsquellen, um die Möglichkeiten der BTP auszuschöpfen. Die Teilnehmenden wurden auch gefragt, wo sich die Unternehmen die SAP Business Technology Platform als multifunktionale Schnittstelle vorstellen könnten. Die Top-4-Antworten lauten: als Schnittstelle zu standardisierten Third-Party-Lösungen, zu speziellen Eigenentwicklungen bzw. Fremdlösungen, zu SAP-Public-Cloud-Lösungen oder zu branchenspezifischen Lösungen für Financial Services oder das Real-Estate-Management.

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„In dem Zuge überrascht auch nicht, dass die Mehrheit der Teilnehmenden vor allem die Konnektivität zu Drittsystemen im Fokus hat, um Finanzprozesse durchgängig abbilden zu können“, erklärt Hüttmann. Zu den fünf wichtigsten Vorteile der SAP Business Technology Platform zählt außerdem, dass sie als Verbindung zur Public Cloud agiert sowie den Einsatz von Services und das Abbilden neuer, flexibler Geschäftsmodelle ermöglicht.

Die Mehrheit der Umfrage-Teilnehmenden hat vor allem die Konnektivität zu Drittsystemen im Fokus, um Finanzprozesse durchgängig abbilden zu können.

Stephan Hüttmann

SAP Business Technology Platform: Gewährleistung der Investitionssicherheit

Aus DSAG-Sicht ist wichtig, dass die Kunden im Übergang zur Cloud zumindest in hybride Architekturen investieren und dementsprechend auch Ressourcen dafür bereitstellen müssen. Allerdings ist unstrittig, dass SAP dabei ihre Kunden unterstützen muss. Beim Outsourcing von Branchenlösungen, wie bei Financial Services (Carve Out SAP Fioneer) oder auch in der Immobilienwirtschaft (strategische Partnerschaft mit Planon), braucht es jeweils eine gemeinsame Roadmap von SAP und Partner, damit die Investitionssicherheit bei Unternehmen gewährleistet bleibt.

Damit Unternehmen ihre Geschäftsmodelle zukunftsfähig und innovativ ausrichten und anpassen können, benötigt es transparente Preis- und Subscriptions-Modelle, die schwer zu kalkulierende Kostensteigerungen ausschließen und Unternehmen idealerweise besserstellen als die bisherigen Lizenzmodelle. „Hierzu steht das DSAG-Ressort Lizenzen, Vertragswesen & Support in engem Austausch mit SAP, um gemeinsam die bestmögliche Lösung im Sinne aller Beteiligten zu erreichen“, sagt Hüttmann abschließend.

Zur Methodik der Studie

Im Zeitraum vom 15. August 2024 bis 16. September 2024 wurden 267 Personen von Mitgliedsunternehmen des DSAG befragt. Die Umfrage wurde ressortintern durchgeführt und es können mehrere Teilnehmer aus demselben Unternehmen die Fragen beantwortet haben. 32 Prozent der Befragten arbeiten als Inhouse-Berater, 28 Prozent sind IT-Führungskräfte, 12 Prozent externe Berater, jeweils 7 Prozent IT-Koordinatoren oder Führungskräfte in Fachabteilungen, jeweils 3 Prozent Administratoren oder Key-User. 9 Prozent gaben „Weitere“ als Tätigkeit an. 15 Prozent der teilnehmenden Unternehmen waren Beratungen oder IT-Dienstleister, 11 Prozent gehören zum Bereich Energieversorgung, 10 Prozent zum Anlagen- und Maschinenbau, 9 Prozent zum Handel und 14 Prozent zum produzierenden Gewerbe. Jeweils 7 Prozent zählen zur Chemie- bzw. Pharmaindustrie oder allgemein zum Dienstleistungssektor, während 2 Prozent im Bereich Konsumgüter und 1 Prozent

Das Ressort Financials bei der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. umfasst folgende Themenbereiche: Financial-Services, Finanzen und Controlling, Energieversorgungsbranche, Globalisierung und Lokalisierung, Immobilienwirtschaft, Revisions- und Risikomanagement inkl. Datenschutz sowie Steuern. Die DSAG e.V. zählt rund 4.000 Mitgliedsunternehmen und mehr als 70.000 Mitgliedspersonen gewinnt als Industrieverband fundierte Einblicke in die digitalen Herausforderungen im DACH-Markt.