Eine neue Studie von Beyto hat den aktuellen Markt für Smart Speaker in Deutschland untersucht. Der Report liefert interessante Ergebnisse zur Nutzung der intelligenten Geräte und den integrierten Sprachanwendungen.
(Quelle: metamorworks/shutterstock)
Eine neue Studie von Beyto hat den Markt für Smart Speaker untersucht.
Sprachanwendungenwerden zukünftig eine wichtige Rolle spielen.
Die repräsentative Online-Befragung zeigt, wie intelligente Lautsprecher den Alltag der Nutzer verändern.
Bei jedem vierten Deutschen steht schon heute mindestens einSmart Speaker zuhause – bei der Hälfte der Besitzer sogar mehr als ein Gerät. Und wer sich für die Anschaffung entscheidet, der nutzt die smarten Assistenten auch: Fast 50 Prozent tun dies sogar täglich. Noch bemerkenswerter ist allerdings, dass 40 Prozent aller Deutschen davon ausgehen, dass Smart Speaker und Sprachanwendungen zukünftig eine wichtige Rollespielen werden, egal ob sie ein Gerät ihr Eigen nennen oder nicht.
Ein schon heute relevantes Marktsegment mit einem enormen Potenzial: Das ist eine der wichtigsten Botschaften einer repräsentativen Online-Befragung der Deutschen, die im März 2020 von der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag der auf Sprachanwendungen spezialisierten Digitalagentur Beyto durchgeführt wurde.
Was Konsumenten über Smart Speaker denken – und wie sie genutzt werden
Wie verbreitet sind Smart Speaker in Deutschland? Was denken die Deutschen über die Technologie – und wie wird sie derzeit genutzt? Diesen Fragen geht die Smart-Speaker-Studie 2020 nach. Parallel zur repräsentativen Online-Befragung von 2.042 Deutschen wurden von Beyto weitere 1.196 technikaffine Deutsche zu ihren Nutzungsmustern befragt.
Die Deutschen sind überzeugt, dass Smart Speaker und Sprachanwendungen in Zukunft wichtig werden. Unter den parallel befragten technikaffinen Deutschen sind es sogar doppelt so viele, die von der Relevanz der Technologie überzeugt sind. Die heutigen Besitzer von Smart Speakern nutzen diese jedenfalls intensiv – fast 90 Prozent der Tech-Interessierten sogar täglich. Und auch in der Gesamtbevölkerung ist die regelmäßige Nutzung üblich.
Bei den Herstellern steht Amazon unverändert an der Spitze der favorisierten Anbieter: Mehr als drei Viertel der deutschen Smart-Speaker-Besitzer haben mindestens ein Gerät des Marktführers – das sind genau so viele wie in der letzten Smart-Speaker-Studie 2019.
Genau wie im Vorjahr stehen die meisten Boxen nach wie vor im Wohnzimmer. Deutlich zugenommen hat hingegen die Häufigkeit, mit der die Geräte in der Küche (von 38 auf 52 Prozent) und im Badezimmer (von 21 auf 34 Prozent) platziert werden. Auch das Schlafzimmer rangiert noch immer unter den Top 3 der bevorzugten Smart Speaker Standorte im Haus – das ist erstaunlich.
Smart Speaker: Imageproblem bei der Privatsphäre
Trotz ihrer Verbreitung werden Smart Speaker in einem Punkt besonders kritisch betrachtet: Die Mehrheit aller Deutschen (59 Prozent) konstatiert, dass sie für die Privatsphäre ein größeres Risiko darstellen als andere technische Geräte – auch die Hälfte der Besitzer von Smart Speakern denkt das. Und die Sorge um die Privatsphäre ist noch immer der Hauptgrund, warum sich selbst technikaffine Deutsche keinen Smart Speaker anschaffen. Dabei liefern die Befragten den Herstellern die Lösung direkt mit – denn es fehlt offenbar an Informationen über die Nutzungsmöglichkeiten der Geräte.
Mehr Informationen nur Nutzung von Voice Apps nötig
Nur etwa die Hälfte aller Smart-Speaker-Besitzer in der Bevölkerung und unter den technikaffinen Befragten nutzt regelmäßig (also täglich oder wöchentlich) spezielle Voice-Applikationen wie Alexa Skills oder Google Actions. Zwar sind es unter den Technik-Interessierten 50 Prozent der Besitzer, die jeden Tag mindestes eine dieser Voice Apps aktivieren – doch fast genau so viele tun dies nie. Fragt man sie nach den Gründen dafür, so wird auch hier vor allem der Mangel an verfügbaren Informationen genannt.
Dieser wahrgenommene Informationsmangel passt auch zu einem anderen Ergebnis der Studie: Nur ein Viertel der technikaffinen Nutzer erfährt über Werbung etwas über neue Voice Apps. Die meisten begeben sich in den Stores aktiv auf die Suche danach.
Streaming Services aktivieren, das Smart Home steuern, Fragen stellen oder den Alltag organisieren: Diese Anwendungen rangieren bei den Tech-Interessierten genau wie im Vorjahr weit vorne. Spielen? Shoppen? Das tut die große Mehrheit der technikaffinen Speaker-Besitzer nie per Voice. Auch 2019 rangierten diese Kategorien bereits auf den letzten Plätzen – dabei ist aktuell das Spiel- und Spaß-Segment im Alexa Skill Store sogar der zweitgrößte Themenbereich. Und am Thema Shopping sollte doch vor allem der Marktführer Amazon ein überdurchschnittliches Interesse haben.
„Positive Signale – doch es gibt auch noch viel zu tun!“
Claudius Konopka, der Geschäftsführer von Beyto, zeigt sich positiv überrascht von der nachgewiesenen Verbreitung der Smart Speaker: „Unsere repräsentative Studie belegt, dass die smarten Assistenten tatsächlich in Deutschland angekommen sind. Das ist erfreulich – vor allem, weil viele Deutsche offenbar auch erkannt haben, dass in dieser Technologie echtes Potenzial steckt.“ Er stellt aber auch fest, dass die Nutzungsmuster von Smart Speakern wie im Vorjahr sehr einheitlich sind und sich keine neuen Themenbereiche herauskristallisiert haben, in denen die Geräte zum Einsatz kommen.
Stand: 16.12.2025
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Konopka betont: „Die Deutschen fühlen sich über Smart Speaker schlecht informiert, ebenso nehmen sie keine Werbung und wenig Informationen über neue Voice-Applikationen wahr. Und abgesehen von Smart-Home-Anwendungen fehlen ihnen ganz offenbar auch Ideen und Angebote, wie sie ihre Smart Speaker für andere Dinge als das Aktivieren von Streaming-Densten einsetzen können.“
Hier sieht Konopka einen großen Handlungsbedarf bei Herstellern, Anbietern von Voice-Applikationen und Unternehmen. Denn eines zeigt die aktuelle Smart-Speaker-Studie seiner Meinung nach deutlich: „Die Menschen finden Voice wichtig. Und das Marktpotenzial ist riesig, wenn man bedenkt, dass nur 15 Prozent der Nicht-Besitzer den Kauf eines Smart Speakers für sich ausschließen.“