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Car as Diagnostic Space (CarDS) Smartes Auto verhindert einen Schlaganfall

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Um einem Schlaganfall vorzubeugen, ist es wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen und Risikofaktoren zu reduzieren. Sensoren im Fahrzeug können kontinuierlich die Gesundheit überwachen.

(Bild:  samunella / Adobe Stock)
(Bild: samunella / Adobe Stock)

Rund 270.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Schlaganfall. Jeder fünfte Betroffene stirbt innerhalb der ersten Wochen an den Folgen. Um einem Schlaganfall vorzubeugen, ist es wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen und Risikofaktoren zu reduzieren. 

Jeder Deutsche verbringt im Durchschnitt 43 Minuten pro Tag in einem Fahrzeug. „Da liegt es nahe, auch medizinische Untersuchungen in unsere tägliche Mobilität mit einzubinden“, so Professor Thomas Deserno vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) der TU Braunschweig. Die Integration einer kontinuierlichen Gesundheitsüberwachung habe großes Potenzial, Krankheiten früher zu erkennen.

Integrierte Sensoren im Smart Car für EKG, Herz- und Atemfrequenz überwachen während der Fahrt die Gesundheit. Das Ziel: Einen drohenden Schlaganfall rechtzeitig erkennen.(Bild:  PLRI / TU Braunschweig)
Integrierte Sensoren im Smart Car für EKG, Herz- und Atemfrequenz überwachen während der Fahrt die Gesundheit. Das Ziel: Einen drohenden Schlaganfall rechtzeitig erkennen.
(Bild: PLRI / TU Braunschweig)

Schlaganfall: Auto schlägt Alarm

Das vom PLRI entwickelte Smart Car integriert Sensoren für EKG, Herz- und Atemfrequenz, die passiv und kontinuierlich die Gesundheit während der Fahrt überwachen – ohne den Fahrer zu beeinträchtigen.

So sind im Lenkrad Sensorsysteme integriert, die über die Hände ein EKG aufzeichnen. Im Sicherheitsgurt werden die Herztöne erfasst. Eine Innenraumkamera nimmt das Gesicht des Fahrers ins Visier, um Herzschlagrate und Atemfrequenz zu berechnen. Ein Temperatursensor im Autositz misst zusätzlich die Körpertemperatur. Alle wichtigen Vitalparameter können so erfasst werden. Die aufgenommenen Daten werden über eine sogenannte Sensordaten-Fusion mithilfe eines neuronalen Netzes zusammengeführt und analysiert.

Es liegt nahe, auch medizinische Untersuchungen in unsere tägliche Mobilität mit einzubinden.

Professor Thomas Deserno, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) der TU Braunschweig

Der Vorteil der Messungen im Auto: Die Werte werden zu unterschiedlichen Tageszeiten erhoben, die aber meist auch eine gewisse Regelmäßigkeit aufweisen. Da ist zum Beispiel die Fahrt zur Arbeit und zurück oder auch Einkaufsfahrten.

Durch die Messungen über einen längeren Zeitraum kann ein individuelles Profil des Fahrers erstellt werden. Kleine, aber kontinuierliche Änderungen in diesem persönlichen Gesundheitsprofil, zum Beispiel häufigere oder längere Herzschlagunregelmäßigkeiten , ein Vorhofflimmern, können so frühzeitig erkannt werden. Gut ein Drittel aller Schlaganfälle werden durch Vorhofflimmern ausgelöst und könnten mit dem Smart Car möglicherweise vermieden werden.

Abendlicher Gesundheitsbericht

Die Forscher TU Braunschweig planen, dass das Auto am Abend der Fahrt eine Auswertung der Daten per E-Mail an den Fahrer sendet und ihn so auf mögliche Auffälligkeiten hinweist, die einen Arztbesuch erforderlich machen. Die Autofahrer sollen nicht während der Fahrt durch ein Notfallsystem gestört oder abgelenkt werden.

„Uns geht es darum, tendenzielle Veränderungen und Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und damit präventiv zu wirken“, so Professor Thomas Deserno. Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts „Car as Diagnostic Space“ (CarDS) ist es daher auch herauszufinden, wie viel Prozent der Fahrzeit für eine zuverlässige Herzfrequenzanalyse geeignet sind. Dadurch können die Wissenschaftler feststellen, ob es möglich ist, die Fahrzeit für eine genaue Herzfrequenzanalyse zu nutzen.

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