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Finanzbranche Steuerabwicklung: Wie diese deutsche Banken ausbremst

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 5 min Lesedauer

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Der Wettbewerbsdruck auf Finanzinstitute wächst. Vor allem deutsche Banken riskieren, Anlegergruppen an ausländische Konkurrenten zu verlieren. Eine Hürde bei der Steuerabwicklung ist die Berücksichtigung der geltenden Gesetzgebung, die von Land zu Land stark variiert.

(Bild: Baiboon/Adobe Stock)
(Bild: Baiboon/Adobe Stock)

Um langfristiges Wachstum zu ermöglichen, hat Objectway jetzt die erste paneuropäische Lösung zur Steuerabwicklung entwickelt. Sie ist auch im Ausland einsetzbar und lässt sich nahtlos in die bestehenden Ökosysteme der Banken integrieren. Besonders wichtig ist die Skalierbarkeit bei der Einführung neuer Module, außerdem unterscheidet sich der Integrationsprozess bei Fintechs und traditionellen Banken aufgrund der unterschiedlichen Strukturen.

Die Finanzbranche ist im Wandel. Fintechs haben längst Einzug in den Markt gehalten und bedienen eine immer anspruchsvollere Anlegergruppe. Diese erwartet nicht nur eine klassische Vermögensverwaltung, sondern auch ergänzende Dienstleistungen, die von Finanzbildung bis hin zur Steuerabwicklung reichen. Gleichzeitig werden Investoren immer mobiler und fordern, dass Services auch im Ausland verfügbar sind.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen sowohl Fintechs als auch traditionelle Finanzinstitute ihr Produktangebot ständig ausbauen – und dabei ihr Wachstum im Ausland vorantrieben. Deutschland spielt dabei nicht in der Spitzenliga. Laut einer Umfrage von KPMG sehen 46 Prozent der internationalen CFOs andere Länder als wachstumsstärker an. Eine Studie von Deloitte im Jahr 2024 zeigt zudem, dass in fünf Jahren nur noch zwei Drittel der deutschen Unternehmen primär in Deutschland investieren wollen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den derzeitigen 90 Prozent.

Berücksichtigung ausländischer Vorschriften bei der Steuerabwicklung

Karl im Brahm ist CEO für DACH bei Objectway. (Bild:  Objectway)
Karl im Brahm ist CEO für DACH bei Objectway.
(Bild: Objectway)

„Diese Zahlen spiegeln den starken Internationalisierungsdruck auf deutsche Unternehmen wider. Für den Finanzsektor ist das besonders herausfordernd, da die Marktregulierung hierzulande bereits komplex genug ist. Umso schwieriger gestaltet sich die Berücksichtigung ausländischer Gesetzgebungen, insbesondere in Bezug auf die steuerlichen Vorschriften“, erklärt Karl im Brahm, CEO der DACH-Region von Objectway. Der Finanzdienstleister hat daher eine Lösung für die Steuerabwicklung entwickelt, mit der die steuerliche Berechnung und Erstellung regulatorischer Berichte für Finanztransaktionen in mehreren europäischen Ländern ermöglicht wird. Ein entscheidendes Erfolgsmerkmal war die regulatorische Expertise von Objectway über Ländergrenzen hinweg.

„Die Steuerabwicklung ist komplex und variiert von Land zu Land. Während andere Anforderungen wie Finanzaufsicht oder Datenschutz zunehmend harmonisiert werden, bleibt die Steuerregulierung oft national. Um mit der Gesetzgebung Schritt zu halten, arbeiten wir sehr eng mit unseren Bankkunden zusammen, und holen uns gleichzeitig die Expertise von den jeweiligen Bankenbehörden und den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ein“, erklärt Karl im Brahm. „Auch unser Team von über 800 hauseigenen Experten an über sechs Standorten hat es uns ermöglicht, unsere Partner umfassend zu unterstützen“, präzisiert im Brahm.

Objectway kennt die Steuerabwicklung über Ländergrenzen hinweg

Die Finanzbranche zählt zu den am strengsten regulierten Sektoren. Finanzinstitute müssen komplexe steuerrechtliche Vorgaben wie den Einbehalt der Abgeltungsteuer oder die Berücksichtigung von Freibeträgen exakt umsetzen können. Zusätzlich dazu variiert die Gesetzgebung von Land zu Land. Dies stellt insbesondere Finanzunternehmen vor Herausforderungen, die europaweit expandieren und Kundengruppen in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen bedienen wollen. Die internationale Expertise von Objectway spielte hier eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Steuerlösung. Das Unternehmen entwickelt seit über 30 Jahren Vermögens-, Asset- und Bankenlösungen für über 200 Finanzunternehmen aus ganz Europa. Integraler Bestandteil hiervon war seit Beginn auch ein Steuermodul, welches kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert wurde.

Um professionelle Expertise in steuerlichen und regulatorischen Angelegenheiten in einer Vielzahl von europäischen Märkten zu garantieren, verfolgt der Fintech-Anbieter einen gemeinschaftlichen Ansatz, der auf drei Pfeilern beruht. „Zunächst haben wir einen Tax Club mit unseren Referenzkunden gegründet, die uns direktes Feedback zum Modul geben und uns so ermöglichen, bei regulatorischen Änderungen hands-on zu arbeiten, das heißt flexibel darauf zu reagieren. Außerdem kooperieren wir eng mit den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Zudem beraten wir uns mit den Bankenverbänden der jeweiligen Länder, wie dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) in Deutschland. Dieser gemeinschaftliche Ansatz ermöglicht es uns, anspruchsvolle Führungsanforderungen zu erfüllen und mit den Entwicklungen der Branche Schritt zu halten“, kommentiert Karl im Brahm das regulatorische Ökosystem, welches entscheidend ist, um das langfristige Wachstum von Finanzunternehmen in Europa zu ermöglichen.

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Skalierbarkeit als Schlüssel zum langfristigen Wachstum für Banken

Um die Berechnung steuerlicher Abgaben und die Erstellung regulatorischer Berichte effizient auszulagern, ist ein Modul erforderlich, das sich problemlos in bestehende Ökosysteme integrieren lässt, ohne den laufenden Betrieb zu stören „Dank unserer langjährigen Erfahrung können wir die Lösung problemlos in komplexe Bankensysteme integrieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer vorausschauenden Projektplanung“, erklärt der Geschäftsführer. Ein Vorteil, der den Einführungsprozess weiter beschleunigen kann, sind die hausinternen Experten von Objectway.

„Diese Kombination hat es uns erlaubt, umfassende Unterstützung zu bieten, ohne auf externe Experten angewiesen zu sein. Dadurch nimmt die Plattform einzig die Anforderungen des Kunden in den Fokus“, präzisiert der CEO. Mit der flexiblen, hochskalierbaren Steuerlösung in Kombination mit einem SaaS-Einsatzmodell, verarbeitet Objectway Steuerberechnungen für mehr als drei Millionen Kunden in Europa. „Die Skalierbarkeit und Konfigurierbarkeit des Moduls sind zentrale Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum. Bei der Einführung konnten wir von unserer Erfolgsbilanz mit Neobrokern profitieren, für die wir bereits mehr als eine Million Wertpapiertransaktionen pro Tag betreuen“, erklärt im Brahm.

Steuerabwicklung: So unterschiedlich arbeiten Fintechs und Banken

Objectway bedient mit seinem Kernbankensystem und Modulen wie dem Steuermodul sowohl traditionelle Finanzinstitute als auch innovative Finanzdienstleister. „Dabei kann sich die Zusammenarbeit wesentlich unterscheiden. Fintechs, die für ihre Agilität bekannt sind, schließen den Implementierungsprozess erfahrungsgemäß in sehr kurzer Zeit ab, durchschnittlich in etwa sechs bis zwölf Monaten“, erklärt im Brahm. Das liegt laut dem Experten daran, dass Fintechs einen schrittweisen Ansatz mit häufigen Feedback-Schleifen verfolgen.

Diese agile Arbeitsweise fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Beratern und Entwicklern. „Traditionelle Banken hingegen folgen oft einem strukturierteren, vom Wasserfallmodell getriebenen Ansatz. Er beinhaltet mehrere Phasen, die jeweils abgeschlossen sein müssen, bevor die nächste beginnt, was eine längere Implementierungszeit zur Folge hat“, erläutert im Brahm. Unabhängig von der Methodik stellt der CEO jedoch sowohl bei Fintechs als auch bei Großbanken eine starke Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit fest.