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Medizin-Dokumentation Arztbriefe: Kollege KI bewährt sich auch in der Praxis

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz kann medizinisches Personal entlasten. Eine Studie belegt nun: Von der KI-generierte Arztbriefe leisten eine wertvolle Unterstützung.

Sprachmodelle(Bild:  Nicholas Felix/peopleimages.com / Adobe Stock)
Sprachmodelle
(Bild: Nicholas Felix/peopleimages.com / Adobe Stock)

Knapp drei Stunden sind Ärzte Umfragen zufolge täglich mit Dokumentations-Tätigkeiten beschäftigt. Die Automatisierung der medizinischen Dokumentation hat das Potenzial, Ärzten wertvolle Zeit zu sparen, die sie direkt den Patienten widmen können. Ein Beispiel ist eine Künstliche Intelligenz, die Entwürfe für Arztbriefe erstellt, die der behandelnde Arzt nur noch anpasst.

Der KI-Arztbrief ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie viel Potenzial KI-Anwendungen in der Medizin haben. Für solche Lösungen brauchen wir kluge Köpfe, die bereit sind, zu experimentieren und Neues zu entwickeln.

Prof. Dr. Frederik Wenz, Universitätsklinikum Freiburg

Doch wie gut kann eine Künstliche Intelligenz Arztbriefe erstellen? Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben die Eignung großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) für die Erstellung medizinischer Dokumentationen im deutschen Gesundheitswesen untersucht. Im Vergleich von vier Sprachmodellen zeigte sich, dass die besten Ergebnisse mit einem nicht-kommerziellen Modell erreicht wurden. Hier konnten 93,1 Prozent der Berichte mit nur minimalen Anpassungen genutzt werden.

Arztbriefe: Kollege Computer leistet gute Arbeit

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass speziell für die deutsche Sprache trainierte Modelle wertvolle Unterstützung bei der Erstellung von medizinischen Berichten leisten können. Das könnte die Arbeitsabläufe im Klinikalltag deutlich erleichtern“, so Studienleiter Dr. Christian Haverkamp, kommissarischer Direktor des Instituts für Digitalisierung in der Medizin am Universitätsklinikum Freiburg.

„Der KI-Arztbrief ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie viel Potenzial KI-Anwendungen in der Medizin haben. Für solche Lösungen brauchen wir kluge Köpfe, die bereit sind, zu experimentieren und Neues zu entwickeln“, ergänzt Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg.

Für die Studie verwendete Felix Heilmeyer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Digitalisierung in der Medizin, insgesamt 90.000 reale klinische Dokumente aus der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg für das Training der Modelle. Mehrere Sprachmodelle generierten auf dieser Basis Arztbriefe, die anschließend von medizinischem Fachpersonal bewertet wurden. Die Bewertungen zeigten, dass beim Modell BLOOM-CLP-German-Modell 93,1 Prozent der erstellten Dokumente nach geringfügigen Korrekturen für die klinische Anwendung geeignet waren.

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