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Cybersicherheit Unternehmen können offene Stellen nicht schnell besetzen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 5 min Lesedauer

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Wie eine neue Studie von Kaspersky zeigt, besteht auch in der Cybersicherheit Fachkräftemangel. So muss jedes zweite Unternehmen ein halbes Jahr warten, bis offene Stellen besetzt sind. Zudem fehlen 57 Prozent der Bewerber die geforderten Praxisfähigkeiten.

(Bild:  Kaspersky)
(Bild: Kaspersky)

Fachkräftemangel als Cybersicherheitsschwachstelle? Laut der aktuellen Studie „The portrait of modern information security professional“ von Kaspersky benötigen 49 Prozent der befragten Unternehmen in Europa über ein halbes Jahr, um offene Stellen im Bereich Cybersicherheit zu besetzen. Der am häufigsten genannte Grund: Die praktischen Fähigkeiten der Bewerber entsprächen nicht ihrer Ausbildung auf dem Papier (57 Prozent). Allein in Deutschland sind im gesamten IT-Bereich laut einer Bitkom-Umfrage etwa 150.000 Stellen unbesetzt. Entsprechend geben auch laut der aktuellen Kaspersky-Umfrage 31 Prozent der befragten Unternehmen in Europa an, ihr Cybersicherheits-Team sei unterbesetzt.

Fehlende Praxiskompetenz verursacht Zeitverlust

Bei der Hälfte der Unternehmen dauert es über ein halbes Jahr, um die offenen Stellen nachzubesetzen. Während es für Juniorpositionen noch am leichtesten ist, geeignetes Personal zu finden – bei 36 Prozent der Unternehmen in Europa innerhalb von einem bis drei Monaten – äußert sich die Personalnot gerade bei Stellen mit hohem Qualifikationsprofil: 31 Prozent benötigen ein halbes bis dreiviertel Jahr zur Besetzung, ein Viertel (26 Prozent) sogar mehr als ein Jahr.

Befragt nach den Gründen für die Vakanzen, werden am häufigsten fehlende Praxisfähigkeiten der Kandidaten trotz zertifizierter Qualifikationen angeführt (57 Prozent). Ebenso erschweren hohe Personalkosten bei über der Hälfte (52 Prozent) die Nachbesetzung offener Stellen. Weitere verbreitete Anstellungshindernisse sind fehlende Erfahrung und der schnelle Technologiewandel (je 42 Prozent) sowie durchgeführte Background-Checks (39 Prozent). Weitere Hürden bei der Besetzung offener Stellen sind:

  • Zeitliche Einschränkungen (kurzfristiger Bedarf): 33 Prozent

  • Globaler Wettbewerb um Fachkräfte: 30 Prozent

  • Sich schnell weiterentwickelnde Bedrohungslandschaft: 28 Prozent

  • Cultural Fit: 27 Prozent

  • Spezialisierte Rollen (Nischenanforderungen): 23 Prozent

Cybersicherheit an Managed-Security-Provider auslagern

Cybersicherheit
Waldemar Bergstreiser ist General Manager Central Europe bei Kaspersky.
(Bild: Kaspersky)

Waldemar Bergstreiser, General Manager Central Europe bei Kaspersky, erklärt: „Um Mitarbeiter mit den benötigten Kenntnissen und Fähigkeiten auszustatten, investieren Unternehmen nicht nur viel Zeit in die Personalsuche, sondern auch in zusätzliche Schulungen für das Team als Ganzes. Dies gilt vor allem für große Unternehmen und Organisationen, die über die notwendigen Ressourcen verfügen und zahlreiche lokale Standards und Vorschriften einhalten müssen. Kleine und mittlere Unternehmen hingegen sind gut beraten, ihre Cybersicherheit an Anbieter von Managed-Security-Services (MSSP) auszulagern, um so Personallücken in kurzer Zeit und verlustfrei schließen zu können.“

Cybersicherheit etablieren trotz Personallücke

Mit folgenden Maßnahmen erreichen Unternehmen trotz fehlendem Personal für ein hohes Schutzniveau in der Cybersicherheit:

Managed-Security-Services wie Kaspersky Managed Detection and Response und/oder Kaspersky Incident Response helfen dabei, zusätzliche externe Expertise zu erhalten ohne weiteres Personal einzustellen. So können Unternehmen vor Cyberangriffen adäquat geschützt und Sicherheitsvorfälle entsprechend untersucht werden.

IT- und InfoSec-Mitarbeiter regelmäßig über aktuelle Cyberbedrohungen informieren. Hierbei kann Kaspersky Security Awareness helfen. Dank Investitionen in deren Weiterbildung, etwa durch Kaspersky Expert Training, wird die Fähigkeit im Team insgesamt erhöht, um ausgeklügelte Cyberbedrohungen besser erkennen und darauf reagieren zu können.

Plattformlösungen wie Kaspersky Extended Detection and Response entlasten IT-Sicherheitsteams und minimieren die Fehlerwahrscheinlichkeit. Sie ermöglichen die Reduzierung der mittleren Zeit bis zur Bedrohungserkennung (MTTD – Mean Time To Detect) sowie eine schnelle automatisierte Reaktion, indem sie Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen und verknüpfen.

Berufseinsteiger: Wissenslücken für Fehler verantwortlich

63 Prozent der befragten InfoSec-Experten in Europa geben zu, dass sie in ihrer Anfangszeit im Unternehmen durch fehlendes Wissen Fehler verursacht haben. Mehrheitlich handelte es sich hierbei um Fahrlässigkeit beziehungsweise Flüchtigkeitsfehler wie schlechtes Patch-Management oder Updateprozesse.

Unternehmen in Deutschland und weltweit stehen nicht nur vor der Herausforderung, offene IT-Stellen zu besetzen, sondern auch davor Qualifizierungslücken angestellter InfoSec-Experten zu schließen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es den Ausbildungsinhalten europaweit an Realitätsbezug fehlt. So mangelt es 47 Prozent an konkreten Szenarien beziehungsweise Projekten. Dieser Mangel kann die Cyberresilienz von Unternehmen gefährden.

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Ausbildungslücken gefährden Cybersicherheit

Zwei Drittel aller Cybersicherheitsvorfälle gehen auf das Konto von Mitarbeitern. Wie die aktuelle Kaspersky-Studie zeigt, lag in den vergangenen zwei Jahren für mindestens einen von diesen der Mangel an qualifiziertem Cybersicherheitspersonal zugrunde. So gestehen 63 Prozent der Cybersicherheitsexperten, dass sie in ihren ersten Berufsjahren Fehler verursacht haben, weil ihnen theoretisches oder praktisches Wissen fehlte. Hierbei handelt es sich mehrheitlich um leicht vermeidbare Sicherheitsrisiken.

Die häufigsten Fehler von Berufsanfängern im Bereich der Cybersicherheit sind:

  • Versäumte Software-Updates: 55 Prozent

  • Back-ups nicht rechtzeitig durchgeführt: 46 Prozent

  • Schlechte oder leicht zu erratende Passwörter: 37 Prozent

  • Auf Phishing-Scams reingefallen: 32 Prozent

Bedeutung eines umfassenden Onboarding-Prozesses

„Oft halten berufliche Trainingsprogramme leider nicht mit den Entwicklungen in der Branche Schritt. Für den Bereich der Cybersicherheit gilt dies im Besonderen. Die Tatsache, dass sich viele Arbeitnehmer auf dem Markt nur begrenzte praktische Fähigkeiten aneignen konnten oder Wissenslücken haben, unterstreicht die Bedeutung eines umfassenden Onboarding-Prozesses mit Fokus auf das gemeinsame Lernen. Kaspersky trägt dazu bei, die bestehende Qualifikationslücke im Cybersicherheitsbereich zu schließen, indem es branchenführende Berufsausbildungen für Einzelpersonen sowie Schulungen für Unternehmen anbietet. Zudem veranstalten wir jedes Jahr den Secur’IT Cup, einen Wettbewerb für Studierende aus aller Welt“, kommentiert Waldemar Bergstreiser, General Manager Central Europe bei Kaspersky.

Folgende Empfehlungen unterstützen Unternehmen dabei, die Qualifikationen von InfoSec-Einsteigern zu verbessern.

Flexiblere und agilere Schulungs- und Trainingsprogramme: Hierfür sollten Hochschuleinrichtungen mit Cybersicherheitsakteuren aus der Industrie sowie Experten zusammenarbeiten. Die Kaspersky Academy Alliance [5] trägt dazu bei, indem sie Programmteilnehmern Zugang zu umfassendem Wissen über Cyberbedrohungen, Vorträgen und Schulungen verfügbar macht.

Erfahrungen mit realen Cybersicherheitsszenarien: Interessierte an einer Karriere in der Cybersicherheitsbranche können vorab ein Praktikum in einer Informationssicherheits- oder Forschung- & Entwicklungsabteilung absolvieren. Für weitere Praxiserfahrung können sie an internationalen Wettbewerben oder Capture the flag (CTF) Events teilnehmen. Kaspersky veranstaltet beispielsweise jährlich den Secur’IT Cup [4], einen globalen Wettbewerb für Studierende mit unterschiedlichem akademischem Hintergrund.

Investitionen in Weiterbildungsprogramme: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern durch Schulungen regelmäßig neues Wissen und Fähigkeiten vermitteln. Kaspersky bietet IT-Experten ein breites Wissensspektrum zum Thema Informationssicherheit und organisiert sowohl Berufsausbildung für Einzelpersonen als auch Unternehmensschulungen, wie Kaspersky Cybersecurity for IT [6].

Kaspersky ist Lösungsanbieter für Cybersicherheit und digitale Privatsphäre. Die tiefgreifende Threat Intelligence sowie Sicherheitsexpertise von Kaspersky dient als Grundlage für innovative Sicherheitslösungen und -dienste, um Unternehmen, kritische Infrastrukturen, Regierungen und Privatanwender zu schützen. Das Lösungsportfolio beinhaltet Endpoint-Schutz sowie eine Reihe spezialisierter Sicherheitslösungen und -Services sowie Cyber-Immune-Lösungen zur Verteidigung gegen Cyberbedrohungen.