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Schatten-IT verhindern Visual Basic Script: Microsoft gibt das Ende der Programmiersprache bekannt

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 3 min Lesedauer

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Die skriptbasierte Programmiersprache Visual Basic Script (VBS) wurde bereits 1996 von Microsoft entwickelt, um Aufgaben in Windows zu automatisieren. Nun schickt Microsoft VBS aufs Abstellgleis.

(Bild:  Alexander / Adobe Stock)
(Bild: Alexander / Adobe Stock)

Visual Basic Script (VBS) ist eine skriptbasierte Programmiersprache, die Microsoft bereits Mitte der 1990er-Jahren entwickelte. Ursprünglich dienste VBS zur Automatisierung von Aufgaben und zur Erstellung von Skripten innerhalb des Windows-Betriebssystems. Nach fast 30 Jahren hat der Software-Hersteller Visual Basic Script nun in Windows 11 für veraltet (deprecated) erklärt und wird es in künftigen Releases komplett entfernen. 

Die skriptbasierte Programmiersprache ist eigentlich ziemlich praktisch, da sie auch tief in das Betriebssystem eingreifen kann. Doch diese Möglichkeit führte auch dazu, dass VBS häufig von Malware und Makroviren missbraucht wurde. Im Rahmen seiner Ankündigungen zu Sicherheits- und Kompatibilitäts-Updates für Windows hat Microsoft nun VBS in modernen Umgebungen deaktiviert und abgekündigt.

Visual Basic for Applications (VBA) ist auch angezählt

Und auch Visual Basic for Applications (VBA) sollten Unternehmens-Verantwortlichen in den Fokus nehmen. Darauf weist die IT-Beratung PTA hin. VBA werde zwar weiterhin von Microsoft unterstützt und sei ein integraler Bestandteil der Office-Anwendungen. Es gäbe jedoch Hinweise, dass Microsoft in Zukunft vermehrt auf modernere Technologien wie Office-Add-ins setzt. 

Alternativ-Technologien haben sich im Einsatz bewährt und bieten obendrein in der Regel bessere Skalierbarkeit, Sicherheitsfunktionen, Integrationsmöglichkeiten und Performance.

Albert Buck, PTA IT-Beratung

VBA ermöglicht die Erstellung von Makros, die wiederkehrende Aufgaben automatisieren. Benutzer können beispielsweise Daten in Microsoft Excel automatisch verarbeiten, Formatierungen anwenden oder komplexe Berechnungen durchführen. VBA unterstützt die ereignisgesteuerte Programmierung, was bedeutet, dass bestimmte Aktionen in einer Office-Anwendung, etwa das Öffnen eines Dokuments oder das Klicken auf eine Schaltfläche, automatisch ein VBA-Skript auslösen. 

Albert Buck von der PTA IT-Beratung rät Unternehmen, sich zeitnah mit Alternativ-Technologien für VBS und VBA zu beschäftigten.(Bild:  PTA)
Albert Buck von der PTA IT-Beratung rät Unternehmen, sich zeitnah mit Alternativ-Technologien für VBS und VBA zu beschäftigten.
(Bild: PTA)

Ende von VBS: Gefahr von Schatten-IT

Unternehmen und Entwickler, die noch VBS und VBA verwenden, sind deshalb gut beraten, ihre Skripte und Automatisierungsprozesse auf moderne Technologien umzustellen. Dies sei laut PTA zwar mit Aufwand verbunden, eröffne aber die Möglichkeit, künftig von den Vorteilen moderner Skript-Sprachen und integrierter Automatisierungs-Tools zu profitieren.

Viele IT-Verantwortliche sind mit dem folgenden Phänomen vertraut: Die Nutzer in den Fachabteilungen nutzen VBA, um damit große Access-Datenbanken zu bauen oder komplexe Excel-Tabellen zu erstellen. Das birgt zahlreiche Risiken: Denn in aller Regel entsteht diese sogenannte Schatten-IT ohne Wissen oder Zustimmung der IT-Abteilung – wird aber im Unternehmensalltag regelmäßig von der Belegschaft genutzt. Dies kann für erhebliche Sicherheitslücken sorgen und so ein recht hohes Risiko darstellen. Denn je mehr unbekannte IT-Anwendungen in einem Unternehmensnetzwerk schlummern, desto größer ist das Risiko durch Schatten-IT – eine IT-Abteilung kann schließlich nichts sichern, wovon sie nichts weiß.

Unternehmen, die Legacy-Systeme einsetzen, sollten ebenfalls handeln: Während Visual Basic Script für Web-Umgebungen und in neueren Windows-Versionen schon bald deaktiviert ist, wird die Skripts-Sprache in bestimmten Legacy-Systemen und internen Anwendungen möglicherweise noch eine Zeit lang unterstützt. Dennoch ist es ratsam, sich auf die Migration zu vorbereiten und alternative Lösungen zu implementieren.

Die gängigsten Technologien, die VBS und VBA lückenlos ersetzen, reichen von modernen RPA-Tools (Robotic Process Automation) über den Einsatz von PowerApps, Power Automate, Microsoft C#, der plattformunabhängigen Programmiersprache JAVA, den bereits erwähnten Office-Add-ins bis hin zu Python oder JavaScript und Node.js. „Hierfür bieten sich genau diese Alternativ-Technologien an. Sie haben sich im Einsatz bewährt und bieten obendrein in der Regel bessere Skalierbarkeit, Sicherheitsfunktionen, Integrationsmöglichkeiten und Performance“, weiß Albert Buck, IT-Spezialist und Themenverantwortlicher für die Microsoft-Plattform bei der PTA IT-Beratung.

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