Für Branchenfremde kann das Thema Cybersicherheit überwältigend erscheinen und Szenarien mit komplexen Risiken und geopolitischen Implikationen heraufbeschwören. Die größten Security-Vorfälle haben globale Auswirkungen und betreffen Unternehmen, Staaten und Banden der organisierten Kriminalität gleichermaßen.
(Bild: RoBird/Adobe Stock)
In Deutschland gab es in jüngster Vergangenheit wieder eine Reihe spektakulärer Fälle, durch die Unternehmen schwerwiegenden Sicherheitslücken ausgesetzt waren. Zu den Zielen zählten beispielsweise der Bayerische Rundfunk, und der IT-Dienstleister Materna. Wenn in den Nachrichten über große Cybersicherheitsprobleme berichtet wird, kann der Eindruck entstehen, dass das Problem zu komplex ist, um von einem einzelnen Unternehmen bewältigt zu werden.
Da kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Regel über begrenzte Ressourcen verfügen, scheint es für sie besonders schwierig, ihr Risiko zu verringern und mit den sich ständig ändernden Cyber-Bedrohungen Schritt zu halten. Tatsächlich betrachten es 51 Prozent der deutschen KMU als ihre größte Cybersecurity-Herausforderung, sich über neue Bedrohungen auf dem Laufenden zu halten.
Untersuchungen von Sage haben ergeben, dass 68 Prozent der deutschen KMU regelmäßig eine Überprüfung ihrer Cybersecurity-Maßnahmen durchführen. 42 Prozent vernachlässigen die Sicherung kritischer Daten. Dies deutet auf eine Diskrepanz zwischen dem Bewusstsein für Cybersicherheit und dem Handeln der KMU hin, was sie noch anfälliger für Cyberangriffe macht. Laut unserer Umfrage hatte fast die Hälfte der KMU allein im letzten Jahr mindestens einen Cyber-Vorfall zu verkraften. In Deutschland lag der Wert sogar noch höher: Hierzulande beklagten 55 Prozent einen Cybersicherheitsvorfall.
Die drängende Realität der Bedrohung für KMU
KMU glauben oft fälschlicherweise, dass Cyberkriminelle sie aufgrund ihrer Unternehmensgröße weniger ins Visier nehmen und sich stattdessen auf größere, lukrativere Ziele konzentrieren. Heutzutage ist jedoch kein Unternehmen vor Cyberkriminalität sicher, und ein Cyberangriff ist eine Frage des „Wann“, nicht des „Ob“. Jedes Unternehmen, das digitale Technologien nutzt, ist ein Ziel für Cyberkriminelle.
Cybersicherheit muss allerdings nicht kompliziert sein, und Unternehmen müssen nicht unbedingt Spezialisten werden, um wirksame Cybersicherheitspraktiken zu entwickeln. Aber sie müssen Cybersicherheit zu einem Ziel für das gesamte Unternehmen machen. Eine veränderte Wahrnehmung der Cybersicherheit und die Anerkennung der Risiken für das Unternehmen werden es den KMU ermöglichen, in allen Aspekten ihrer Geschäftstätigkeit einen sicherheitsorientierten Ansatz zu verfolgen. Diese Veränderungen sollten von oben nach unten erfolgen, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter dieselbe Sicherheitskultur pflegen.
Verbreitete Mythen der Cybersicherheit überwinden
Der Irrglaube, Cybersicherheit sei zu schwierig, kann die Entwicklung von Sicherheitsplänen behindern, insbesondere wenn KMU ihre Unternehmen durch wirtschaftlich schwierige Zeiten steuern müssen. Cybersicherheit wird oft als „Nice-to-have“ oder „Problem von morgen“ angesehen, während mangelnde Cybersicherheit in Wirklichkeit ein sehr reales und unmittelbares Risiko für die Lebensfähigkeit eines Unternehmens darstellt. Daher ist es von größter Bedeutung, Cybersicherheit als gleichwertig mit allen anderen geschäftskritischen Prioritäten oder identifizierten Risiken zu betrachten. KMU müssen die Mythen rund um Cyber-Sicherheit durchschauen, um einfache und wirksame Schritte zur Risikominderung zu unternehmen.
Stärkung der Cyberresilienz durch Nutzung vorhandener Ressourcen
Cybersicherheit wird oft als reines IT-Problem angesehen, was dazu führt, dass sich viele Nicht-Techniker einfach nicht damit befassen. Die Cybersicherheitsbranche hat diese Situation unbeabsichtigt noch verschärft, indem sie eine Vielzahl von Fachausdrücken und Schlagwörtern verwendet, die für die meisten Menschen unverständlich sind. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass sie einen Cybersicherheitsexperten benötigen, um eine wirksame Sicherheitsstrategie zu entwickeln und umzusetzen – da dies für viele unerschwinglich ist, verzichten sie ganz auf eine Strategie.
Die Realität ist, dass viele Unternehmen bereits über IT-Systeme und Tools verfügen, deren Potenzial durch einige Feinjustierungen und die gezielte Aktivierung und Optimierung vorhandener Kontrollen erheblich gesteigert werden kann. Die Implementierung von Zwei- oder Mehrfaktor-Authentifizierung für den Zugang zu VPNs und Cloud-Diensten sowie die Einhaltung der vom Hersteller empfohlenen Einstellungen für Software und Dienste stärken die Cybersicherheit eines Unternehmens. Die Speicherung von Daten in der Cloud zur einfachen Datensicherung und die Ausstattung von Betriebssystemen mit EDR-Tools (End Point Detection and Response) erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyber-Angriffen zusätzlich. Diese grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen sollten Unternehmen ergreifen, bevor sie in teure Cybersicherheitslösungen oder Berater investieren.
Stand: 16.12.2025
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KMU zur aktiven Cyberabwehr befähigen
Viele glauben, dass mit den richtigen technischen Lösungen alle Cyber-Sicherheitsrisiken beseitigt werden können. Am erfolgreichsten sind jedoch die Unternehmen, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und sich das Potenzial ihrer Mitarbeiter zunutze machen. Die Schaffung einer Kultur, in der Sicherheit an erster Stelle steht, hilft jedem im Unternehmen, sicher und verantwortungsbewusst zu handeln. Wenn die Mitarbeiter verstehen, warum es wichtig ist, die Risiken zu kennen und Ungewöhnliches zu melden, können sie dazu beitragen, Angriffe zu verhindern, bevor sie geschehen. KMU können sich besser schützen, indem sie Cybersicherheit zu einem integralen Bestandteil ihrer Geschäftstätigkeit machen. Dazu gehört auch die Planung von Wiederherstellungsmaßnahmen für den Fall, dass etwas schiefgeht.
Ben Aung ist Chief Relationship Officer bei Sage, einem Anbieter von Lösungen in den Bereichen Buchhaltung, Finanzen, Personal und Gehaltsabrechnung für KMU.