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Mental-Health-Angebote Wohlbefinden am Arbeitsplatz: Was Mitarbeitenden wichtig ist

Ein Gastbeitrag von Oliver Lehmann 2 min Lesedauer

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Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist ein zentraler Baustein für den Unternehmenserfolg. Eine Umfrage zeigt, dass die entsprechenden Angebote in deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich noch nicht überzeugen. Dabei liegen die Vorteile einer durchdachten Wellbeing-Strategie auf der Hand.

(Bild:  Freepik)
(Bild: Freepik)

Wer sich gut fühlt, arbeitet gerne und auch produktiver. Der Gedanke dahinter ist einfach: Wenn sich Beschäftigte wohlfühlen, können sie Stresssituationen besser parieren, arbeiten konzentrierter und auch kreativer. In Personalabteilungen ist diese Einsicht ein zentraler Bestandteil der betrieblichen Gesundheits­förderung und der Benefit-Programme für Mitarbeiter. Unternehmen und Beschäftigte scheinen aber nicht immer ähnliche Vorstellungen davon zu haben, welche Angebote sinnvoll sind. Diesen Schluss legt eine internationale Umfrage nah, an der 2023 2.000 Büroangestellte in sieben Ländern teilnahmen. Ausgangspunkt war die Frage, wie Mitarbeiter die Wellbeing-Maßnahmen im eigenen Unternehmen einschätzen.

Wohlbefinden am Arbeitsplatz: Deutschland liegt hinten

Die Studie zeigt, dass deutsche Unternehmen im Vergleich zu ihren US-­amerikanischen Pendants Mitarbeitern deutlich weniger Wellbeing-Angebote machen. Der Umfrage zufolge haben nur 22 Prozent der Befragten in Deutschland Zugang zu einer breiten Palette von Wellbeing-Optionen, im Vergleich zu mehr als der Hälfte der US-amerikanischen Befragten. So gab beispielsweise jeder dritte Befragte hierzulande an, keinen Zugang zu Mental Health-Angeboten zu haben. Psychische Leiden gelten als ein Treiber des hohen Krankenstands in deutschen Unternehmen, wie eine DAK-Studie jüngst ergab.

Mitarbeitende wünschen sich Yoga und Mental-Health-Angebote

Neben Angeboten rund um die mentale Gesundheit wünschen sich die Befragten u.a. mehr Betriebssport wie Yoga, eine verkürzte Arbeitswoche und flexiblere Arbeitszeiten und -orte.

Angesichts der Homeoffice-Kontroverse könnten diese Wünsche nicht allen Vorgesetzten gefallen. Die Arbeit­nehmerseite hat aber starke Argumente. Unter geringem Wohlbefinden leiden vor allem die Motivation und die Produktivität vieler Befragten (Motivation: 54 Prozent, Produktivität: 43 Prozent). Die Umfrage zeigt auch, dass Wellbeing-Programme bei der Gewinnung und Bindung von Top-Talenten immer wichtiger werden: Fast die Hälfte der Befragten in beiden Ländern würden Jobangebote ohne Benefits ablehnen.

Für viele Unternehmen könnte es schwierig sein, auf diese Bedürfnisse umfassend einzugehen. Bei der Entwicklung eines Wellbeing-Programms ist es sinnvoll, zunächst die Unternehmensziele mit Blick auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz der Belegschaft zu umreißen. Um konkrete Angebote zu definieren, sollte ein Austausch mit dem eigenen Team stattfinden: Wo drückt der Schuh? Welche zusätzlichen Angebote sind ihnen am Arbeitsplatz wirklich wichtig? Sind die Bedarfe abgesteckt, können Kooperationen mit Drittanbietern ein effizienter Weg sein, um Wellbeing-Programme aufzubauen. Damit das Thema nachhaltig verfolgt wird und die Angebote kontinuierlich verbessert werden, helfen regelmäßige Umfragen. Feedbackrunden definieren die Bedürfnisse der Mitarbeiter und verankern das Thema Wellbeing. In diesem Prozess werden Firmen auch die Frage beantworten müssen, welche Rolle der Büroarbeitsplatz in diesem Zusammenhang spielen soll. Ein Teil der Antwort steht schon fest: Wellbeing ist kein Buzzword, sondern Teil einer neuen Erwartungshaltung, die die Zukunft der Arbeitswelt prägen wird.

Wohlbefinden am ArbeitsplatzOliver Lehmann 
General Manager bei Mindspace Germany, einem internationalen Flex Office-Anbieter

Bildquelle: Mindspace Germany

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