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Deutsche Wirtschaft Zukunftsbranchen: So viel Wachstumspotenzial steckt in diesen

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Eine neue Studie der FutureManagementGroup beleuchtet das zukünftige Potenzial verschiedener Industriezweige in Deutschland bis 2040. Die Studie zeigt, dass trotz wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen Zukunftsbranchen über ein besonderes Wachstumspotenzial verfügen.

(Vilaysack/Adobe Stock)
(Vilaysack/Adobe Stock)

Die Studie „Zukunftsbranchen 2025-2040“ der FutureManagementGroup AG im Auftrag der Spectaris hat 25 Industriezweige der deutschen Wirtschaft anhand zentraler Transformationsszenarien untersucht und zehn Zukunftsbranchen mit den größten Chancen identifiziert. Prof. Dr. Pero Mićić, CEO der FutureManagementGroup AG, erklärt „Unsere Studie zeigt, dass insbesondere technologiegetriebene Industrien ein enormes Potenzial besitzen. Sie können die Chancen großer transformativer Veränderungen nutzen – vorausgesetzt, sie investieren mit einem guten Maß an Risikobereitschaft und Zukunftsfreude.“

Dr. Bernhard Ohnesorge, Vorsitzender von Spectaris, ergänzt: „Wir freuen uns, dass die von Spectaris vertretenen Industrien, die Analysen-, Labor-, Medizintechnik sowie die Optik und Photonik, zu den Top-Zukunftsbranchen zählen. Dies unterstreicht das Innovations- und Wertschöpfungspotential und damit die Bedeutung unserer Mitgliedsunternehmen für die deutsche Wirtschaft.“

Die Top 10 der Zukunftsbranchen in Deutschland

Aus der Untersuchung der FutureManagementGroup ist eine Rangliste von zehn Branchen mit dem größten Wachstumpotenzial hervorgegangen:

1. Biotechindustrie

2. Logistik- und Verpackungsindustrie

3. Umwelt- und Recyclingwirtschaft

4. Analysen-, Labor-, Medizintechnik

5. Chemie- und Pharmaindustrie

6. Optik und Photonik

7. Zweiradindustrie (inkl. Mikromobilitätslösungen)

8. Lebensmittelindustrie

9. Land-, Forst-, Fischereiwirtschaft

10. Luft- und Raumfahrtindustrie

Die Top 10 der Zukunftsbranchen in Deutschland.(Bild:  FutureManagementGroup AG)
Die Top 10 der Zukunftsbranchen in Deutschland.
(Bild: FutureManagementGroup AG)

Die genannten Branchen zeichnen sich durch hohe Innovationskraft, wachsende Märkte und internationale Wettbewerbsfähigkeit aus. Die an Platz zwei liegende Logistik- und Verpackungsindustrie zeichnet sich durch ihre besondere Innovationskraft bei der Verwendung neuer Technologien aus. Die an Platz vier liegende Analysen-, Labor-, Medizintechnik profitiert von Fortschritten in der Digitalisierung, Automatisierung und personalisierten Medizin. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor Herausforderungen durch komplexe Zulassungsprozesse und hohe regulatorische Anforderungen in Europa. Optik und Photonik gelten als Schlüsseltechnologien für verschiedenste Industrien, darunter Medizintechnik, Halbleiterfertigung sowie Quantentechnologien. Hohe Forschungsausgaben und langfristige Innovationszyklen machen jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen essenziell.

Zukunftsbranchen: Handlungsbedarf für Politik und Wirtschaft

Die Studie von FMG zeigt wichtige Zukunftstrends in der deutschen Wirtschaft auf.(Bild:   FutureManagementGroup AG)
Die Studie von FMG zeigt wichtige Zukunftstrends in der deutschen Wirtschaft auf.
(Bild: FutureManagementGroup AG)

„Die Studie zeigt, dass die Zukunftsbranchen als Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft fungieren können, wenn es ihnen gelingt, die Chancenpotentiale der globalen Trends zu nutzen. Doch dazu sind gezielte politische Maßnahmen für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen erforderlich“, betont Ohnesorge. Dazu zählten:

  • Bürokratieabbau und innovationsfreundliche Zulassungsverfahren, um Forschung und Markteinführungen zu beschleunigen.
  • Investitionen in digitale Infrastruktur und Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Souveränität Deutschlands, um Abhängigkeiten von globalen Plattformen zu reduzieren.
  • Investitionen in Schlüsseltechnologien wie KI, Robotik und photonische Technologien wie PICS und Quantentechnologien.
  • Strategien zur Fachkräftesicherung, um den steigenden Bedarf an spezialisierten Arbeitskräften in Zukunftsbranchen zu decken.

Zur Methodik der Studie

Die von FutureManagementGroup durchgeführte Studie „Zukunftsbranchen 2025-2040“ im Auftrag von Spectaris basiert auf einer Bewertung technologischer und wirtschaftlicher Trends. Fünf zentrale Transformationsszenarien, die bis 2040 für einen Großteil der produzierenden Industrie relevant sind, standen im Mittelpunkt der Untersuchung:

  • Steigerung von Computerleistung und Datenmengen
  • Produktivitätsgewinne durch Künstliche Intelligenz
  • Arbeit wird zum Hobby (Automatisierung durch Robotik)
  • Steigende Lebenserwartung
  • Nachhaltigeres Wirtschaften

Vor dem Hintergrund dieser Trendszenarien wurden drei Fragestellungen detailliert analysiert und auf einer Punkteskala eingeordnet: Wie groß ist die Betroffenheit der jeweiligen Branchen durch die Trendszenarien insbesondere im Hinblick auf den Anteil der betroffenen Unternehmen? (als Multiplikator). Wie groß ist das Chancenpotenzial mit Blick auf Effizienzsteigerung und Marktwachstum – also das erwartbare zusätzliche Wertschöpfungspotenzial der Branche durch technologische und wirtschaftliche Entwicklungen? Wie groß ist das Disruptionspotenzial mit Blick auf heutige Schlüsseltechnologien und Fähigkeiten deutscher Unternehmen – also das bedrohte Wertschöpfungspotential der deutschen Branche?

Daraus wurde die Gesamtpunktzahl im Ranking errechnet. Branchen, die sowohl starke Wachstumschancen als auch vergleichsweise geringe Disruptionsrisiken aufweisen, schnitten besonders gut ab. Eine hohe Betroffenheit von Disruptionen bedeutet jedoch nicht zwangsläufig ein geringes Wachstum – vielmehr kann starker Veränderungsdruck Chancen erst sicht-bar machen und Innovationsprozesse beschleunigen.

Spectaris ist der Deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik mit Sitz in Berlin. Der Verband vertritt rund 400 überwiegend exportorientierte und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Die Branchen Consumer Optics (Augenoptik, Fernoptik, Fototechnik), Photonik, Medizintechnik sowie Analysen-, Bio- und Labortechnik erzielten im Jahr 2023 einen Gesamtumsatz von über 90 Milliarden Euro und beschäftigten rund 353.000 Menschen.

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