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Arbeitszeitmodelle 4-Tage-Woche: Fast jedes zweite Unternehmen will diese 2024 einführen

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 3 min Lesedauer

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Laut einer Umfrage von Fiverr planen 44 Prozent der befragten Unternehmen die Einführung der 4-Tage Woche in diesem Jahr. Anlass für die im November 2023 durchgeführte Umfrage ist der Wunsch der Arbeitnehmer nach flexiblen Arbeitszeitmodellen und die Diskussion über die 4-Tage-Woche.

(Quelle:  Fiverr)
(Quelle: Fiverr)

44 Prozent der befragten Führungskräfte plant die Einführung der 4-Tage-Woche im Jahr 2024. Dabei wollen 65 Prozent von ihnen das sogenannte 100-80-100-Modell einführen. Hierbei arbeiten die Mitarbeiter 32 Stunden, verteilt auf vier Tage und erhalten ihr volles Gehalt. In diesem Zusammenhang schließen fast genauso viele der Befragten (64 Prozent), die die 4-Tage-Woche einführen wollen, das Unternehmen für einen Tag in der Woche komplett. Bei etwas mehr als einem Drittel der befragten Unternehmen (36 Prozent), werden die Mitarbeiter in Zeitschichten arbeiten, sodass das Unternehmen an fünf Tagen geöffnet bleibt.

Mit 4-Tage-Woche dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Die Gründe für die Implementierung des neuen Arbeitszeitmodells sind unterschiedlich. 40 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das Unternehmen so attraktiver für potenzielle Mitarbeiter der Generation Z oder Millennials ist. Hinsichtlich des Fachkräftemangels ist ein Fokus auf die sich verändernden Bedürfnisse der jüngeren Generationen für viele Unternehmen besonders wichtig. 38 Prozent beschlossen eine 4-Tage-Woche auf der Grundlage der Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung, und in knapp einem Drittel (32 Prozent) der befragten Unternehmen waren es die Führungskräfte/ C-Level, die diese Entscheidung trafen.

62 Prozent der befragten Führungskräfte erwarten, dass die Einführung der 4-Tage-Woche zu einer Produktivitätssteigerung führt. Bei den jüngeren Befragten (25- bis 34-Jährige) sind sogar drei Viertel (75 Prozent) dieser Meinung. Eine Produktivitätssteigerung wird laut Umfrage durch motiviertere Mitarbeiter (34 Prozent), die Implementierung von KI in verschiedene Prozesse (33 Prozent) sowie die entsprechende Optimierung von Prozessen und Arbeitsabläufen (31 Prozent) erwartet.

Florian Müller, Country Manager DACH bei Fiverr, kommentiert die Ergebnisse: „Unternehmen haben erkannt, dass sich die Produktivität ihrer Mitarbeiter nicht an der Arbeitszeit oder den geleisteten Stunden festmachen lässt. So steht der Output der geleisteten Arbeit immer mehr im Fokus. Flexible Arbeitgeber sind attraktiv. Gerade im Hinblick auf die GenZ, die den Arbeitsmarkt betritt, wird sich dies auszahlen. Und auch im Kampf um Talente können Unternehmen mit Freiräumen für ihre Mitarbeiter punkten. Und die Bindung der bestehenden Belegschaft fördern.“

Positive Effekte der 4-Tage-Woche nutzen

So sehen nahezu alle Befragten (98 Prozent) generell positive Effekte beim Konzept der 4-Tage-Woche. Die Top 3 der erwarteten positiven Auswirkungen sind:

  • eine höhere Attraktivität für potenzielle Arbeitnehmer beim Recruitment (36 Prozent)

  • eine gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit durch bessere Work-Life-Balance etc. (36 Prozent)

  • eine höhere Loyalität der Mitarbeiter gegenüber dem Unternehmen (35 Prozent).

Doch trotz aller positiven Effekte und Auswirkungen sind sich die Befragten bewusst, dass die Einführung der 4-Tage-Woche auch Herausforderungen mit sich bringen kann. 34 Prozent der Befragten fürchtet, dass eine Verringerung der Arbeitszeit bei gleichbleibenden Aufgaben zu mehr Stress bei den Mitarbeitenden führen kann. Ebenfalls ein Drittel sieht einen größeren Koordinierungsbedarf als Herausforderung. Denn je flexibler die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit gestalten können, desto größer ist der Abstimmungsbedarf im Team. Eine mangelnde Anpassung der bestehenden Prozesse und Arbeitsabläufe sehen 26 Prozent kritisch.

Prognosen für das Jahr 2024

Neben dem Konzept der 4-Tag-Woche hat Fiverr auch untersucht, was Unternehmen für das Jahr 2024 prognostizieren. Die Studie zeigt: Deutsche Unternehmer blicken insgesamt optimistisch auf das neue Jahr. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Befragten erwarten Wachstum im nächsten Jahr, 60 Prozent von ihnen sogar zwischen sechs und zehn Prozent. Als Hauptgrund wird der Einsatz von neuen Technologien genannt (43 Prozent). Lediglich 17 Prozent der Befragten erwartet rückläufige Geschäfte, 48 Prozent von ihnen befürchten einen Rückgang zwischen sechs und zehn Prozent. Als größte Herausforderungen werden eine potenzielle Rezession (34 Prozent), die hohe Inflation (32 Prozent), die Bindung von Mitarbeiter ans Unternehmen sowie (32 Prozent) sowie der Fachkräftemangel (29 Prozent) genannt.

Zur Methodik der Umfrage

Im Auftrag von Fiverr hat das Marktforschungsunternehmen Censuswide eine Befragung von 1.000 Führungskräften über 18 Jahren im Zeitraum vom 17. bis 27. November 2023 in Deutschland durchgeführt. Die Teilnehmer sind diversen Altersgruppen zugehörig und in unterschiedlichen Branchen tätig. Fiverr bietet eine Plattform für digitale Services, die Freelancern vielfältige Möglichkeiten bieten. Mit der Talent-Cloud können Unternehmen Personalstrukturen ihren Bedürfnissen entsprechend flexibel, anpassungsfähig und agil gestalten. Die Plattform umfasst Dienstleistungen in mehr als 600 Kategorien. Diese reichen von KI, Programmierung, 3D-Design über digitales Marketing und Content-Erstellung bis zu Videoanimation und Architektur. (sg)

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