Wie digital sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland aufgestellt und wo besteht das größte Optimierungspotenzial? Dr. Chathurangi Wickramasinghe, Vice President Festnetz & IT KMU und Dr. Torsten Brodt, Senior Vice President KMU von der Telekom über Ausfallsicherheit und Konnektivität.
(Bild: freepik)
Frau Wickramasinghe, Herr Brodt, laut Digitalverband Bitkom nutzen bereits 89 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud-Anwendungen. Ist der deutsche Mittelstand digitaler, als viele denken?
Chathurangi Wickramasinghe: Definitiv. Die Bitkom-Statistik deckt sich auch mit meinen Beobachtungen und zeigt, dass viele Unternehmen in Sachen digitaler Technologien nicht bei null anfangen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie offen und pragmatisch viele Mittelständler mit Blick auf neue digitale Lösungen agieren. Vor allem in den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland viel getan, etwa beim kontaktlosen Bezahlen oder bei Online-Services. Laut einer Erhebung des statistischen Bundesamtes nutzt auch bereits jedes sechste Unternehmen mit 50 bis 249 Unternehmen KI-Anwendungen.
Torsten Brodt: Der Mittelstand wird oft unterschätzt, dabei macht er 99 Prozent der deutschen Wirtschaft aus und deckt eine enorme Bandbreite ab. Jedes Unternehmen hat individuelle digitale Herausforderungen und Bedürfnisse. Cloud-Lösungen spielen dabei ganz selbstverständlich eine Rolle, es hapert eher noch an den Basics, wie der passenden Internet- und Mobilfunkanbindung.
Cloud-Lösungen sind weit verbreitet. Der Digitalisierungsindex 2023 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist jedoch im Vergleich zu 2022 gesunken. Wie passen diese widersprüchlichen Entwicklungen zusammen?
Brodt: Der Kontrast zeigt, dass wir in der breiten Akzeptanz von neuen Technologien zwar Fortschritte machen. Viele Unternehmen müssen die Lösungen noch viel stärker in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine stabile und ausfallsichere Netzversorgung. Ohne verlässliche Anbindung können Unternehmen sich kaum entwickeln und das Geschäft kann unter Einbußen leiden. Als Telekommunikationsdienstleister sehen wir uns daher zunächst in der Verantwortung, die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen, etwa was den Ausbau von Glasfaser, 5G und smarten Services angeht.
Ausfallsicherheit ist das A und O
Welche konkreten Herausforderungen sehen Sie bei Ihren Kunden in der Praxis?
Wickramasinghe: Es geht gar nicht darum, dass Mittelständler keine oder zu wenig digitale Lösungen nutzen. Die viel größere Herausforderung im Alltag ist, dass die Lösungen, die bereits im Einsatz sind, verlässlich angebunden sind. Das betrifft eine Vielzahl an Branchen. In der Gastronomie und im Handel ist kontaktloses Bezahlen selbst in kleinen Lokalen und Geschäften längst Standard. Ihre Kassensoftware und Warenwirtschaft betreiben viele Händler bereits in der Cloud. Arztpraxen und Apotheken nutzen Kartenlesegeräte, die grundlegend sind für die Patientenversorgung und Medikamentenausgabe. Was passiert, wenn jetzt das Internet im Restaurant, im Kiosk oder in der Apotheke ausfällt, weil bei Bauarbeiten das Kabel getroffen wird? Dann geht erstmal gar nichts mehr. Im schlimmsten Fall ist der Laden längere Zeit dicht, bis das Kabel wieder repariert ist. Das würde enorme Einbußen bedeuten und Punkte bei der Kundenzufriedenheit kosten.
Welche technologische Lösung gibt es für mehr Ausfallsicherheit und Konnektivität?
Wickramasinghe: Wir übernehmen die Verantwortung für den Businesserfolg unserer Kunden und müssen Unternehmen eine Connectivity liefern, die mit maximaler Ausfallsicherheit deren digitale Prozesse absichert. Das erreichen wir als Telekom mit einem innovativen Ansatz, der auf ein 5G-Mobilfunkmodul zusätzlich zum Router mit dem eigebauten proaktiven Entstörungsservice setzt: Fällt die Kabelverbindung aus, springt das 5G-Modul ein und hält alle digitalen Anwendungen am Laufen. Im Hintergrund wird die Störung automatisch an den Service der Telekom gemeldet. Dieser behebt das Problem, ohne dass der Kunde aktiv werden muss. Die verschiedenen Komponenten der Lösung sind perfekt aufeinander abgestimmt und ergeben eine automatisierte Internetanbindung, die vor allem für kleine Mittelständler ohne IT-Fachkräfte eine echte Entlastung sind. Dieses NonStopNetz-Angebot haben wir nun in Form von neuen Business DSL- und Glasfasertarifen ins Programm aufgenommen.
Brodt: Für viele unserer Geschäftskunden ist unser Non-Stop-Netz eine echte Option. Zum Beispiel für das Café Sono in der Kölner Innenstadt. Das Lokal bezieht sein Kassensystem aus der Cloud, bietet darüber auch kontaktlose Bezahlmöglichkeiten an und stellt seiner Kundschaft ein Gäste-WLAN zur Verfügung. Wir liefern die ausfallsichere Internetanbindung, damit unser Kunde auch im Notfall einfach weiterarbeiten kann
Mehr Konnektivität durch 5G
Ist die 5G-Überbrückung denn inzwischen flächendeckend in Deutschland einsatzbereit?
Stand: 16.12.2025
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Wickramasinghe: Aktuell erreichen wir in Deutschland mit unserem 5G-Netz über 80 Millionen Menschen – das entspricht 96 Prozent der Bevölkerung. Bis Ende 2025 wollen wir 99 Prozent erreichen. Insbesondere in städtischen Gebieten ist die 5G-Versorgung damit weit fortgeschritten und für Unternehmen nutzbar. Wenn Geschäftskunden unsicher sind, ob 5G für sie verfügbar ist, ist es sinnvoll, sich zum Beispiel bei unseren Ansprechpartnern vor Ort zu erkundigen.
Dr. Chathurangi Wickramasinghe fungiert bei der Telekom Deutschland GmbH als Vice President Festnetz & IT KMU. In ihrer Position möchte die IT- und Datensicherheits-Expertin aktiv das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technologie gestalten, um die Digitalisierung voranzutreiben.
Bildquelle: Telekom Deutschland GmbH
Gerade kleinere Mittelständler könnten aber vor der Investition in einen neuen Tarif zurückschrecken. Wie überzeugen Sie skeptische Kunden, neuen Lösungen eine Chance zu geben?
Brodt: Das Zauberwort lautet: Nähe. Wir haben speziell für Kleinstbetriebe fachkundige Ansprechpartner, die für die Unternehmer da sind und passende Lösungen bereitstellen. Egal ob vor Ort im nächsten Shop oder an der Hotline – es ist wichtig, dass die Kunden schnell mit einem persönlichen Ansprechpartner sprechen können, wenn sie nach einer Lösung suchen. Diese Wertschätzung schafft Vertrauen und erhöht die Bereitschaft, neuen Technologien eine Chance zu geben.
Wickramasinghe: Dazu kommt, dass die Bedeutung ausfallsicherer Konnektivität in den kommenden Jahren noch weiter steigen wird. Cloud-Anwendungen sind bereits weit verbreitet. Auch KI-Tools sind im Trend. Die Technologien bieten enorme Chancen. Je mehr digitale Dienste zum Einsatz kommen, desto mehr müssen Unternehmen sich aber auch Gedanken um die Absicherung ihrer digitalen Anbindung machen.
Dr. Torsten Brodt Senior Vice President SME Business bei der Telekom Deutschland GmbH. Seit 2023 agiert der passionierte Fachmann für kundenzentriertes Marketing als Leiter des KMU-Geschäftskundenbereichs bei der Telekom.
Bildquelle: Telekom Deutschland GmbH
Was stimmt sie optimistisch, dass der Mittelstand dieses Defizit angeht?
Brodt: Viele Unternehmen sind total offen für effiziente und stabile Technologien. Oft fehlt es schlicht und einfach an einem Digitalisierungspartner auf Augenhöhe, der die Probleme im Mittelstand erkennt und so behandelt, als ginge es um sein eigenes Unternehmen.
Mit dieser Einstellung können wir in Zukunft viel bewegen und kleine und große Betriebe voranbringen.
So hält der Mittelstand den Anschluss
Ein kleines Café in der Innenstadt. Die Chefin und eine Handvoll Angestellte kümmern sich um den regen Betrieb. Die Ausstattung ist modern: kontaktloses Bezahlen oder die Speisekarte per QR-Code sind hier Standard. Gerne kommen Studierende in den Laden, um bei Kaffee und Snack für ihre Seminararbeit zu recherchieren. Andere Gäste nutzen das Kunden-WLAN, um mobil aus dem Café zu arbeiten. Doch dann der Super-GAU: Bei Bauarbeiten in der Straße wird die Festnetzleitung getroffen. Das Internet im Lokal fällt aus. Die Bezahlsysteme funktionieren nicht mehr und auch das Kunden-WLAN wird unterbrochen. Weil auch die Telefonleitung tot ist, muss die Chefin über ihr Mobiltelefon beim Provider anrufen und hängt in der Warteschleife. Währenddessen verlassen die Kundinnen und Kunden genervt das Geschäft. Ob sie nochmal wiederkommen?
Das fiktive Beispiel zeigt: Nicht nur Großunternehmen benötigen eine gute Internetanbindung. Ob Café, Friseur oder Blumenladen: Praktisch jedes noch so kleine Unternehmen in Deutschland nutzt in irgendeiner Weise Internet-basierte Dienste und Cloud-Anwendungen oder bietet der Kundschaft digitale Services an. Fällt das Internet aus, besteht ein großes Risiko, dass das Unternehmen zeitweise schließen und Einbußen hinnehmen muss. Für Betriebe mit nur einem Standort ist das besonders kritisch. Auch in anderen Bereichen wie dem Gesundheitswesen ist ein zuverlässiges Netzwerk relevant. Dort baut man mit E-Rezept und digitaler Patientenakte immer mehr auf eine digitale Infrastruktur.
NonStopNetz: Ausfallsicherheit ohne Störungen
Die Lösung lautet: ein Internetanschluss mit ausfallsicherer Konnektivität.
Um dies zu gewährleisten, bietet die Telekom ihren Geschäftskunden ab sofort neue Internettarife an, deren Anbindung mit einem zusätzlichen Mobilfunkmodul abgesichert ist. Die speziellen DSL- und Glasfaser-Anschlüsse beinhalten ein Paket aus Internetanschluss, 5G-Mobilfunkmodul sowie einem kostenlos inkludierten Installations- und Entstörservice. Fällt der Festnetzanschluss aus, springt das 5G-Mobilfunk-Modul ein und stellt eine Verbindung über das Mobilfunknetz her. Das Ergebnis: NonStopNetz-Power der Telekom auch in Notfällen. Automatisch stößt das System über den Router die Fehlersuche an und leitet proaktiv die Entstörung ein. So wird der Service der Telekom aktiv, ohne dass der Kunde oder die Kundin sich melden muss. Für die Café-Betreiberin bedeutet eine solche Lösung: Sie kann sich auch bei einem Ausfall voll auf ihr Tagesgeschäft konzentrieren – und merkt wahrscheinlich gar nicht, dass eine Störung beim Festnetz vorlag.
Große Chance für den kleinen Mittelstand
Das neue Konnektivitätsangebot ist vor allem für Kleinstbetriebe und kleine Mittelständler mit weniger als zehn Mitarbeitenden eine große Chance. Denn gerade Kleinstunternehmen tun sich oftmals schwer mit der Einführung technischer Innovationen, da sie in der Regel kein IT-Fachpersonal haben. Der Digitalisierungsbericht Mittelstand 2023 der Kreditanstalt KfW zeigt: Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten machen zwar 89 Prozent des deutschen Mittelstands ausmachen, auf sie entfielen jedoch nur 36 Prozent der Digitalisierungsausgaben. Mit den ausfallsicheren Internettarifen der Telekom können Mittelständler nun einen wichtigen Schritt in die digitale Zukunft machen.