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Kommunikationsinfrastruktur Digitale Souveränität: So verringern KMU das Risiko von Datenverlust

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Laut BSI erfolgen auf Videokonferenzen fast 500.000 Cyberangriffe pro Jahr – was die zentrale Kommunikationsinfrastruktur vieler Mittelständler darstellt. Mit der Nutzung globaler Cloud-Dienste riskieren KMU den Verlust von Daten. Unternehmen sollten daher ihre digitale Souveränität zurückgewinnen.

(Bild:  © Rido/stock.adobe.com)
(Bild: © Rido/stock.adobe.com)

In Deutschland werden laut dem aktuellen BSI-Lagebericht zur IT-Sicherheit täglich rund 33.000 Cyberangriffe registriert. „Mitten im Angriffsfeld steht der Mittelstand“, warnt Dr. Sven Damberger, Geschäftsführer des UCC-Dienstleisters MVC Mobile VideoCommunication GmbH (MVC Videra) und Experte für die Arbeitswelt von morgen. „Viele Firmen vertrauen ihre Daten globalen Cloud-Diensten an und riskieren damit, dass sie jederzeit verloren gehen können oder in die Hände von Hackern geraten.“ Um ihre Zukunftsfähigkeit nicht aufs Spiel zu setzen, sollten mittelständische Unternehmen ihre digitale Souveränität selbst übernehmen.

„Zu den größten Einfallstoren für Cyberangriffe zählt die Kommunikationsinfrastruktur“, betont Damberger. Videokonferenzen, Chats und Filesharing – unter dem Begriff Unified Communication and Collaboration zusammengefasst – sind seit der Pandemie Kernstück moderner Zusammenarbeit. Doch mit der steigenden Nutzung wächst die Angriffsfläche. 39 Prozent der Unternehmen meldeten in den letzten drei Monaten Angriffe auf Videokonferenzplattformen. Allein in Deutschland finden laut BSI jährlich bis zu 500.000 Attacken auf Videokonferenzen statt, darunter immer mehr Deep-Fake-Angriffe mit gefälschten KI-Stimmen oder -Videos.

Digitale Souveränität: Abhängigkeit von Hyperscalern verringern

„Gerade der Mittelstand gerät vor diesem Hintergrund in eine gefährliche Schieflage“, sagt Damberger. Viele kleine und mittelständische Unternehmen seien in der Kommunikation und Zusammenarbeit aus Kostengründen und wegen fehlendem Know-how auf globale Cloud-Dienste angewiesen. Doch was vielen von ihnen nicht bewusst sei: Es gibt keinerlei Garantie, dass ihre Daten dort vor einer Übermittlung in die USA sicher sind.

Grund ist die Rechtslage. Während US-Gesetze wie der Cloud Act weltweiten Zugriff auf Daten erlauben, verbietet die deutsche DSGVO genau das. Ein normativer Konflikt, der europäische Unternehmen mitten ins Risiko stellt: FISA 702, Executive Orders oder National Security Orders zwingen US-Provider dazu, Daten herauszugeben – selbst dann, wenn diese in europäischen Rechenzentren liegen.

Abfluss sensibler Daten verhindern

Dr. Sven Damberger ist Geschäftsführer der MVC Mobile VideoCommunication GmbH.(Bild:  MVC Mobile VideoCommunication GmbH)
Dr. Sven Damberger ist Geschäftsführer der MVC Mobile VideoCommunication GmbH.
(Bild: MVC Mobile VideoCommunication GmbH)

„Für die betroffenen Unternehmen bleibt der Zusammenhang oft unsichtbar, bis der Ernstfall eintritt und Daten an Hacker verloren gehen“, so Damberger.. Die Folgen können vom Abrufen sensibler Daten über Geldverluste bis hin zum dauerhaften Lahmlegen des Betriebs und Reputationsschäden bei Kunden und Investoren reichen.
„Wegsehen ist angesichts dieser Bedrohungslage für den Mittelstand keine Option. KMU müssen sich endlich eingestehen, dass sich Compliance nicht outsourcen lässt“, erklärt der Experte. Stattdessen sollten sie ihre digitale Souveränität besser in die eigenen Hände nehmen. Das bedeutet konkret: die Kontrolle über die Speicherung, den Zugriff und die Verschlüsselung unternehmenseigener Daten zurückerlangen, sich vor extraterritorialen Gesetzen schützen und die Rechtskonformität nach der DSGVO und europäischen Richtlinie NIS2 sicherstellen. So machen sich Betriebe strategisch unabhängig und erhöhen ihre Resilienz gegen Angriffe.

Wegsehen ist angesichts der Bedrohungslage für den Mittelstand keine Option. KMU müssen sich endlich eingestehen, dass sich Compliance nicht outsourcen lässt.

Dr. Sven Damberger, MVC Videra

Digitale Souveränität: Praktikable Lösungen für KMU

Die gute Nachricht ist: Es gibt Alternativen zu den großen Hyperscalern, die diese Voraussetzungen erfüllen. Einige international tätige UCC-Dienstleister wie MVC Videra bieten mittlerweile sichere und souveräne Chat-, Call- und Meeting-Plattformen an, die vollständig in Europa gehostet werden, ohne unerwünschte Zugriffe durch das US-Recht, darunter auch Lösungen für Behörden oder kritische Infrastrukturen.

Solche Souvereign Colloboration Platforms sollten für KMU, die die digitale Souveränität umsetzen wollen, die Grundlage sein, empfiehlt Damberger. Zusätzlich sei eine Private Cloud-Lösung zu empfehlen, die EU-Daten- und Schlüsselkontrolle gewährleistet. Bewährt habe sich hier unter anderem der Cisco Unified Communication Manager, wenn er über europäische Rechenzentren läuft. Sind die Sicherheitsanforderungen besonders hoch, etwa in den Bereichen Health Care oder Defense, sollten Unternehmen zusätzlich eine europäische, DSGVO-konforme Videoplattform nutzen. Lösungen wie Pexip Secure Video arbeiten nahtlos mit gängigen Kollaborationstools zusammen, ohne dass Daten an die US übermittelt werden.

Strategische Unabhängigkeit gewinnen

Mit diesen Komponenten unternehmen KMU die ersten, unerlässlichen Schritte in Hinblick auf ihre digitale Souveränität. Konsequent ist, wer zusätzlich Sicherheitsfeatures wie End-to-End-Verschlüsselung implementiert – ebenso wie EU-Key-Management und DSGVO-konforme Managed Services. Damit hat die IT-Abteilung alle Hände voll zu tun, aber der Aufwand ist es wert, bekräftigt der Kommunikationsexperte: „Unternehmen gewinnen nicht nur ihre Datenhoheit und Kontrolle über Compliance-Risiken zurück. Sie sichern sich auch nachhaltig gegen Cyberangriffe ab und schützen vor allem eines: ihre strategische Unabhängigkeit und Zukunftsfähigkeit.“

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In dem kostenfreien Webinar "Digitale Souveränität in Europa: Sichere Kommunikation ohne US Datenzugriff" erklärten Experten von MVC Videra am 4. Dezember  2025, wie KMU Cloud Act, Schrems II und aktuelle Zugriffsdebatten rechtssicher einordnen und Ihre Zusammenarbeit souverän aufstellen.

MVC Videra übernimmt Vistafon Gruppe

Die MVC Mobile Videokommunikation GmbH (Marke MVC Videra) hat mit Wirkung zum 1. November 2025 das operative Geschäft der Vistafon Gruppe (Vistafon GmbH und Vistafon Consulting GmbH) übernommen. Mit der Integration der Vistafon-Gruppe kann MVC Videra seine Position am europäischen Markt weiter stärken und neue Potenziale erschließen. MVC Videra führt die von Vistafon bekannten Leistungen und Lösungen ohne Unterbrechung fort – damit Kunden ihre laufenden Projekte und Services wie gewohnt weiter betreuen lassen können.

Mit der Integration der Vistafon Gruppe erweitert MVC Videra seine Kompetenz in den Bereichen Vertrieb, Projektsteuerung und Medientechnik um weitere Expertise. „Das Team von Vistafon hat in den vergangenen Jahren zahlreiche anspruchsvolle Projekte erfolgreich umgesetzt. Diese vielfältigen Erfahrungen und Stärken ergänzen unsere bestehenden Strukturen und schaffen neue Synergien für unsere Kunden. Qualifizierte Fachkräfte und standort- und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit sind unser größter Wert”, erklärt Geschäftsführer Dr. Sven Damberger. Die Akquisition eröffne laut MVC Videra neue Möglichkeiten zur gemeinsamen Weiterentwicklung des eigenen Angebots und stelle einen bedeutenden strategischen Schritt nach der Fusion von MVC Mobile VideoCommunication und Elisa Videra im Jahr 2023 dar.