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Neue Angriffsmethoden Cyberangriffe: Cyberkriminelle nehmen Banken mit KI ins Visier

Von Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Laut einer neuen Studie von TrendAI berichten neun von zehn Finanzinstituten von einem Anstieg KI-gestützter Cyberangriffe durch cyberkriminelle Organisationen. Angreifer stehlen heute nicht mehr nur Daten, sondern nutzen KI, um Geschwindigkeit und Raffinesse ihrer Angriffe zu erhöhen.

(Bild:  © GreenOptix/stock.adobe.com)
(Bild: © GreenOptix/stock.adobe.com)

Die neue Studie „The Modern Bank Heist“ von TrendAI zeigt: Finanzinstitute sehen sich einer beispiellosen Welle KI-gestützter Cyberangriffe gegenüber, da Cyberkriminelle Betrugs-, Ransomware- und Intrusion-Kampagnen zunehmend automatisieren. Diese Ergebnisse bestätigen die Warnung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor rund zwei Wochen. Darin forderte die EZB die Banken auf, ihre Cyberabwehr den neuen Bedrohungen anzupassen, um wirksam auf Sicherheitsvorfälle reagieren zu können. Der Bericht zeigt, dass Angreifer heute nicht mehr nur Daten stehlen. Stattdessen stören sie aktiv die Abwehr während laufender Angriffe und nutzen KI, um Geschwindigkeit, Umfang und Raffinesse ihrer Angriffe zu erhöhen.

Starker Anstieg KI-gestützter Cyberangriffe

Hier die wichtigsten Erkenntnisse der neuen Studie im Überblick:

  • 89 Prozent der Finanzinstitute berichteten von einem Anstieg KI-gestützter Angriffe innerhalb der vergangenen zwölf Monate.
  • 67 Prozent waren mit sogenannter „Counter Incident Response“ konfrontiert, bei denen Angreifer gezielt versuchen, die Arbeit von IT-Sicherheitsteams während laufender Abwehrmaßnahmen und Ermittlungen zu stören oder zu behindern.
  • 41 Prozent waren im vergangenen Jahr von Cyberangriffen mit rein destruktiver Wirkung betroffen.
  • 55 Prozent berichteten von einem Anstieg der Angriffe über Programmierschnittstellen (APIs).
  • 46 Prozent meldeten Versuchen, nicht-öffentliche Marktinformationen oder Anlagestrategien zu stehlen.
  • 54 Prozent der CIOs kann trotz der verschärften Bedrohungslage nicht auf ein höheres Cybersecurity-Budget zurückgreifen.

Tom Kellermann, Vice President of AI Security and Threat Research bei TrendAI, erläutert: „Die besorgniserregendste Erkenntnis ist nicht allein der Anstieg KI-gestützter Angriffe. Vielmehr ist es die Tatsache, dass Cyberkriminelle die Sicherheitsteams aktiv bei der Abwehr behindern, noch während sich die Vorfälle ereignen. Wenn diese sowohl den Angriff selbst ausführen als auch die Reaktion stören können, gelten die traditionellen Regeln der Cyberabwehr nicht mehr. Unternehmen benötigen autonome Sicherheitsfunktionen, die genauso schnell reagieren können.“

Von KI-Agenten bis RATs: Die Evolution der Cyberangriffe

 Der Bericht hebt außerdem hervor, wie Cyberkriminelle zunehmend agentenbasierte KI einsetzen, um Phishing, Betrug und Exploits in Echtzeit zu automatisieren. Anstatt sich auf menschliche Akteure zu verlassen, setzen Angreifer zunehmend spezialisierte KI-Agenten ein, die in der Lage sind, mehrere Phasen eines Angriffs gleichzeitig durchzuführen.

Übergang von reaktiver Cybersecurity zu proaktiver Abwehr

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Finanzunternehmen von reaktiver Cybersecurity zu proaktiver Angriffsabwehr übergehen müssen. Dies gelingt durch die Kombination von KI-gestützter Erkennung, Bedrohungsanalyse, virtuellem Patching, Managed Detection and Response (MDR) und der Verankerung von IT-Security auf Führungsebene.

Die Einschätzung der EZB bestätigt dies. Laut der Vorsitzenden der EZB-Bankenaufsicht, Claudia Buch, setzten Cyberresilienz und IT-Resilienz angemessene Ressourcen voraus. Finanzinstitute in Europa hätten ihre Kapazitäten in den vergangenen Jahren bereits ausgebaut, allerdings nimmt Buch sie weiterhin in die Pflicht: Bis Ende Oktober 2026 müssten Finanzunternehmen detaillierte Aktionspläne gegen Bedrohungen durch fortschrittliche KI-Modelle vorlegen.

Maßnahmen gegen Cyberangriffe:

1. Einführung einer Intrusion-Prevention-Strategie, die virtuelles Patching, proaktive Bedrohungsanalyse sowie Managed Detection und Response verbindet.
2. Aufbau KI-gestützter Security Operations, die in Echtzeit reagieren können.
3. Schutz vor Prompt-Injection, Deepfake-basiertem Betrug und Business E-Mail Compromise (BEC) verstärken.
4. CISOs sollten als unabhängige Führungskräfte mit direkter Verantwortung für die Cyberresilienz des Unternehmens zuständig sein.

Tom Kellermann ist Vice President of AI Security and Threat Research bei TrendAI.(Bild:  TrendAI)
Tom Kellermann ist Vice President of AI Security and Threat Research bei TrendAI.
(Bild: TrendAI)

Tom Kellermann, Vice President of AI Security and Threat Research bei TrendAI, kommentiert: „Vertrauen war im Bankwesen schon immer die wichtigste Geschäftsgrundlage. Heute wird dieses Vertrauen von cyberkriminellen Kartellen permanent angegriffen. Sie nutzen KI, um ihre Angriffe schneller auszuweiten, als viele Unternehmen sich verteidigen können. Security-Verantwortliche müssen in der Lage sein, eigenständig zu handeln, denn der Schutz von Finanzinstituten erfordert heute kontinuierliche, erkenntnisbasierte Maßnahmen anstelle punktueller Reaktionen.“

Vertrauen war im Bankwesen schon immer die wichtigste Geschäftsgrundlage. Heute wird dieses Vertrauen von cyberkriminellen Kartellen permanent angegriffen.

Tom Kellermann, TrendAI

Zur Methodik der Studie: Für die Studie „The Modern Bank Heist“ befragte TrendAI im Juni 2026 48 CISOs in Finanzinstituten weltweit, um besser zu verstehen, wie KI, organisierte Cyberkriminalität und sich entwickelnde Angriffstechniken die Bedrohungslandschaft für den Finanzsektor verändern. TrendAI ist Anbieter von KI-Sicherheit und der Enterprise-Geschäftsbereich von Trend Micro.

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