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KI und Arbeitswelt Zukunft der Arbeit: Auf diese Entwicklungen müssen sich CIOs einstellen

Von Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Da KI das Tempo und den Umfang der Arbeit weiter verändert, müssen sich CIOs auf vier Veränderungen einstellen, die die Zukunft der Arbeit prägen werden. Bis 2029 müssen Unternehmen laut Gartner 30 Prozent der Mitarbeiter, die wegen KI-Einsatz entlassen wurden, wieder einstellen.

(Bild:  © 2rogan/stock.adobe.com)
(Bild: © 2rogan/stock.adobe.com)

Nach Einschätzung der Analysten von Gartner müssen sich CIOs auf vier Veränderungen einstellen, die die Zukunft der Arbeit prägen werden. „Wenn Führungskräfte aus Wirtschaft und IT auf die Anfänge des KI-Zeitalters zurückblicken, werden sie erkennen, dass ihr größter Fehler darin bestand, die Automatisierung der Arbeit für das eigentliche Ziel zu halten. Die wirkliche Chance lag hingegen in der Erweiterung der menschlichen Arbeitskraft“, sagt Tori Paulman, VP Analyst bei Gartner.

„Einen Wettbewerbsvorteil werden jene CIOs und Führungskräfte aus der Wirtschaft erzielen, die eine von KI geprägte Organisation aufbauen. In einer solchen Organisation lässt sich der Wert der KI vervielfachen, indem Rollen neu gestaltet und traditionelle Grenzen in Arbeitsabläufen überwunden werden. Dadurch können Unternehmen ihre Geschwindigkeit erhöhen und Reibungsverluste verringern“, so Tori Paulman weiter.

Zukunft der Arbeit: Wettbewerb um Arbeitskräfte nimmt zu

Auch wenn Maßnahmen zum Personalabbau kurzfristig Kosten senken können, schwächen sie langfristig die Talentpools und führen dazu, dass wertvolles Wissen im Unternehmen verloren geht. Da die Zahl der Arbeitskräfte weltweit stagniert oder zurückgeht, wird der Wettbewerb um die von Unternehmen benötigten Talente zunehmen. Und das wird letztlich auch die Kosten für Rekrutierung, Schulung und Einarbeitung in die Höhe treiben. Gartner prognostiziert, dass bis 2029 30 Prozent der Mitarbeiter, die entlassen wurden, weil ihre Arbeitsplätze durch KI ersetzt wurden, wieder eingestellt werden müssen, häufig zu deutlich höheren Kosten.

„Unternehmens- und IT-Führungskräfte, die KI in erster Linie als Instrument zur Kostensenkung einsetzen, laufen Gefahr, zu tiefgreifende und zu frühe Einschnitte vorzunehmen. Das beeinträchtigt ihre Fähigkeit, ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und in neuen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben, während KI weiter reift. Stattdessen sollten sie eine Strategie des Talent-Remix entwickeln, die KI nutzt, um Rollen neu zu gestalten und Beschäftigte von weniger produktiven Aufgaben auf neue Chancen umzulenken“, kommentiert Paulman.

Zukunft der Arbeit: KI zur Verstärkung von Expertise nutzen

Der Gartner Hype Cycle 2026 für die Zukunft der Arbeit zeigt wichtige Trends.(Bild:  Gartner)
Der Gartner Hype Cycle 2026 für die Zukunft der Arbeit zeigt wichtige Trends.
(Bild: Gartner)

Die wirksamsten Organisationen werden der Versuchung widerstehen, jede Aufgabe zu automatisieren und jede Entscheidung an KI zu delegieren. „Der Gartner Hype Cycle 2026 für die Zukunft der Arbeit zeigt, dass mit dem Eintritt früher KI-Investitionen in das Tal der Enttäuschung die Herausforderung für CIOs und Führungskräfte nicht länger technologischer Natur ist. Sie besteht vielmehr darin, KI zu nutzen, um menschliche Intelligenz, Expertise und Kreativität zu verstärken“, sagte Paulman.

Um sich in der sich wandelnden Arbeitswelt zwischen Mensch und KI erfolgreich zu orientieren, müssen CIOs und Unternehmensleitungen die Veränderungen verstehen, die bestimmen, wie Arbeit künftig erledigt wird und wo Organisationen Wert schaffen. Folgende vier Veränderungen werden die Zukunft der Arbeit prägen:

Veränderung 1: Verstärkte Zusammenarbeit von Mensch und KI

Da sich KI zunehmend vom Werkzeug zum „Arbeitsbegleiter“ entwickelt, müssen Organisationen neue Formen der Zusammenarbeit schaffen, die menschliche Fähigkeiten stärken und gleichzeitig klare Verantwortlichkeiten sichern. Die erfolgreichsten Unternehmen werden KI einsetzen, um Urteilsvermögen, Kreativität, Führung und Entscheidungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu fördern – statt sie zu ersetzen. Technologien, die diesen Wandel unterstützen können, sind unter anderem: Mitarbeiter‑Avatare, KI‑Arbeitsbegleiter, digitale Coaching‑Anwendungen, digitale Mitarbeiter‑Zwillinge und Emotions‑KI.

Veränderung 2: Mitarbeiter befähigen, sich an die KI anzupassen

Die Geschwindigkeit des technologischen Wandels legt zentrale Lücken bei Kompetenzen, Anpassungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft offen. Organisationen benötigen Mitarbeitende, die kontinuierlich lernen, interdisziplinär zusammenarbeiten und in zunehmend flexiblen Rollen erfolgreich agieren können.

Zukunftsfähige Organisationen investieren deshalb in KI‑Kompetenz, KI‑gestütztes Kompetenzmanagement, digitale Handlungssicherheit und Arbeitsstil‑Analysen in ihrer Belegschaft. Gleichzeitig stellen sie sicher, dass auch ihre Führungskräfte über fundierte KI‑Praxiskenntnisse verfügen.

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Veränderung 3: Stärkung von Kontext und Urteilsvermögen

Je stärker KI in Geschäftsprozesse eingebettet wird, desto größer ist das Risiko, dass Kontext, menschliches Urteilsvermögen und institutionelles Wissen verloren gehen. Zukunftsfähige Unternehmen entwickeln daher Systeme, die die Entscheidungsqualität erhöhen, menschliche Aufsicht sichern und gewährleisten, dass Mitarbeitende nicht nur verstehen, wie ein Prozess abläuft, sondern auch, warum er so gestaltet ist. Technologien, die CIOs dafür in Betracht ziehen können, umfassen konversationelle Benutzeroberflächen, Entscheidungsintelligenz‑Plattformen und generative Benutzeroberflächen.

Veränderung 4: Grundlage für Wertaufbau schaffen

Langfristiger Erfolg hängt davon ab, über die bloße Einführung alltäglicher KI‑Werkzeuge hinauszugehen und Voraussetzungen zu schaffen, unter denen jeder neue Anwendungsfall schneller, kostengünstiger und sicherer umgesetzt werden kann als der vorherige.

Zukunft der Arbeit: Investitionen in Weiterqualifizierung

Gartner prognostiziert, dass bis 2027 rund 75 Prozent der Organisationen, die Produktivitätsgewinne durch KI primär als Kosteneinsparung verbuchen, von Wettbewerbern überholt werden, die diese Gewinne konsequent in Innovation, Modernisierung und Weiterqualifizierung reinvestieren. Technologien, mit denen CIOs diesen Wandel unterstützen können, sind unter anderem KI‑gestützte Wearables, domänenspezifische GenAI‑Modelle, verkörperte KI und Vibe Coding.

Gartner ist Partner für C-Level-Führungskräfte und Technologieanbieter bei der Umsetzung von KI-Strategien zur Erreichung ihrer geschäftskritischen Prioritäten. Führungskräfte auf C-Level-Ebene nutzen Gartners proprietäres KI-Tool „AskGartner“, um zu bestimmen, wie sie KI in ihrem Unternehmen bestmöglich einsetzen können.

Das nächste Gartner IT Symposium/Xpo 2026 findet vom 9. bis 12. November 2026 in Barcelona statt. An vier Tagen werden im Kongresszentrum Barcelona mehr als 6.500 CIOs und IT-Führungskräfte zusammenkommen, um sich über die Technologien, Erkenntnisse und Trends auszutauschen, die die Zukunft von IT und Wirtschaft prägen. Dies soll Unternehmen dabei helfen, ihre Technologie- und KI-Strategien zu überprüfen und ihr Geschäft zu beschleunigen, um messbare Ergebnisse zu erzielen.