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Physische Absicherung Rechenzentren: Firewalls allein reichen nicht für Resilienz

Ein Gastbeitrag von Leon Weise 2 min Lesedauer

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Moderne Rechenzentren müssen mehr leisten, als leistungsfähige IT-Systeme sicher zu betreiben. Entscheidend ist die Umgebung, in der diese Systeme arbeiten – von der physischen Absicherung bis zur Ausfallsicherheit der Infrastruktur.

(Bild:  Nexspace data centers)
(Bild: Nexspace data centers)

Viele Unternehmen investieren in Firewalls und Verschlüsselung und lassen dabei nicht nur im übertragenen Sinne die Kellertür offen: der Serverraum ohne geregelten Zutritt, nur eine Stromleitung, kein Plan B für den Ausfall des Netzbetreibers. Rechenzentren können sich solche blinden Flecken nicht leisten. Die dringend benötigte Verfügbarkeit hat dabei – grob unterteilt – zwei Feinde, den Angreifer und den Ausfall. Wirksame Maßnahmen und resiliente Strategien können daher in der Praxis auch nur greifen, wenn verschiedene Ebenen in einer ganzheitlichen Betrachtung zusammenlaufen.

Physische Absicherung von Rechenzentren in drei Stufen

Wenig überraschend beginnt ein wirksamer physischer Schutz am Perimeter nicht erst an der Serverraumtür. Zäune, kontrollierter Werksverkehr und Videoüberwachung verhindern, dass Unbefugte überhaupt erst auf das Gelände gelangen. Im Inneren sollte ein abgestuftes Zonenkonzept zum Einsatz kommen, bei dem Biometrie oder RFID-gestützte Personenschleusen sicherstellen, dass sich nur autorisiertes Personal in vulnerablen Bereich aufhält und jeder Ein- und Ausgang protokolliert wird. Auch hier gilt allerdings, dass der größte Risikofaktor der Mensch bleibt, etwa wenn beispielsweise eine Tür für den nachfolgenden Kollegen offengehalten wird. Regelmäßige Schulungen zur Zutrittsdisziplin und Aufklärung über Social Engineering gehören deshalb ebenso zum Konzept wie Schleusen und Kameras.

Ohne eine zuverlässige, redundant ausgelegte Kühlung drohen Systeme unter Last auszufallen, auch ganz ohne böswillige Angreifer.

Leon Weise

Ausfällen vorbeugen durch Redundanz auf allen Ebenen

Der zweite Gegner einer problemlosen Verfügbarkeit der Infrastruktur ist der technische Ausfall. Die notwendigen Gegenmaßnahmen folgen dabei derselben Logik einer gestaffelten Absicherung. Eine einzelne Stromleitung ist ebenso ein Risiko wie eine ungesicherte Serverraumtür. USV-Systeme, redundante Stromnetze und eine Notstromversorgung können hier Unterbrechungen abfangen, bevor sie zu einem echten Problem werden.

Selbstverständlich gilt dies auch für die Internetanbindung. Erst mehrere Leitungswege verschiedener Carriers bringen hier die Sicherheit. Apropos Sicherheit: Ohne eine zuverlässige, redundant ausgelegte Kühlung drohen Systeme unter Last auszufallen, auch ganz ohne böswillige Angreifer. Ergänzt wird der Schutz vor Schadensereignissen wie Brand oder Wassereintritt, etwa durch Frühwarnsysteme und Löschkonzepte.

Rechenzentren: Regulatorik erfüllen ohne Eigenbetrieb

Viele der genannten Maßnahmen sind regulatorisch relevant. Für KRITIS-Betreiber gelten besondere Anforderungen an die Verfügbarkeit und Sicherheit kritischer Dienste. Mit der NIS2-Richtlinie steigen die Anforderungen für weitere Branchen. Auch deshalb ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, der technische und physische Aspekte berücksichtigt.

Eine solche Betriebsumgebung aufzubauen und dauerhaft ausfallsicher zu betreiben ist mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden. Eine Alternative zum Eigenbetrieb ist daher das Konzept der Colocation. Unternehmen verlagern ihre IT-Systeme, auch teilweise, in ein nach Standards und Vorgaben gesichertes Rechenzentrum und können so eine entsprechend ausgelegte Infrastruktur nutzen.

RechenzentrenLeon Weise
ist Senior Development Director bei der Nexspace data centers GmbH, einem Betreiber lokaler Rechenzentren im deutschsprachigen Raum.

Bildquelle: nexspace data centers

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