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Sicherheitsarchitektur Zero-Trust-Prinzip: Von Legacy zu „Never Trust, Always Verify"

Ein Gastbeitrag von Moritz Schmidt 2 min Lesedauer

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Zero Trust wurde lange als vorwiegend reines IT-Thema angesehen, bei dem es vor allem um die Überprüfung von Identitäten oder den Schutz vor unberechtigten Zugriffen zur Sicherung von Daten und Netzwerken ging.

(Bild:  © RareStock/stock.adobe.com)
(Bild: © RareStock/stock.adobe.com)

Das Zero-Trust-Prinzip reicht jedoch weit darüber hinaus. In einer zunehmend regulierten und vernetzten Welt wird Zero Trust immer mehr zur strategischen Transformationsaufgabe, die alle Ebenen der IT-Infrastruktur durchdringt. Mit dem wachsenden Einsatz von KI-Agenten, die als technische Akteure untereinander kommunizieren und eigenständig auf Anwendungen, Daten und Prozesse zugreifen, kommen neue Anforderungen an Authentifizierung, Autorisierung und Nachvollziehbarkeit hinzu.

Unternehmen müssen sicherstellen, dass sowohl menschliche als auch maschinelle Identitäten ausschließlich auf die Ressourcen zugreifen können, die sie für eine konkrete Aufgabe tatsächlich benötigen. Das Grundprinzip von Zero Trust bleibt unverändert: Es gilt, Zugriffe nicht selbstverständlich zu gewähren, sondern nachvollziehbar, angemessen begrenzt und überprüfbar zu gestalten. Dabei besteht die Kunst darin, eine optimale Balance zwischen Compliance und Produktivität zu erreichen.

Zero Trust: Priorisierung der Risiken statt Aktionismus

In der Praxis liegt die Herausforderung weniger in der Zielarchitektur, sondern darin, Sicherheit kontinuierlich zu verbessern und Legacy-Systeme schrittweise in eine „Never Trust, Always Verify"-Strategie zu überführen. Solche Vorhaben scheitern oft am Versuch, alles gleichzeitig umzusetzen und verursachen dann Überforderung, Widerstände sowie operative Störungen.

Erfolgreiche Unternehmen setzen stattdessen auf Priorisierung. Sie starten dort, wo Risiken und die Wirkung am größten sind: bei Identitäten, privilegierten Berechtigungen, kritischen Daten und besonders sensiblen Anwendungen. Darauf folgen die Segmentierung von Umgebungen und schrittweise Integration von Legacy-Systemen in moderne Sicherheitsarchitekturen. Dabei geht es nicht darum, vom ersten Tag an eine perfekte Zielarchitektur zu erreichen. Entscheidend ist vielmehr ein realistischer Migrationspfad, der operative Abhängigkeiten berücksichtigt und die Möglichkeit bietet, Ausnahmen transparent zu steuern.

Bei der Umsetzung von Zero Trust besteht die Kunst darin, eine optimale Balance zwischen Compliance und Produktivität zu erreichen

Moritz Schmidt

Governance und Transparenz als Erfolgsfaktoren

Damit die Umsetzung einer Zero-Trust-Strategie gelingt, werden eindeutige Verantwortlichkeiten, messbare Ziele, geeignete Kennzahlen und eine genau definierte Governance benötigt. Die Transformation betrifft nicht nur die IT, sondern ebenso Management, Fachbereiche, Datenschutz, Betrieb und Risikomanagement. Der Schlüssel liegt darin, Sicherheit als unternehmensweite Aufgabe zu verstehen. Zero Trust wirkt nur dann, wenn technische Maßnahmen, organisatorische Prozesse und regulatorische Anforderungen zusammen betrachtet werden.

Neben all den Herausforderungen bietet die Umsetzung der Strategie aber auch eine oft unterschätzte Chance: Indem Unternehmen einen Überblick über Altlasten bei Identitäten und Berechtigungen gewinnen und diese beseitigen, stärken sie nicht nur ihre Sicherheitsarchitektur, sondern schaffen die Grundlage für eine resilientere, transparentere und zukunftsfähige IT.

Zero TrustMoritz Schmidt
 ist Managing Consultant bei Axians magellan. In dieser Rolle berät er Kunden bei der Weiterentwicklung ihrer IT-Sicherheitsarchitektur, der Bewertung von Risiken und Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen zur Stärkung der Cyberresilienz.

Bildquelle: Axians magellan

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