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Digitalisierungsgesetz im Gesundheitswesen Gesundheitswesen: Warum jetzt weniger Komplexität gefragt ist

Ein Gastbeitrag von Simon Hayward 4 min Lesedauer

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Das deutsche Gesundheitswesen tritt in eine neue Phase der digitalen Transformation ein. Mit kürzlich verabschiedeten Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) will die Bundesregierung den Fokus auf eine stabile digitale Infrastruktur und den Abbau bürokratischer Hürden legen.

(Bild:  © sdecoret/stock.adobe.com)
(Bild: © sdecoret/stock.adobe.com)

Jahrelang konzentrierte sich die Diskussion über die Digitalisierung im Gesundheitswesen vor allem auf die Einführung neuer Technologien und den Aufbau digitaler Grundlagen. Elektronische Patientenakten, vernetzte Gesundheitsdienste und digitale Kommunikationswege waren wichtige Schritte hin zu einem moderneren Gesundheitssystem.

Die nächste Herausforderung zeichnet sich jedoch bereits deutlich ab: Die digitale Transformation wird nicht allein dadurch zum Erfolg, dass neue Technologien zur Verfügung stehen. Entscheidend ist vielmehr, dass diese Technologien dort, wo sie im Arbeitsalltag tatsächlich zum Einsatz kommen, zuverlässig, intuitiv und effizient funktionieren. Die zentrale Fragestellung verschiebt sich daher. Es geht nicht mehr nur darum, ob Gesundheitsorganisationen digitalisieren sollten, sondern darum, ob digitale Systeme tatsächlich Komplexität reduzieren – oder unbeabsichtigt neue Ebenen der Komplexität schaffen.

Digitaler Fortschritt hängt von der Alltagstauglichkeit ab

Gesundheitsorganisationen stehen unter erheblichem Druck. Personalmangel, wachsende administrative Anforderungen und der Anspruch, eine hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen, belasten die verfügbaren Ressourcen im gesamten Gesundheitswesen bereits heute erheblich. Digitale Lösungen müssen daher einen echten Mehrwert bieten und Mitarbeitenden unterstützen – anstatt zusätzliche Hürden im Arbeitsalltag zu schaffen.

Diese Herausforderung betrifft nicht nur das Gesundheitswesen. In deutschen Unternehmen stellt die zunehmende Komplexität digitaler Umgebungen IT-Teams bereits heute vor zusätzliche Belastungen. Eine aktuelle Studie von Freshworks zeigt, dass 86 Prozent der IT-Verantwortlichen in deutschen mittelständischen Unternehmen angeben, dass der Umgang mit der wachsenden KI-Komplexität die Arbeitsbelastung ihrer Teams erhöht hat. Daraus lässt sich auch für die Digitalisierung des Gesundheitswesens eine wichtige Erkenntnis ableiten: Mehr Technologie schafft nur dann einen echten Mehrwert, wenn sie zugleich den Aufwand für ihren Betrieb und ihre Verwaltung reduziert.

Gesundheitswesen: Effektive Unterstützung der Mitarbeiter

Ein System, das komplizierte Prozesse, umfangreiche manuelle Eingriffe oder ständige Fehlerbehebungen erfordert, kann die Effizienzgewinne zunichtemachen, die durch die Digitalisierung eigentlich erzielt werden sollen. Der Erfolg der digitalen Transformation wird daher weniger davon abhängen, wie viele Tools Organisationen implementieren, sondern vielmehr davon, wie effektiv diese Technologien die Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag unterstützen.

Die nächste Phase der Digitalisierung im Gesundheitswesen wird nicht davon bestimmt werden, wie viel Technologie Organisationen einsetzen, sondern davon, wie einfach, zuverlässig und zugänglich diese Technologien für die Menschen werden, die täglich auf sie angewiesen sind. Dies erfordert einen Perspektivwechsel: Digitale Lösungen sollten nicht allein danach bewertet werden, welche technischen Möglichkeiten sie bieten, sondern danach, wie gut sie Arbeitsabläufe verbessern, unnötige Komplexität reduzieren und Gesundheitsfachkräfte dabei unterstützen, sich auf ihre eigentlichen Kernaufgaben zu konzentrieren.

Die veränderte Rolle der IT im Gesundheitswesen

Diese Entwicklung verändert auch die Rolle von IT-Teams in Gesundheitsorganisationen. Ihre Verantwortung geht zunehmend über die reine Wartung der Infrastruktur und die Implementierung von Anwendungen hinaus. Immer stärker werden sie zu Wegbereitern effizienter digitaler Abläufe in der gesamten Organisation.

Das bedeutet, sicherzustellen, dass Mitarbeitende schnell auf die benötigten Services zugreifen, relevante Informationen ohne unnötigen Aufwand finden und auftretende Probleme effizient lösen können. Digitale Services müssen einfacher zu verwalten, leichter zu nutzen und stärker an den tatsächlichen Anforderungen und Abläufen im Gesundheitswesen ausgerichtet sein.

Technologien wie IT-Service-Management, Workflow-Automatisierung, KI-gestützte Service-Agenten und modernes Wissensmanagement können diese Transformation unterstützen. Ihr Mehrwert entsteht jedoch nicht durch die Technologie selbst, sondern durch ihre Fähigkeit, Prozesse zu vereinfachen, fragmentierte Abläufe miteinander zu verbinden und die gesamte Employee Experience zu verbessern.

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Gesundheitswesen: Von der Technologieeinführung zur Resilienz

Die nächste Generation der Digitalisierung im Gesundheitswesen erfordert einen stärkeren Fokus auf operative Resilienz. Gesundheitsorganisationen benötigen digitale Umgebungen, die auch unter hoher Belastung und sich verändernden Bedingungen zuverlässig funktionieren.

Das bedeutet, andere Fragen in den Mittelpunkt zu stellen: Wie schnell können Mitarbeitende auf die Unterstützung zugreifen, die sie benötigen? Wie einfach lässt sich Wissen über Abteilungsgrenzen hinweg teilen? Wie viel Zeit wird für die Verwaltung digitaler Prozesse aufgewendet, anstatt die Patientenversorgung zu verbessern? Und wie viel Komplexität verbirgt sich hinter den Systemen, auf die Mitarbeitende täglich angewiesen sind?

Best Practice zu FreshService

Dan Hollands, Digital Operations Lead bei NHS Christie Foundation Trust, das ein Krebszentrum mit 60.000 Patienten und 4.000 Mitarbeitenden betreibt, erläutert die Entscheidung für Freshworks: „Wir haben uns für Freshservice entschieden, weil wir das System eigenständig verwalten konnten. Wir wollten keine Lösung, für deren jede Änderung wir spezialisierte Entwickler oder externe Professional Services benötigen. Durch die Abschaffung von E-Mail als zentralem Kommunikationsweg und den Wechsel zum Freshservice-Portal konnten wir die Qualität der Tickets verbessern und zwei Vollzeitmitarbeitende von der Bearbeitung und Priorisierung von Anfragen entlasten.“

Digitale Gesundheitsversorgung muss für Menschen funktionieren

Das Digitalisierungsgesetz im Gesundheitswesen ist ein wichtiger Schritt auf Deutschlands Weg hin zu einem stärker vernetzen und effizienteren Gesundheitssystem. Doch der Erfolg der digitalen Transformation wird nicht allein durch gesetzliche Rahmenbedingungen und technologische Innovation bestimmt.

Organisationen, die langfristig echten Mehrwert schaffen, werden diejenigen sein, die Benutzerfreundlichkeit und Einfachheit in den Mittelpunkt ihrer digitalen Strategien stellen. Digitale Gesundheitslösungen müssen letztlich den Menschen dienen, die die Versorgung sicherstellen – und dürfen nicht eine weitere Ebene der Komplexität in ihrem Arbeitsalltag schaffen. Die Zukunft der Digitalisierung im Gesundheitswesen wird daher davon abhängen, wie effektiv Technologie Barrieren abbaut, Mitarbeitende unterstützt und Gesundheitsorganisationen dabei hilft, in einem zunehmend anspruchsvollen Umfeld effizienter zu arbeiten.

Simon Hayward Freshworks GesundheitswesenSimon Hayward
ist General Manager und VP of Sales, International bei Freshworks.

Bildquelle: Freshworks