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Abwehr von Cyberangriffen Human Risk Management: Wie es sich durch KI-Nutzung verändert

Ein Gastbeitrag von Dr. Yvonne Bernard 4 min Lesedauer

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KI verändert das Human Risk Management: Die Technologie macht Angriffe glaubwürdiger, ermöglicht aber auch gezieltere Abwehr. Entscheidend sind dabei Menschen, Technik und Zugriffsrechte.

(Bild:  © basiczto/stock.adobe.com)
(Bild: © basiczto/stock.adobe.com)

Darum geht’s

KI erschwert es, Social Engineering anhand bekannter Warnzeichen zu erkennen.

Adaptive Trainings und technische Kontrollen setzen dort an, wo Mitarbeiter Unterstützung brauchen.

Least Privilege begrenzt die Reichweite kompromittierter Konten.

Mindestens acht von zehn Unternehmen setzen auf Microsoft 365 oder Microsoft Teams. Zugleich fürchten 55 Prozent der im AI-Security-Report 2026 von Hornetsecurity by Proofpoint befragten Unternehmensentscheider KI-gestützte Phishing-Angriffe. 51 Prozent der befragten Mitarbeitenden schätzen ihre Handlungssicherheit bei sicherheitsrelevanten Vorfällen in Microsoft 365 oder Teams als begrenzt oder gar nicht vorhanden ein. Nur zwölf Prozent fühlen sich sehr gut vorbereitet. Die Sorge vor KI-gestützten Angriffen trifft auf Unsicherheit im digitalen Arbeitsalltag. Human Risk Management muss deshalb gezieltes Training, technische Schutzmechanismen und klar geregelte Zugriffsrechte verbinden.

KI verändert die Spielregeln des Social Engineering

Generative KI hilft Angreifern, überzeugende Phishing-Nachrichten schnell zu erstellen und auf einzelne Empfänger zuzuschneiden. Damit verlieren Warnzeichen wie Grammatikfehler an Aussagekraft. Deepfakes können Stimmen oder Bilder imitieren und etwa einen Anruf einer Führungskraft glaubwürdiger erscheinen lassen.

Noch schwieriger wird es, wenn Angreifer mehrere Kanäle kombinieren. Auf eine Phishing-Mail folgt eine SMS, Smishing, oder ein Anruf, Vishing. Ein vermeintlicher IT-Support kann dazu drängen, eine MFA-Anfrage zu bestätigen. QR-Codes können Nutzer aus einer geschützten Umgebung auf manipulierte Seiten führen.

55 Prozent der für den AI-Security-Report 2026 befragten Unternehmensentscheider fürchten KI-gestützte Phishing-Angriffe.(Bild:  Hornetsecurity)
55 Prozent der für den AI-Security-Report 2026 befragten Unternehmensentscheider fürchten KI-gestützte Phishing-Angriffe.
(Bild: Hornetsecurity)

Damit reicht es nicht mehr, einzelne verdächtige Merkmale beim Human Risk Management zu erkennen. Beschäftigte müssen den gesamten Kommunikationskontext prüfen: Passen Absender, Kanal, Zeitpunkt und Handlungsaufforderung zusammen? Das ist anspruchsvoll, wenn jemand zwischen Meetings E-Mails scannt oder unterwegs eine dringende Anfrage beantwortet. Sicherheit darf nicht voraussetzen, dass jeder Mensch immer richtig entscheidet.

Wenn Angriffe individueller werden, muss Training nachziehen

Ein Standardtraining für alle passt immer weniger zu Angriffen, die sich gezielt auf Empfänger und Kontext zuschneiden lassen. Awareness-Trainings sollten berücksichtigen, wie sicher einzelne Beschäftigte bereits handeln. Wer in Simulationen souverän reagiert, braucht andere Impulse als jemand, der bei bestimmten Angriffsmustern unsicher ist. KI kann helfen, Trainingsbedarf, Lerninhalte und Schwierigkeitsgrad individuell anzupassen.

Auch Phishing-Simulationen können sich KI-basiert am individuellen Sicherheitsniveau orientieren. Einfache Szenarien testen Grundlagen. Anspruchsvollere Varianten beziehen etwa Unternehmensinformationen, berufliche Rollen oder bekannte Personen ein. So üben Beschäftigte den Umgang mit zunächst plausiblen Nachrichten und trainieren dort weiter, wo Unsicherheit besteht.

Human Risk Management: KI wird Bestandteil der Abwehr

Auch das beste Training verhindert nicht jeden Fehler. Sicherheitskonzepte dürfen deshalb nicht voraussetzen, dass Menschen immer richtig entscheiden. Technische Schutzmechanismen müssen Security Awareness ergänzen und direkt im Arbeitsablauf unterstützen.

Dabei spielt KI auch auf der Abwehrseite eine wichtige Rolle: Sie kann Kommunikationsmuster analysieren, Auffälligkeiten erkennen und Schutzmechanismen gezielter auslösen. In M365 müssen Systeme zudem neue Angriffswege berücksichtigen. Bei Quishing steckt der schädliche Link etwa im QR-Code. Deshalb müssen Sicherheitsmechanismen auch visuelle Inhalte analysieren können.

Im Verdachtsfall sollten Beschäftigte auffällige Nachrichten direkt per Klick melden und prüfen lassen können. So erreicht der Vorfall schnell das Security-Team, während technische Kontrollen helfen, die Folgen eines Fehlers zu begrenzen.

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