DB Podcast

KI für Unternehmen Business GPT: UKA setzt auf firmeneigenes Modell

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

ChatGPT kann bei der Arbeit ein äußerst hilfreiches Tool sein – aber auch eine potenzielle Sicherheitslücke. Der Energieparkentwickler UKA aus Meißen setzt daher mit Business GPT auf eine sichere und datenschutzkonforme GPT-Version für seine Mitarbeiter.

(Bild: Deutsche Telekom/ Flightseeing, UKA/GettyImages/Vertigo3d/bagotaj, Montage: Evelyn Ebert Meneses)
(Bild: Deutsche Telekom/ Flightseeing, UKA/GettyImages/Vertigo3d/bagotaj, Montage: Evelyn Ebert Meneses)

Informationen aus verschiedenen Quellen zusammentragen, das Wichtigste aus juristischen Texten in einer Mail festhalten, auf Knopfdruck Ideen für einen knackigen Slogan brainstormen: Gerade im Arbeitsumfeld kann generative KI Beschäftigten helfen, ihre Aufgaben schneller oder sogar umfassender zu erledigen. Die GenAI kann aus Trainingsdaten Muster und Zusammenhänge erkennen und daraus neue Inhalte generieren. So wie das mittlerweile millionenfach genutzte ChatGPT von OpenAI: Der über das Internet zugängliche Chatbot vermittelt Informationen in natürlichen Dialogen.

Business GPT: Sicheres KI-Tool im eigenen Look & Feel

Business GPT
Erik Frömder ist für die Unternehmensentwicklung bei der UKA zuständig.
(Bild: UKA-Gruppe)

Das Tool hat allerdings einen Haken, wie Erik Frömder, Experte für moderne Zusammenarbeit beim Energieparkentwickler UKA aus Meißen, erläutert: „Viele Kolleginnen und Kollegen nutzten das offene Modell von ChatGPT. Für uns als Unternehmen ist das eine Sicherheitslücke: Wir wissen nicht, welche Infos das Unternehmen verlassen.“ Deshalb hat sich die UKA-Gruppe für eine sichere, datenschutzkonforme Anwendung für generative KI entschieden: Alle Mitarbeitenden haben jetzt Zugriff auf Business GPT, einem KI-Service der Deutschen Telekom.

Das förderfähige Business GPT ist eine unternehmensinterne KI-Umgebung, speziell für Geschäftskunden entwickelt. Sie ist auf IT-Sicherheit und Datenschutz geprüft und wird in einer Microsoft-Azure-Umgebung der Telekom mit Datenhaltung in Europa betrieben. So können UKA-Mitarbeitende Unternehmensdaten sicher in den KI-Chatbot eingeben und auf allen Endgeräten nutzen. Informationen aus den eingegebenen Prompts verlassen das Unternehmen nicht und werden auch nicht verwendet, um die OpenAI-Sprachmodelle oder Produkte Dritter zu verbessern.

Unternehmensgruppe UKA

Als Projektentwickler für erneuerbare Energien plant, baut und betreibt die UKA Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH & Co. KG Wind- und Photovoltaikparks in Deutschland, Europa und Amerika. Das Unternehmen wurde 1999 gegründet und zählt zu den führenden deutschen Projektentwicklern. Das Unternehmen ist auch in den USA, Chile, Spanien, Italien und Polen tätig. Als Komplettanbieter erbringt die UKA alle Leistungen bis zur betriebsbereiten Übergabe der Wind- und Solarparks. Die Betriebsführungsgesellschaft UKB betreut die technischen und ökonomischen Leistungen der Anlagen.

Business GPT: Digitale Assistentin für viele Aufgaben

Business GPT
Die UKA-Gruppe plant, baut und betreibt Wind- und Photovoltaikparks.
(Bild: UKA-Gruppe)

Business GPT kann den rund 1.000 Angestellten von UKA bei verschiedenen Prozessen die Arbeit erleichtern. Der Energieparkentwickler bewegt sich in einem stark regulierten Umfeld – die Mitarbeitenden interagieren daher mit Behörden, befassen sich mit Bauplanungen, arbeiten mit zahlreichen Gesetzestexten und Regelungen. „Bei der Planung von Windenergieanlagen greifen beispielsweise Grundsatzentscheidungen wie Abstandsgrenzen“, sagt Frömder. „Wir sind ständig mit Neuregelungen konfrontiert und müssen darauf reagieren. Ein hilfreicher Auftrag an Business GPT kann sein: Bitte fasse die Kernaussagen folgender Urteile zusammen und erstelle mir einen Intranet-Beitrag in leicht verständlicher Sprache.“

Das Tool könne auch die Rolle des Gegenübers in Gesprächssimulationen übernehmen, bei der Erstellung von Excel-Tabellen helfen, Übersetzungen übernehmen oder Fachbegriffe erklären und die gesetzlichen Anforderungen gleich mitliefern, so Frömder. Alles Funktionen also, die auch das öffentliche ChatGPT bietet – mit einem entscheidenden Unterschied: Die Mitarbeitenden können das UKA-eigene Business GPT mit Unternehmensdaten und -dokumenten füttern, ohne dass diese Informationen die geschützte Umgebung verlassen. Und es so zum einen sicher nutzen und zum anderen viel zielgenauere Antworten und Hilfestellungen erhalten.

Sichere Schnittstellen zu Unternehmensanwendungen

Als Komplettanbieter erbringt die UKA-Gruppe sämtliche Leistungen bis zur betriebsbereiten Übergabe des Windparks. (Bild:  UKA-Gruppe)
Als Komplettanbieter erbringt die UKA-Gruppe sämtliche Leistungen bis zur betriebsbereiten Übergabe des Windparks.
(Bild: UKA-Gruppe)

Business GPT ist als modulares Angebot aufgebaut. UKA nutzt die Anwendung im eigenen Corporate Design über das Intranet. Der Weg vom Use Case bis zur zielbringenden Nutzung verkürzt sich dadurch enorm. Mit der Einbindung unternehmenseigener Dokumente oder Schnittstellen zu Datenbanken und Anwendungen des Betriebs lassen sich die Antworten des Tools künftig präzise steuern. UKA kann seinen Fachabteilungen so auch individuelle Modelle mit spezifischem Zusatzwissen für typische Anwendungsfälle anbieten. 

Der Betrieb möchte zum Beispiel sein unternehmensinternes Wiki integrieren und eigene Stilvorgaben in sein Business GPT integrieren. Frömder: „Was uns als UKA ausmacht, wie unser Sprachstil ist und ähnliche Vorgaben – all das kann man als Standard bei Business GPT hinterlegen. So lernt die KI in unserer eigenen Umgebung und liefert noch passgenauere Ergebnisse.“ Denkbar wäre auch eine Erweiterung mit Internetzugang, die offene Recherchen im Netz erlaubt.

Für Frömder ist die Erfolgsformel einfach: „Appetit kommt beim Essen. Wir konnten schon in den ersten Wochen gute Anwendungsfälle mit KI aus dem Business generieren.“ Die Mitarbeitenden können die Technologie in einer sicheren Umgebung testen. Welche Anwendungsfälle für das Business dabei herauskamen und wie Business GPT den Einstieg in die KI-Technologie für den Mittelstand vereinfacht, wird UKA in einer Masterclass auf der Digital X 2024 am 18. und 19. September in Köln vorstellen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung