Corporate Venture Building ist eine Methode, um schnell und mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit neue digitale Unternehmen aufzubauen. Der Ansatz nutzt dabei die vorhandenen Ressourcen etablierter Player und kombiniert diese mit der Agilität von Start-ups.
(Bild: IEDNlab - Adobe Stock)
Mit dem Co-Creation-Ansatz hat sich Corporate Venture Building in den letzten Jahren als wichtiges Tool in der Innovationslandschaft etabliert. Mit einem jährlichen Volumen von über 20 Milliarden US-Dollar ist CVB eine wachsende Branche in der unternehmerischen Innovationslandschaft. Mit dieser Methode können große Unternehmen ihr ungenutztes Potential einsetzen, um neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dafür bringt das Konzept zwei Welten zusammen, die sich ergänzen: etablierte Marken und erfahrene Gründer. Unternehmen nutzen bei dieser Co-Creation-Strategie ihre Stärken wie Industrie-Expertise, Vertriebskanäle, Patente, Marken oder ihr vorhandenes Kunden-Netzwerk.
Entstehung innovativer Produkte und neuer Geschäftsfelder
Venture Builder ergänzen diese Stärken mit Unternehmergeist und Gründungserfahrung. Darüber hinaus bringen sie häufig ihr Verständnis für die Tech-Branche ein. Auf diese Weise können innovative Produkte, Dienstleistungen und ganze Geschäftsfelder neben dem vorhandenen Kerngeschäft entstehen, die auf den vorhandenen Assets großer Unternehmen basieren und somit einen substanziellen Wettbewerbsvorteil mitbringen.
Bildlich gesprochen ist Corporate Venture Building wie ein großer Tanker, der von einer Flotte von Schnellbooten begleitet wird. Der Tanker verkörpert dabei ein großes Unternehmen, das über enorme finanzielle und personelle Ressourcen verfügt. Es mangelt ihm aber an Flexibilität und Agilität. Die Schnellboote hingegen, die für neue Ausgründungen stehen, sind kleiner, wendiger und können neue Chancen schnell ergreifen. Von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten: Der Tanker bietet den Schnellbooten Stabilität und Unterstützung, während die Schnellboote dem Tanker helfen, agiler zu werden und schneller neue Gewässer zu erobern.
Corporate Venture Building nutzt vorhandene Vermögenswerte
Aufgrund seiner einzigartigen Vorteile gegenüber anderen Formen der Unternehmensinnovation ist Corporate Venture Building zu einem immer beliebteren Ansatz für Unternehmen geworden, die angesichts von Disruption und Unsicherheit innovativ sein wollen. Im Vergleich zu traditionellem Venture Capital oder Corporate Venture Capital ermöglicht CVB eine stärkere Ausrichtung auf die bestehende strategische Agenda des jeweiligen Unternehmens, die Entwicklung von Geschäftsmodellen, die auf die Nutzung der vorhandenen Vermögenswerte des Unternehmens zugeschnitten sind, und größere Kontrolle im Innovationsprozess. Diese Grundidee spricht viele Unternehmen an. Studien haben gezeigt, dass Corporate Venture Building einen mindestens doppelt so hohen ROI im Vergleich zu konventionellen Methoden aufweist. Mit einer Erfolgsquote von 66 Prozent übertrifft CVB die Erfolgsquoten bei traditionellem Venture Capital oder Corporate Venture Capital, die normalerweise auf 20 bis 30 Prozent kommen**.
Exit der Startups nach weniger als vier Jahren
Corporate Venture Building funktioniert bildlich gesprochen wie ein großer Tanker, der von einer Flotte von Schnellbooten begleitet wird.
(Bild: Creative Dock)
Unternehmen, die mit Corporate Venture Building gegründet werden, haben ein geringeres Risiko zu scheitern und können schneller skaliert werden als traditionelle Start-ups. Sie durchlaufen den Finanzierungszyklus Projektstart – Seed – Serie A im Schnitt um 44 Prozent schneller. CVB-Ausgründungen weisen außerdem beeindruckende Erfolgsquoten bei der Sicherung von Finanzierungen auf: 72 Prozent schaffen es von der Seed- bis zur Serie-A-Finanzierungsrunde. Während konventionell gegründete Start-ups den Exit nach durchschnittlich 6,6 Jahren vollziehen, erreichen Start-ups, die in Venture Building Studios gegründet wurden, den Exit im Durchschnitt bereits nach 3,85 Jahren (Quelle: GSSN: Disrupting the Venture Landscape),
Warum entwickeln Konzerne neue Geschäftsmodelle nicht selbst?
Großunternehmen haben immenses Potenzial, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Was fehlt ihnen zur Umsetzung? Im Wesentlichen sind es vier Voraussetzungen: Erfahrung in der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, Zugang zu passenden Talenten, sowie Geschwindigkeit und die nötige Unternehmerkultur. Aus diesem Grund sind die schätzungsweise 10.000 etablierte Unternehmen laut Weltbank-Daten ungeeignet für den Aufbau strategisch relevanter, schnell skalierender neuer Geschäftsmodelle. An diesem Punkt setzt CVB an.
Aktive Rolle der Venture Builder ist Schlüssel zum Erfolg
Corporate Venture Building unterscheidet sich von anderen Instrumenten der Unternehmensinnovation vor allem durch die aktive Rolle der Venture Builder und den gesamtheitlichen Ansatz. Sie unterstützen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Unternehmensgründung: von der Ideenfindung, Prototyping, Venture Design, Validierung bis hin zur Produktentwicklung, Markteinführung und operativen Tätigkeiten, einschließlich Growth Hacking, rechtlicher Begleitung und Aufbau der Unternehmerteams. Im Gegensatz dazu nehmen Acceleratoren, Inkubatoren, Risikokapitalgeber und Corporate Venture Kapitel-Unternehmen eher passive Rollen ein und unterstützen entstehende Teams.
Stand: 16.12.2025
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Mit Corporate Venture Building können Unternehmen das verborgene Potenzial ihrer Vermögenswerte freisetzen. Die „unternehmenseigenen Start-ups“ profitieren dabei von den Ressourcen der etablierten Unternehmen. So können Unternehmen digitale Geschäftsmodelle schneller und mit geringerem Risiko entwickeln als herkömmliche Start-ups. Besonders in einem von Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Klima entwickelt sich CVB daher zu einem immer wichtiger werdenden Tool in der Innovationslandschaft.
Dr. Tobias Heger ist Managing Director Europe der Creative Dock Group. Das Unternehmen ist ein unabhängiger Corporate Venture Builder in Europa.