Laut einer neuen Studie von Accenture sind sich Geschäftsführer der Relevanz von Cybersicherheit für den Erfolg ihres Unternehmens zwar bewusst. Doch nur ein Teil von ihnen zeichnet sich in Sachen Cyberresilienz aus. Gerade Mittelständler müssen sich unbedingt intensiver mit Cybergefahren auseinandersetzen und besser schützen.
(Bild: rawpixel.com auf Freepik)
Im neuesten Bericht des Bundesamtes für Informationssicherheit (BSI) zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland betont Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, die Bedeutung der Cybersicherheit für die nationale Sicherheit. Die digitale Transformation und zunehmende Vernetzung schaffen immer größere Angriffsflächen, die vermehrt ausgenutzt werden. Der Bericht zeigt, dass täglich fast 70 neue Schwachstellen in Softwareprodukten auftreten – ein Anstieg um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ransomware bleibt dabei weiterhin die größte Bedrohung für Organisationen in Deutschland. Das zeigen auch die zunehmenden Meldungen über erfolgreiche Angriffe auf deutsche Unternehmen.
Cyberresilienz: Besorgnis erregende Aussagen
Trotz der Warnung des BSI und dem Konsens in Expertenkreisen, dass Cybersicherheit Chefsache sein muss, scheinen Top-Führungskräfte dies nicht ernst genug zu nehmen. Accenture hat in einer aktuellen Erhebung 1.000 CEOs globaler Großunternehmen zu ihrer Wahrnehmung von Cyberresilienz und ihrem Ansatz für Cybersicherheit befragt. Obwohl 96 Prozent der CEOs die Bedeutung von Cybersicherheit für das Unternehmenswachstum und die Stabilität betonten, integriert nur ein kleiner Teil von ihnen Cybersicherheit von Anfang an in ihre Unternehmensstrategie, Services und Produkte.
Außerdem glauben 44 Prozent der CEOs, dass sporadisches Eingreifen ausreiche, anstatt kontinuierliche Aufmerksamkeit auf Cybersicherheit zu lenken. Besorgniserregend ist auch die Einschätzung von mehr als der Hälfte der CEOs, dass die Implementierung von Cybersicherheit teurer sei als die Kosten eines Cyberangriffs – eine Ansicht, die von Fakten widerlegt wird. Laut Bitkom kosteten Cyberattacken im Jahr 2023 deutsche Unternehmen 148 Milliarden Euro, während die Unternehmen zeitgleich in Summe lediglich 9,2 Milliarden Euro für IT-Sicherheit ausgaben.
Dass Proaktivität durch die Führungsetage beim Thema Cybersicherheit häufig mit einer besseren Leistung des gesamten Unternehmens einhergeht, zeigt die Accenture-Studie ebenso. So wurde eine kleine Gruppe von „cyberresilient CEOs“ (5 Prozent) identifiziert, die proaktiv handelt und Cybersicherheit in allen Aspekten ihres Unternehmens bewertet. Diese Unternehmenslenker verankern Cyberresilienz in ihrer Unternehmensstrategie, übernehmen Verantwortung in der Führungsetage, stellen das notwendige Budget für IT-Sicherheit bereit und weiten Cyberresilienz über ihre Unternehmensgrenzen hinaus auf Drittdienstleister aus. Unternehmen, die von diesen Führungskräften geführt werden, erkennen, begrenzen und beheben Cyber-Bedrohungen schneller und kostengünstiger als andere Unternehmen. Zusätzlich ist im Durchschnitt auch das Umsatzwachstum dieser Unternehmen um 16 Prozent höher und sie weisen eine um 19 Prozent gesündere Bilanz auf als der Rest.
Falsche Denkweisen auch im Mittelstand
Die beschriebene falsche Denkweise bezüglich Cybersicherheit ist jedoch nicht nur in großen Unternehmen verbreitet. Auch in kleinen und mittelständischen Betrieben wird das Risiko größtenteils noch nicht ernsthaft genug wahrgenommen. So ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unter Geschäftsführern deutscher Mittelständler, dass 76 Prozent der Befragten das Risiko eines Cyberangriffs für mittelständische Unternehmen als sehr hoch einschätzen, aber nur 29 Prozent ein sehr hohes Risiko für ihr eigenes Unternehmen sehen.
Insbesondere Kleinst-, kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), der Teilbereich der zahlenmäßig 99,4 Prozent der deutschen Wirtschaftsunternehmen ausmacht, sind beim Thema Cybersicherheit in einer kritischen Lage. Während die Bedrohung für diese Firmen genauso hoch ist wie für Großkonzerne, verfügen sie häufig nicht über das erforderliche Personal und das Fachwissen für die Absicherung der Unternehmens-IT. Zusätzlich wird oftmals nicht das notwendige Budget bereitgestellt, um in IT-Sicherheit zu investieren. Die aktuelle Realität zeigt, dass dieser Ansatz den Unternehmenserfolg stark gefährdet.
Regelmäßige Scans und Updates der Systeme erforderlich für mehr Cyberresilienz
Um sich gegen potenzielle Angriffe zu schützen, sollten KMUs eine strategische Herangehensweise verfolgen und sich zunächst einmal auf die „Basics“ fokussieren. Um einen Überblick zu erhalten, was gesichert werden muss, bilden die Inventarisierung und Klassifizierung aller IT-Assets eine solide Basis. Die Implementierung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für kritische Systeme ist eine weitere Notwendigkeit. Regelmäßige Scans auf Schwachstellen und Updates der Systeme sind ebenfalls von großer Bedeutung, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen und potenzielle Angriffspunkte zu minimieren. Sorgfältig geplante und validierte Backups und Backup-Prozesse tragen dazu bei, das Risiko von Datenverlusten, insbesondere durch Ransomware-Angriffe, zu mindern. Falls Personal und Fachwissen nicht vorhanden sind, können bestimmte Dienstleistungen auch an spezialisierte Unternehmen ausgelagert werden, zum Beispiel im Bereich der Erkennung von Angriffen.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
In Anbetracht der wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe ist es unerlässlich, dass Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, die Dringlichkeit und Bedeutung der Cybersicherheit erkennen. Die Erkenntnisse aus Studien und Umfragen zeigen, dass Unternehmen, deren Führungsetage proaktiv in Cybersicherheit investiert und eine ganzheitliche Herangehensweise verfolgt, widerstandsfähiger gegenüber Bedrohungen sind. Eine bewusste und umfassende Sicherheitsstrategie, die auf Prävention, Erkennung und Reaktion basiert, ist entscheidend, um potenzielle Risiken zu mindern und sich effektiv gegen Cyberangriffe zu schützen. Es ist an der Zeit, dass Führungskräfte die Verantwortung für Cyberrisiken erkennen und die entsprechenden Maßnahmen regelmäßig ergreifen, um die Integrität und Stabilität ihrer Unternehmen langfristig zu gewährleisten.
Thomas Schumacher Leiter Cybersecurity bei Accenture