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IT-Sicherheitsstrategie Cybersecurity: Digitalisierung verschärft die Bedrohungslage

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Die Gefährdung durch Cyberangriffe nimmt weiter zu, zeigt eine neue Studie von Lünendonk. Zugleich steigt die Komplexität der Angriffe durch die zunehmende Digitalisierung und geopolitische Lage. Unternehmen investieren weiter in Cybersecurity, vor allem in Vulnerability Management und Cloud Security.

(Bild:  Lünendonk & Hossenfelder)
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)

Das Risiko von Unternehmen, Opfer eines Cyberangriffs zu werden, bleibt weiterhin hoch: 82 Prozent der befragten IT- und Security-Verantwortlichen von 150 Unternehmen in Deutschland beobachten seit Anfang 2023 eine Zunahme der Cybersecurity-Risiken. Vor allem die Digitalisierung führt laut 40 Prozent der Befragten zu einer neuen Qualität der Bedrohungen: Da Software mittlerweile praktisch alle Unternehmensbereiche durchdringt und immer mehr Geschäftsprozesse in die Cloud verlagert werden, erhöht sich die Zahl der Angriffsmöglichkeiten für Hacker. Die geht aus jetzt veröffentlichten Studie „Von Cyber Security zu Cyber Resilience – eine komplexere Bedrohungslage erfordert neue Ansätze“ von Lünendonk hervor. 

Aber auch die geopolitische Lage trägt zu einem Anstieg der Bedrohungen bei. Einfallstore sehen die Unternehmen durch mangelnde E-Mail-Sicherheit und damit verbundenen Phishing-Attacken (73 Prozent) oder durch ineffizientes Schwachstellenmanagement (59 Prozent). Trotz der Zunahme des IT-Sicherheitsrisikos haben 33 Prozent der befragten Unternehmen keinen vollständigen Überblick über ihren konkreten Cybersecurity-Status.

Neue Angriffsflächen machen Cybersecurity komplexer

Die Komplexität der Abwehrmaßnahmen nimmt immer weiter zu, da Cyber-Bedrohungen zunehmend sowohl von innen als auch von außen kommen. 71 Prozent der Unternehmen sehen ein erhöhtes Risiko, Opfer einer Ransomware- und/oder Phishing-Attacke zu werden. Diese Gefahr wird durch die technologischen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz (KI), mit der sich die Qualität der Phishing-Attacken enorm verbessern wird, noch zusätzlich verstärkt. Auch hat die Gefahr durch Insider Threats, also der absichtlichen Weitergabe von Daten oder geistigem Eigentum durch Mitarbeitende, laut der Studie enorm zugenommen: Während zu Beginn des Jahres 2023 noch 37 Prozent der Unternehmen hierdurch eine hohe Bedrohung wahrnahmen, steigt dieser Wert 2024 auf 65 Prozent. 

Mario Zillmann ist Partner bei Lünendonk & Hossenfelder.(Bild:  Lünendonk & Hossenfelder)
Mario Zillmann ist Partner bei Lünendonk & Hossenfelder.
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)

„Durch die zunehmende Vernetzung und immer mehr eingesetzte Software wird die Angriffsfläche für Cyberangriffe stetig größer und ihre Abwehr immer komplexer. Gleichzeitig gehen Hackerinnen und Hacker nicht zuletzt durch KI-Unterstützung immer professioneller vor“, kommentiert Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor, die Entwicklungen zusammen.

Aber auch die verstärkte Nutzung von Cloud-Technologien führt zu einer Verschärfung der Bedrohungslage: 58 Prozent der Befragten sehen in der Cloud-Nutzung ein erhöhtes Cybersecurity-Risiko. Die befragten Unternehmen identifizieren hier vor allem Handlungsfelder in den Bereichen Datenverschlüsselung und Datenschutz (86 Prozent) sowie Identity & Access Management (85 Prozent). Demgegenüber stehen aber auch 42 Prozent der Studienteilnehmenden, nach deren Einschätzung die Nutzung von Cloud Services zu einer Verbesserung des Security-Levels geführt hat.

Durch die zunehmende Vernetzung und immer mehr eingesetzte Software wird die Angriffsfläche für Cyberangriffe stetig größer.

Zunahme der Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen

Veränderungen bei der Bedrohungslage von Cyberangriffen im Vergleich zur Studie 2023.(Bild:  Lünendonk & Hossenfelder)
Veränderungen bei der Bedrohungslage von Cyberangriffen im Vergleich zur Studie 2023.
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)

Um der Bedrohungslage entgegenzuwirken, investieren Unternehmen weiterhin in ihre Cyber-Sicherheit. 45 Prozent der befragten Unternehmen planen, ihre Ausgaben für Cybersecurity um fünf bis zehn Prozent im Jahr 2024 zu erhöhen. Da ein Großteil der Befragten die fortschreitende Digitalisierung als Hauptgrund für die gestiegene Bedrohung sieht, investieren 77 Prozent verstärkt in das Vulnerability Management, um so Schwachstellen in Softwareprodukten frühzeitig zu erkennen und schnell zu beheben. 

„Die Budgetallokation verdeutlicht damit die hohe Priorität von Cybersecurity in Zeiten, in denen in sehr vielen Unternehmen die IT-Budgets aufgrund der konjunkturellen Situation eher sinken als steigen. Ein wesentlicher Treiber ist die Umsetzung von Regulatorik wie DORA oder NIS-2, die zu steigenden Investitionen in die Absicherung der IT-Infrastrukturen und Netzwerke führt“, erklärt Zillmann. So geben 52 Prozent der befragten Unternehmen an, dass der Cyber Resilience Act und NIS-2 zu zusätzlichen Ausgaben in Cyber-Sicherheit führen wird.

Zur Methodik der Studie:  Für die die Studie „Von Cyber Security zu Cyber Resilience – eine komplexere Bedrohungslage erfordert neue Ansätze“ hat Lünendonk 150 IT- und IT-Security-Verantwortliche mittelständischer Unternehmen und Konzerne befragt. Die Befragten gehörten folgenden Branchen an: Finanzwesen, Industrie, Automotive, Handel, Chemie, Pharma, Energie und Telekommunikation. Die Studie wurde in fachlicher Zusammenarbeit mit KPMG realisiert.

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