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Datenmanagement Datenstrategie: Datenberge bringen Unternehmen ans Limit

Ein Gastbeitrag von Julia Neumann 4 min Lesedauer

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Die Datenmengen in deutschen Unternehmen wachsen rasant und stellen Geschäftsmodelle, Infrastruktur und Prozesse vor nie dagewesene Herausforderungen. Wer jetzt keine Datenstrategie für die Explosion der Datenmengen entwickelt, riskiert den Anschluss an die digitale Zukunft. 

(Bild:  © StarStockArt/stock.adobe.com - generiert mit KI)
(Bild: © StarStockArt/stock.adobe.com - generiert mit KI)

In diesem Beitrag erfahren Sie, warum die wachsenden Datenmengen in Unternehmen eine ausgeklügelte Datenstrategie erfordern. Und wie künstliche Intelligenz bei der Datenanalyse und Entscheidungsfindung helfen kann und welche Bedeutung der Infrastruktur und Quantentechnologie zukommen.

Noch nie zuvor wurden in Unternehmen so viele Daten erzeugt, gesammelt und verarbeitet wie heute – und der Trend zeigt steil nach oben. Ob durch Maschinen, Sensoren, digitale Dienste oder Kundeninteraktionen: Daten entstehen im Sekundentakt und überfordern zunehmend die bestehenden Systeme. Was früher als wertvolle Ressource galt, wird nun zum Risiko, wenn es an Strategie, Struktur und Know-how fehlt.

Die Folgen betreffen Unternehmen jeder Größe und Branche. Besonders kritisch ist die Lage in datenintensiven Bereichen wie Industrie, Finanzwesen, Gesundheitssektor oder Handel. Dort sind Echtzeitprozesse längst Alltag und mit ihnen eine Flut an Informationen, die gespeichert, ausgewertet und abgesichert werden müssen. Doch vielerorts fehlt es an einer durchdachten Datenstrategie, wie mit dieser Herausforderung umzugehen ist. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern um einen Paradigmenwechsel: Daten sind nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sie werden zum strategischen Rohstoff, der über Zukunftsfähigkeit entscheidet.

KI als Ursache für exponentielles Datenwachstum

Nach Prognosen von IDC wurden im Jahr 2024 rund 150 Zettabyte Daten weltweit erzeugt. Bis 2035 soll diese Menge auf über 600 Zettabyte ansteigen. Zum Vergleich: Ein modernes Smartphone hat etwa 128 GB Speicherplatz. 1 Zettabyte entspricht dem Speicherplatz von rund acht Milliarden solcher Smartphones – also eine unfassbar große Datenmenge. Quellen dafür sind vielfältig – Maschinenkommunikation, IoT-Sensorik, Kundeninteraktionen oder digitale Services.

Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle: Einerseits sorgt sie durch neue Anwendungen und Modelle selbst für steigende Datenvolumina. Andererseits wird sie unverzichtbar, um Informationen effizient zu verarbeiten, Muster zu erkennen und Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. Ohne KI wird es kaum möglich sein, diese Datenberge gewinnbringend zu bewältigen.

Datenstrategie: Vom Datensammeln zum Wertschöpfen

Auch wenn digitale Technologien längst in der Breite angekommen sind, verfügen viele Unternehmen bislang nur über eine rudimentäre Datenstrategie. Studien, unter anderem von Bitkom, zeigen, dass riesige Datenmengen gesammelt, aber kaum systematisch erschlossen werden. Häufig mangelt es an Transparenz, Analysefähigkeiten und einer klaren Strategie.

Effektives Datenmanagement bedeutet mehr als Technologie. Es setzt auf durchdachte Strukturen: die gezielte Auswahl relevanter Daten, performante Speicherlösungen sowie fortschrittliche Analysetools. Hybride Architekturen – bestehend aus lokalen Rechenzentren, Cloud-Diensten und Data Lakes – gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Entscheidend bleibt die Qualität der Datenbasis: Nur valide und aktuelle Informationen ermöglichen fundierte Erkenntnisse.

Quantencomputing als nächste Evolutionsstufe

Mit der Verfügbarkeit von Quantentechnologien bahnt sich bereits die nächste Welle an. Erste Pilotanwendungen in Deutschland – etwa bei Fraunhofer, DLR oder in Partnerschaften mit IBM – verdeutlichen, welche Leistungsfähigkeit Quantencomputer entfalten können, sei es bei komplexen Simulationen, in der Logistik oder in der Finanzmodellierung. Diese Entwicklung wird den Datenzuwachs nochmals beschleunigen und die Komplexität weiter erhöhen. Unternehmen sind gut beraten, frühzeitig in skalierbare Infrastrukturen und Sicherheitskonzepte zu investieren, um auf die Anforderungen vorbereitet zu sein.

Datenstrategie: Infrastruktur als Rückgrat der Datenwirtschaft

Jede Datenstrategie steht und fällt mit einer stabilen technischen Basis. Glasfaserinfrastrukturen bilden das Fundament, um große Datenmengen in Echtzeit zu übertragen und KI-gestützte Prozesse reibungslos umzusetzen. Niedrige Latenz und hohe Bandbreiten sind unerlässlich – gerade, wenn Quantencomputing in den operativen Einsatz kommt.

Darüber hinaus wird Resilienz zum strategischen Faktor. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Systeme auch bei Störungen oder Angriffen funktionsfähig bleiben. Redundante Netze, verteilte Rechenzentren und Notfallpläne gewährleisten Ausfallsicherheit und schützen kritische Geschäftsprozesse.

Datenreife als entscheidender Wettbewerbsvorteil

Das rasant steigende Datenaufkommen ist nicht nur eine Frage moderner Technologie. Es markiert einen Wendepunkt für Geschäftsmodelle und Strukturen. Wer Daten strategisch nutzt und in Wertschöpfung übersetzt, wird langfristig profitieren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Grundlagen für eine Datenstrategie zu schaffen: Unternehmen sollten zunächst ihre bestehenden Datenstrukturen sorgfältig analysieren und bewerten. Darauf aufbauend gilt es, klare Ziele für den Einsatz von Daten zu definieren und skalierbare, sichere Speicher- und Analysearchitekturen zu etablieren. Ein weiterer entscheidender Schritt ist die Integration von Künstlicher Intelligenz, um Prozesse zu automatisieren und Erkenntnisse in Echtzeit zu gewinnen.

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Gleichzeitig sollten die Potenziale von Quantentechnologien frühzeitig geprüft und in Pilotprojekten erprobt werden. Nicht zuletzt ist es wichtig, die technische Infrastruktur durch leistungsfähige Glasfaseranbindungen und durchdachte Redundanzkonzepte abzusichern. Der Weg zur Datenreife ist ein umfassender Transformationsprozess – technologisch, organisatorisch und kulturell. Wer ihn heute anstößt, legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg in einer datengetriebenen Wirtschaft.

Julia Neumann GlobalConnect DatenstrategieJulia Neumann
ist Head of Communication bei GlobalConnect Germany und zertifizierte KI-Managerin. Seit über 13 Jahren begleitet sie Unternehmen bei der digitalen Transformation. Als erfahrene Führungskraft in Marketing, Kommunikation und Geschäftskundenservice liegt ihr Schwerpunkt auf Digitalisierung, datengetriebenem Marketing und technologischen Lösungen.

Bildquelle: GlobalConnect