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Fake News und Deepfakes Desinformation: KI-Betrug im Bundestagswahlkampf 2025

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Am 23. Februar wird ein neuer Bundestag gewählt. Wie in den vergangenen Jahren versuchen Interessengruppen, Wähler vor der Stimmabgabe zu manipulieren. Anders als bei der Bundestagswahl 2021 steht Cyberkriminellen jetzt mit KI ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung. Welche Gefahren sich durch digitale Desinformation ergeben.

(Bild: xartproduction/Adobe Stock - generiert mit KI)
(Bild: xartproduction/Adobe Stock - generiert mit KI)

Bei den Wahlen am 23. Februar 2025 zum deutschen Bundestag werden wie schon in den vergangenen Jahren verschiedene Interessengruppen versuchen, Wähler vor der Stimmabgabe zu manipulieren. Erstmals steht nun Cyberkriminellen und selbst technischen Laien mit der künstlichen Intelligenz ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung. Zahlreiche Gefahren drohen durch digitale Desinformation wie Fake News und Deepfakes.

Maik Wetzel, IT-Sicherheitsexperte bei der Eset Deutschland GmbH, erläutert: „Gezielte Kampagnen zur Desinformation, von Social Media-Posts bis hin zu täuschend echten Deepfake-Videos, können politische Entscheidungsprozesse massiv beeinflussen. Durch den Einsatz von KI können sowohl Einzelpersonen als auch organisierte Banden automatisiert Falschinformationen verbreiten. Das reicht von manipulierten Kommentaren bis hin zu künstlich erstellten Videos, die Politiker kompromittieren sollen.“ 

Welche Gefahr von solchen Aktionen ausgeht, zeigt ein Blick in die USA. Dort stießen im Laufe des Wahlkampfs 77 Prozent der Wähler auf Deepfakes. 81,5 Prozent stellten danach ihre politische Entscheidung in Frage, gut jeder Dritte revidierte sie schließlich.

Durch den Einsatz von KI können sowohl Einzelpersonen als auch organisierte Banden automatisiert Falschinformationen verbreiten. 

Maik Wetzel

Wer hinter den Kampagnen zur Desinformation steckt

Oft sind es ausländische Akteure, die gezielt Desinformationen streuen. Vor allem Russland und andere Länder greifen so in den Wahlkampf ein und versuchen, ihn zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Dazu verbreiten sie erfundene Geschichten, greifen politische Gegner persönlich an und sprechen vor allem negative Emotionen wie Angst und Wut bei Empfängern an. Die Form der Verbreitung kann dabei sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von Posts und Kommentaren in sozialen Netzwerken bis hin zu Fake-News-Seiten und -Artikeln.

Die Nachrichten, die sie verbreiten, ähneln sich dabei stark: ob Falschbehauptungen und Lügen zu aktuellen Geschehnissen oder klare Diffamierungen politischer Entscheidungsträger. So wurde der amtierenden Außenministerin Annalena Baerbock eine Affäre auf einer Amtsreise angedichtet. Hinter diesen Fake-News steckten verschiedene russlandnahe Nachrichtenseiten, die das Ansehen der Ministerin beschädigen wollten.

KI revolutioniert Deepfake-Kampagnen

Deepfake-Videos sind besonders gefährlich, da sie dank moderner KI-Tools nicht nur leichter zu erstellen, sondern auch immer schwerer zu erkennen sind. Ein Beispiel hierfür ist ein im Netz kursierendes Fake-Video, das AfD-Politikerin Alice Weidel bei der Vereidigung zur Bundeskanzlerin zeigt. Neben visuellen Manipulationen stellen auch „klassische“ schriftliche Falschmeldungen eine ernsthafte Gefahr dar. Diese werden über gefälschte Accounts verbreitet und durch automatisierte Likes und Kommentare verstärkt, um den Anschein einer breiten Zustimmung zu erwecken. Beliebt sind hier vor allem Social-Media-Beiträge seriöser Nachrichtenmagazine. „Die Herausforderung für die Gesellschaft besteht darin, diese subtilen Manipulationen zu erkennen und kritisch zu hinterfragen“, betont Wetzel.

Desinformation: So erkennen Sie die Tricks der Betrüger

Wähler sollten skeptisch bleiben und bei verdächtigen Inhalten zur Desinformation stets einen Faktencheck, beispielsweise bei der dpa, durchführen. Das bedeutet auch, Quellen zu überprüfen und Informationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Diese fünf Tipps helfen zudem dabei, Desinformation wie Deepfakes und Fake News & Co. zu entlarven:

1. Auf den Urheber achten: Hinterfragen Sie, wer hinter einer Nachricht oder einem Artikel steckt. Ist der Autor unbekannt bzw. nicht angegeben, deutet dies auf gezielte Desinformation hin. In sozialen Medien gilt: Ist der Account eines Beitragserstellers oder Kommentators neu, ohne Profilbild und weitere Beiträge, handelt es sich wahrscheinlich um ein Fake-Konto.

2. Andere Quellen prüfen: Ziehen Sie andere, seriöse Quellen hinzu, sobald eine Nachricht unglaubwürdig erscheint. Gibt es keine weitere ernstzunehmende Berichterstattung dazu, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Falschmeldung.

3. Plausibilität überprüfen: Schauen Sie nach, ob in der Nachricht vertrauenswürdige Quellen zitiert werden. Und: Klingt der Beitrag eher nach einer Meinung als nach einem regulären Nachrichtenartikel, handelt es sich häufig um Fake News.

4. Nicht unter Druck setzen lassen: Fordert Sie die Nachricht zum sofortigen Teilen oder Liken auf, ist dies unseriös und deutet auf einen unlauteren Zweck hin.

5. Details wahrnehmen: Obwohl Deepfakes immer besser werden, lassen sich insbesondere gefälschte Videos anhand weniger Hinweise entlarven: Falsche Betonung der Sprechenden, merkwürdige Aussprache und Mundbewegungen gehören dazu. Weitere Tipps hat die Bundesregierung auf ihrer Webseite zusammengestellt.

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