Am 23. Februar wird ein neuer Bundestag gewählt. Wie in den vergangenen Jahren versuchen Interessengruppen, Wähler vor der Stimmabgabe zu manipulieren. Anders als bei der Bundestagswahl 2021 steht Cyberkriminellen jetzt mit KI ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung. Welche Gefahren sich durch digitale Desinformation ergeben.
(Bild: xartproduction/Adobe Stock - generiert mit KI)
Bei den Wahlen am 23. Februar 2025 zum deutschen Bundestag werden wie schon in den vergangenen Jahren verschiedene Interessengruppen versuchen, Wähler vor der Stimmabgabe zu manipulieren. Erstmals steht nun Cyberkriminellen und selbst technischen Laien mit der künstlichen Intelligenz ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung. Zahlreiche Gefahren drohen durch digitale Desinformation wie Fake News und Deepfakes.
Maik Wetzel, IT-Sicherheitsexperte bei der Eset Deutschland GmbH, erläutert: „Gezielte Kampagnen zur Desinformation, von Social Media-Posts bis hin zu täuschend echten Deepfake-Videos, können politische Entscheidungsprozesse massiv beeinflussen. Durch den Einsatz von KI können sowohl Einzelpersonen als auch organisierte Banden automatisiert Falschinformationen verbreiten. Das reicht von manipulierten Kommentaren bis hin zu künstlich erstellten Videos, die Politiker kompromittieren sollen.“
Welche Gefahr von solchen Aktionen ausgeht, zeigt ein Blick in die USA. Dort stießen im Laufe des Wahlkampfs 77 Prozent der Wähler auf Deepfakes. 81,5 Prozent stellten danach ihre politische Entscheidung in Frage, gut jeder Dritte revidierte sie schließlich.
Durch den Einsatz von KI können sowohl Einzelpersonen als auch organisierte Banden automatisiert Falschinformationen verbreiten.
Maik Wetzel
Wer hinter den Kampagnen zur Desinformation steckt
Oft sind es ausländische Akteure, die gezielt Desinformationen streuen. Vor allem Russland und andere Länder greifen so in den Wahlkampf ein und versuchen, ihn zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Dazu verbreiten sie erfundene Geschichten, greifen politische Gegner persönlich an und sprechen vor allem negative Emotionen wie Angst und Wut bei Empfängern an. Die Form der Verbreitung kann dabei sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von Posts und Kommentaren in sozialen Netzwerken bis hin zu Fake-News-Seiten und -Artikeln.
Die Nachrichten, die sie verbreiten, ähneln sich dabei stark: ob Falschbehauptungen und Lügen zu aktuellen Geschehnissen oder klare Diffamierungen politischer Entscheidungsträger. So wurde der amtierenden Außenministerin Annalena Baerbock eine Affäre auf einer Amtsreise angedichtet. Hinter diesen Fake-News steckten verschiedene russlandnahe Nachrichtenseiten, die das Ansehen der Ministerin beschädigen wollten.
KI revolutioniert Deepfake-Kampagnen
Deepfake-Videos sind besonders gefährlich, da sie dank moderner KI-Tools nicht nur leichter zu erstellen, sondern auch immer schwerer zu erkennen sind. Ein Beispiel hierfür ist ein im Netz kursierendes Fake-Video, das AfD-Politikerin Alice Weidel bei der Vereidigung zur Bundeskanzlerin zeigt. Neben visuellen Manipulationen stellen auch „klassische“ schriftliche Falschmeldungen eine ernsthafte Gefahr dar. Diese werden über gefälschte Accounts verbreitet und durch automatisierte Likes und Kommentare verstärkt, um den Anschein einer breiten Zustimmung zu erwecken. Beliebt sind hier vor allem Social-Media-Beiträge seriöser Nachrichtenmagazine. „Die Herausforderung für die Gesellschaft besteht darin, diese subtilen Manipulationen zu erkennen und kritisch zu hinterfragen“, betont Wetzel.
Desinformation: So erkennen Sie die Tricks der Betrüger
Wähler sollten skeptisch bleiben und bei verdächtigen Inhalten zur Desinformation stets einen Faktencheck, beispielsweise bei der dpa, durchführen. Das bedeutet auch, Quellen zu überprüfen und Informationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Diese fünf Tipps helfen zudem dabei, Desinformation wie Deepfakes und Fake News & Co. zu entlarven:
1. Auf den Urheber achten: Hinterfragen Sie, wer hinter einer Nachricht oder einem Artikel steckt. Ist der Autor unbekannt bzw. nicht angegeben, deutet dies auf gezielte Desinformation hin. In sozialen Medien gilt: Ist der Account eines Beitragserstellers oder Kommentators neu, ohne Profilbild und weitere Beiträge, handelt es sich wahrscheinlich um ein Fake-Konto.
2. Andere Quellen prüfen: Ziehen Sie andere, seriöse Quellen hinzu, sobald eine Nachricht unglaubwürdig erscheint. Gibt es keine weitere ernstzunehmende Berichterstattung dazu, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Falschmeldung.
3. Plausibilität überprüfen: Schauen Sie nach, ob in der Nachricht vertrauenswürdige Quellen zitiert werden. Und: Klingt der Beitrag eher nach einer Meinung als nach einem regulären Nachrichtenartikel, handelt es sich häufig um Fake News.
4. Nicht unter Druck setzen lassen: Fordert Sie die Nachricht zum sofortigen Teilen oder Liken auf, ist dies unseriös und deutet auf einen unlauteren Zweck hin.
5. Details wahrnehmen: Obwohl Deepfakes immer besser werden, lassen sich insbesondere gefälschte Videos anhand weniger Hinweise entlarven: Falsche Betonung der Sprechenden, merkwürdige Aussprache und Mundbewegungen gehören dazu. Weitere Tipps hat die Bundesregierung auf ihrer Webseite zusammengestellt.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.