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Digital Business University: Innovative Lernformate und praxisnahe Bildungsangebote

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 5 min Lesedauer

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Die Vermittlung digitaler Kompetenzen hat hohe gesellschaftliche wie unternehmerische Relevanz und ist eine große Herausforderung. Die noch junge DBU Digital Business University of Applied Sciences will mit ihren praxisnahen Bildungsangeboten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese zu meistern.

(Quelle:  vs148 / Shutterstock.com)
(Quelle: vs148 / Shutterstock.com)

Prof. Dr. Achim Hecker, Gründer und Geschäftsführer der Digital Business University, und Digitalexperte Sebastian Holtze, Director bei PwC Deutschland und ebenfalls Geschäftsführer der DBU, sprechen über Ziele, Studiengänge und innovative Lernformate von Deutschlands erster privater Digital-Hochschule.

Digital Business University: Das bietet die Hochschule

Warum braucht Deutschland die DBU?

Prof. Dr. Achim Hecker: Wir wollten eine völlig neue Hochschule auf der grünen Wiese gründen und die Lehre rund um das Thema Digitalisierung anders aufziehen als man das bisher kennt. 2018 haben wir in Berlin gegründet, 2019 kamen die ersten Studierenden für das Bachelorstudium zu uns. Dann kam Corona. Aber aufgrund der digitalen Abläufe waren wir für diese Herausforderung gut gerüstet und hatten viel weniger Probleme als andere Hochschulen. Einen dringenden Bedarf an professionell ausgebildeten Digitalexperten und -expertinnen haben die meisten Unternehmen. Denn der Arbeitsmarkt ist in diesem Gebiet leergefegt. Daher braucht Deutschland eine zukunftsorientierte akademische Ausbildung für Berufsbilder wie Data Scientists, Cyber Security Analysts, System Architects oder Artificial Intelligence Experts.

Welche Schwerpunkte haben die Studiengänge?

Sebastian Holtze: Das Studienangebot der Digital Business University fokussiert sich vor allem auf die eben genannten Bereiche. Genau für diese haben wir akkreditierte Bachelor- und Masterstudiengänge entwickelt. Wenn sich ein Unternehmen digital transformieren möchte – und dazu gehört die Einführung einer innovativen Software ebenso wie der Umbau seines Geschäftsmodells – braucht es Mitarbeitende mit den entsprechenden Fähigkeiten. Denn solche Projekte scheitern auch heutzutage selten an der Technologie, sondern weiterhin an Menschen.

(Prof. Dr. Achim Hecker, Gründer und Geschäftsführer der DBU, Bild: DBU)
(Prof. Dr. Achim Hecker, Gründer und Geschäftsführer der DBU, Bild: DBU)

AH: Eine Besonderheit bei uns sind die flexiblen Studienangebote. Bisher mussten Studierende ihr Leben nach der Studienstadt und dem Hörsaal richten. Heute kann sich das Studium an die individuelle Lebenssituation anpassen, zum Beispiel an Mütter, die nach einer Pause wieder einsteigen sowie Berufstätige, die nebenher studieren möchten. Die Dauer des Studiums kann variieren, da bei uns auch eine Unterbrechung des Studiums möglich ist. Wir wollen Übergänge zwischen Beruf und Studium bieten. Daher führen wir auch Weiterbildungen durch und vergeben Zertifikate, die später auf ein Studium angerechnet werden können.

Was wird inhaltlich vorrangig an der DBU gelehrt?

AH: Neben klassischen Managementkompetenzen bilden wir unsere Studierenden in technologischen Skills aus, aber wir wollen auch eine übergeordnete Digitalkompetenz vermitteln und das Verständnis dafür, was Digitalisierung bedeutet. Dazu gehört es, Algorithmen zu programmieren und zu validieren, aber eben auch, Daten mit analytischen Fähigkeiten zu interpretieren. Die Vermittlung agiler Arbeitsmethoden in Teams sowie die Führung und Weiterbildung von Mitarbeitenden ist ebenso Bestandteil der Lehre. Außerdem legen wir an der DBU – vielleicht im Unterschied zu anderen Bildungsanbietern – einen sehr großen Wert auf eine praxisnahe Didaktik.

So unterscheidet sich die DBU von anderen Unis

Was machen Sie an der DBU denn didaktisch anders?

SH: Wir setzen stark auf Praxisrelevanz und -transfer. Das ist Teil unserer DNA. Mit Blick auf ein Studium beginnt dies mit einfachen Projektarbeiten in Zusammenarbeit mit Unternehmen, endet hier aber nicht. So bauen wir mit engagierten Unternehmen Unternehmerinnen und UNternehmen sogar echte Lern-Ökosysteme mit „Reality-Check“ auf – zum Beispiel durch Abende mit Startup-­Pitches oder Formate wie einem Lagerfeuergespräch mit eFührungspersönlichkeiten. Mit Blick auf die Weiterbildung entwickeln wir dann zum Beispiel hybride Lernwege und bieten auch On-the-Job-Coachings an. Unser Ziel ist es – wo immer möglich – zusammen mit unserem Unternehmensnetzwerk Möglichkeiten zu schaffen, die gelernte Theorie in der Praxis zu erproben. Das macht erfolgreiche Bildung aus.

(Digitalexperte Sebastian Holtze, Director bei PwC Deutschland und Geschäftsführer der DBU, Bild: DBU)
(Digitalexperte Sebastian Holtze, Director bei PwC Deutschland und Geschäftsführer der DBU, Bild: DBU)

AH: Lehrveranstaltungen finden bei uns auch regelmäßig in Unternehmen statt, das heißt, wir gehen mit den Studierenden dorthin, wo das vermittelte Wissen auch angewendet wird. Dabei binden wir dann Dozentinnen oder Dozenten aus den Unternehmen ein. Wir nennen das PopUp-Campus – das ist eine Art „mobile Hochschule“. Die Lehrenden gehen beispielsweise mit den Studierenden zu Unternehmen wie Google oder Kärcher und machen Wissenstransfer erlebbar. Und die Unternehmen lernen die Studierenden gleich persönlich kennen. Dadurch können auch erste Arbeitsverhältnisse entstehen. Das Unternehmen Kärcher aus Winnenden nimmt jetzt zum Beispiel schon zum zweiten Mail mit Mitarbeitenden am PopUp-Campus teil.

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Wie sehen neue Bildungsangebote und -formate der DBU aus und wie unterscheiden Sie sich von anderen Hochschulangeboten?

SH: Wir schauen genau hin, wo das Unternehmen in der digitalen Entwicklung steht, identifizieren Qualifikationslücken und bauen entsprechende Lernwege und Curricula auf, die es allen im Unternehmen ermöglichen, sich weiterzubilden – vom Werksmitarbeitenden über die Buchhaltung oder den technischen Fachexperten bis zum CEO. Manche erhalten eine „Grundausbildung“, andere schlagen eine Expertenlaufbahn ein. Wichtig ist es, das gesamte Unternehmen nach vorne zu bringen. Deswegen gehen wir sogar auch noch einen Schritt weiter und setzen über kompakte Veranstaltungen – wir nennen diese häufig „Digital Days“ – gezielt Impulse, um ein echtes Momentum zu schaffen. Denn am Ende geht es auch um Lernkultur und Motivation.

AH: Wir haben festgestellt, dass man bisweilen mit kleinen Formaten niederschwellig starten muss, zum Beispiel mit LernSprints, die mit einem Mikrozertifikat abschließen. Die lassen sich aneinanderreihen. Über mehrere, kleine und individualisierte Bausteine lässt sich der Lernprozess wie eine Reise – man spricht ja auch von Learning Journey – stetig fortsetzen. Damit erreichen wir auch ältere Mitarbeitende und entwickeln maßgeschneiderte Lernwege für unterschiedliche Gruppen in der Belegschaft.

Digital Business University: Praxisnähe hat höchsten Stellenwert

Wie bringt sich Ihr Partner PwC hier ein?

SH: Vor allem mit viel Erfahrung! Denn PwC begleitet seit vielen Jahren eine Vielzahl von Kunden sehr erfolgreich bei der Bewältigung ihrer digitalen Transformation. Von der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle über die Einführung neuer Technologien bis hin zum Kulturwandel. Diese Erfahrung, unser Expertenpool und das tiefe Branchenwissen sind extrem wertvoll für die DBU – sei es durch den Einsatz von PwC-Kolleginnen und -kollegen als Lehrende oder die gemeinsame Entwicklung von Lern- und Weiterbildungsangeboten.

Welche Ziele wollen Sie mit der DBU erreichen?

AH: Wir verstehen uns als Wirtschaftshochschule für das digitale Zeitalter. Erstens wollen wir Innova­tionsführer bei neuen Studiengängen sein, wie etwa mit unserem neuen Masterstudiengang Digital Responsible Leadership. Zweitens sehen wir unsere Aufgabe darin, ein ethisches Grundverständnis für das digitale Zeitalter zu entwickeln – für Studie­rende und Berufstätige. Drittens wollen wir unsere Angebote auch international anbieten. Unsere Vision ist ehrgeizig: Wir möchten im internationalen digitalen Bildungssektor das Prädikat „Made in Germany“ etablieren.

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