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Digitalisierung im Gesundheitswesen Digital Health: Beliebt – aber viele fühlen sich überfordert

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 3 min Lesedauer

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Ob E-Rezept oder Elektronische Patientenakte: Die Bundesregierung drückt bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen aufs Tempo. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen begrüßt Digital Health. Gleichwohl gibt es auch Sorgen. 

(Bild:  kwanchaift / Adobe Stock)
(Bild: kwanchaift / Adobe Stock)

Das Elektronische Rezept (E-Rezept) ist seit Anfang des Jahres eingeführt, Video-Sprechstunden haben sich als Teil der medizinischen Standardversorgung etabliert und Anfang 2025 bekommen gesetzlich Krankenversicherte automatisch eine Elektronische Patientenakte (ePA). Beim Thema Digital Health, der Digitalisierung im Gesundheitswesen, hat sich hierzulande in den letzten Jahren viel getan. 

Die weit überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland begrüßt diese Entwicklung: 89 Prozent halten die Digitalisierung im Gesundheitswesen grundsätzlich für richtig – und 71 Prozent wünschen sich dabei sogar mehr Tempo. 83 Prozent erleben überdies, dass ihre Ärzte dem Thema Digitalisierung insgesamt aufgeschlossen gegenüberstehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom

Digital Health: Vor allem Ältere tun sich schwer

Auch wenn die Deutschen gegenüber dem Thema Digital Health durchaus aufgeschlossen sind, fühlt sich dennoch fast jeder Zweite (48 Prozent) von der Digitalisierung im Gesundheitswesen auch überfordert. 

Wenig überraschend betrifft das Gefühl der Überforderung die Älteren etwas stärker als die Jüngeren: 53 Prozent der über 50-Jährigen haben mit Blick auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens ein solches Gefühl und 42 Prozent der Menschen zwischen 16 und 49 Jahren.

Digitale Möglichkeiten sind bekannt

Christina Raab, Vizepräsidentin des Digitalverbands Bitkom: Bei der Einführung neuer Prozesse im Digital Health sei Deutschland auf einem guten Weg.(Bild:  Bitkom)
Christina Raab, Vizepräsidentin des Digitalverbands Bitkom: Bei der Einführung neuer Prozesse im Digital Health sei Deutschland auf einem guten Weg.
(Bild: Bitkom)

Ein Großteil der in den letzten Jahren eingeführten Möglichkeiten des Digital Health ist den Menschen dabei bereits bekannt: 98 Prozent haben schon vom E-Rezept gehört. 95 Prozent können mit der elektronischen Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (eAU) etwas anfangen und 93 Prozent haben bereits von der Elektronischen Patientenakte (ePA) gehört.

Von der Video-Sprechstunde haben bereits 90 Prozent der Befragten gehört und 71 Prozent von Gesundheits-Apps auf Rezept, sogenannten DiGAs. Und rund die Hälfte (51 Prozent) weiß, dass es auch einen elektronischen Medikationsplan gibt.

Gesundheitssystem auf Digitalkurs

„Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Digitalisierung des Gesundheitssystems drastisch beschleunigt und das Ressort auf Digitalkurs gebracht“, konstatiert Bitkom-Vizepräsidentin Christina Raab. „Die Menschen in Deutschland finden diese Entwicklung richtig, stoßen im alltäglichen Umgang mit digitalen Technologien und Anwendungen im Gesundheitsbereich aber noch auf Hürden.“ 

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Digitalisierung des Gesundheitssystems drastisch beschleunigt und das Ressort auf Digitalkurs gebracht.

Ob Elektronische Patientenakte, E-Rezept oder Künstliche Intelligenz in der Medizin: Wir müssten Raab zufolge die Kompetenzen zum Umgang mit digitalen Gesundheitstechnologien und -Anwendungen stärken.

E-Rezept als Musterbeispiel für Digital Health

Das Elektronische Rezept ist dabei ein wichtiger Baustein des digitalen Gesundheitssystems –  und zeigt, wie Digital Health in der Praxis erfolgreich funktioniert. Gesetzlich Krankenversicherte erhalten verschreibungspflichtige Arzneimittel nur noch per digitales Rezept und können dieses mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte, per App oder mittels Ausdruck einlösen. 

Digital Health: Beliebt –  aber viele fühlen sich überfordert
E-Rezept: Die Mehrheit der Versicherten hat damit positive Erfahrungen gemacht.
(Bild: Bitkom Research)

Die digitalen Verfahren werden dabei klar bevorzugt: 54 Prozent stecken am liebsten ihre Gesundheitskarte in der Apotheke ein, 20 Prozent bevorzugen die E-Rezept-App auf ihrem Smartphone oder Tablet und 8 Prozent wollen das E-Rezept am liebsten gleich in einer Online-Apotheke einlösen. Lediglich 14 Prozent bevorzugen den Ausdruck auf Papier.

Bereits 77 Prozent der Deutschen geben an, schon ein oder mehrere E-Rezepte eingelöst zu haben. Bei 83 Prozent verlief das Procedere reibungslos, 23 Prozent berichten von Problemen. „Die Umstellung auf das E-Rezept betrifft nicht nur Patienten sowie die Apotheken, sondern auch die Ärzte“, erklärt Bitkom-Vizepräsidentin Raab. Die Einführung neuer Prozesse – dazu zählt auch die unmittelbare Signatur und Freigabe der digitalen Rezepte in den Praxen – sei mittlerweile aber auf einem sehr guten Weg.

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