Die steigende Nutzung digitaler Technologien im Berufsalltag birgt gesundheitliche Risiken – Digital Overload. Neurotraining setzt genau hier an mit praktischen Lösungen, um einen ausgewogenen Umgang mit digitalen Geräten im Business-Alltag zu fördern.
(Bild: InputUX – stock.adobe.com)
Digitale Technologien sind heute unverzichtbar im Arbeitsleben. E-Mails, Videokonferenzen und ständige Erreichbarkeit gehören zum Arbeitsalltag. Doch hinter der scheinbaren Effizienz lauern oft unsichtbare Belastungen. Lange Bildschirmzeiten, Multitasking und ständige Informationsflut können zu Stress, Erschöpfung und anderweitigen gesundheitlichen Beschwerden führen. All diese physischen und psychischen Belastungen werden als „Digitale Überlastung“ oder „Digital Overload“ bezeichnet. Diese negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, insbesondere auf das Gehirn, können Stressreaktionen hervorrufen, welche sowohl die Regeneration beeinträchtigen als auch langfristig chronische Erkrankungen verursachen.
Neurozentriertes Training beginnt mit der Wahrnehmung dieser unsichtbaren Belastungen und fördert das Bewusstsein für mögliche Symptome. Die Bedeutung von körperlicher Betätigung, Naturerlebnissen und Entspannungstechniken sind dabei von entscheidender Bedeutung.
Digital Overload: Ursachen verstehen, um gezielt Lösungen zu finden
Um Digital Overload effektiv zu bekämpfen, ist es wichtig, die zugrunde liegenden Faktoren aufzuschlüsseln. Hierzu zählen exzessiver Bildschirmgebrauch, ständiger Leistungsdruck sowie permanente Ablenkungen. Die anhaltende Nutzung von Smartphones führt zur Verkürzung der Konzentrationszeiten, fördert Ablenkbarkeit und beeinträchtigt die Willenskraft. Diese chronische Stimulation und Ablenkung kann auf langfristige Sicht gesundheitliche Auswirkungen haben. Durch die externe Speicherung von Wissen, Fakten und Erinnerungen findet eine strukturelle Veränderung des Gehirns statt.
Die Auswirkungen einer Überlastung des Gehirns sind vielschichtig und betreffen die Kognition, Sprache sowie die Wahrnehmung visueller Objekte. Die durch diese Reizüberflutung ausgelösten Stresshormone signalisieren eine Gefahrensituation, was zu eingeschränktem Denken und dem Fokussieren auf die direkte Umgebung führt. Studien zeigen, dass Achtsamkeitsübungen und gezieltes Neurotraining wirksame Methoden zur Reduktion von Stress und Verbesserung der Stressregulation darstellen können. Es ist jedoch wichtig, sich nicht ständig zu überfordern, sondern stattdessen die eigene Körperwahrnehmung in den Fokus zu stellen, um eine Überlastung des Nervensystems zu vermeiden.
Neurozentriertes Training zur Stärkung des Gehirns und Erhaltung der Gesundheit
Es handelt sich um einen ganzheitlichen Ansatz zur Förderung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Zeitalter der Digitalisierung. Stress, Bewegung und Schmerzen entstehen im Gehirn und hier setzt das Neurozentrierte Training an. Die Konzentration liegt auf der dynamischen Balance zwischen Anspannung und Entspannung sowie der Erhaltung der körperlichen Gesundheit. Der Fokus liegt darauf, die neurologische Fitness zu verbessern, um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt besser gerecht zu werden.
Die Übungen beziehen alle drei bewegungssteuernden Systeme ein: die Augen, das Gleichgewichtssystem und den Bewegungsapparat. Besonders die Wichtigkeit des visuellen Systems bei der digitalen Überlastung darf nicht unterschätzt werden. Entspannungsübungen, Augenmuskeltraining sowie Farbbrillen können zur Reduktion der negativen Auswirkungen bei vielen Stunden vor dem Bildschirm beitragen. Im Training, das auf neurozentrischen Prinzipien basiert, können außerdem Farbbrillen und Knochenschallkopfhörer zur Stressregulation genutzt werden, die über visuelle und auditive Reize wirken. Der Vagusnerv und dessen Wirkung auf die Stressregulation spielen eine entscheidende Rolle im Umgang mit digitalem Overload. Durch gezielte Atemtechniken, wie die Seufzeratmung, kann der Vagusnerv aktiviert werden und sich dadurch positiv auf die Regeneration auswirken.
Praktische Übungen für den digitalen Alltag
Achtsamkeitstraining: Durch gezielte Übungen wird die Achtsamkeit geschult, um den gegenwärtigen Moment bewusster zu erleben. Das hilft, Stress abzubauen und die Konzentration zu verbessern. Atmen Sie dafür bewusst 2 Minuten durch die Nase ein und aus. Fokussieren Sie sich darauf, in den Bauch zu atmen, das aktiviert den Vagusnerv.
Digitale Pausen: Regelmäßige Pausen von digitalen Geräten sind wichtig, um den Geist zu entlasten und die Augen zu entspannen. Legen Sie beide Hände auf die geschlossenen Augen und atmen sie entspannt durch die Nase ein und aus, bis Sie völlige Dunkelheit wahrnehmen.
Bewegungsimpulse: Einfache Bewegungsübungen fördern die Durchblutung und steigern die Energie. Sie können ohne großen Zeitaufwand direkt am Arbeitsplatz durchgeführt werden. Stellen Sie sich dafür aufrecht hin, strecken Sie Ihren rechten Arm aus, schauen mit beiden Augen auf den Daumen und drehen Sie dann gleichzeitig Augen, Kopf und Arm nach rechts und zur Mitte zurück. Wechseln Sie anschließend die Seite.
Stand: 16.12.2025
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Alle drei bewegungssteuernden Systeme werden in die Übungen einbezogen, d.h. die Augen, das Gleichgewichtssystem und der Bewegungsapparat. Gerade die Rolle des visuellen Systems bei der digitalen Überlastung ist nicht zu unterschätzen. Entspannungsübungen, Augenmuskeltraining und sogar Farbbrillen können helfen, die negativen Auswirkungen der vielen Bildschirmstunden zu reduzieren. Empfehlungen für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien umfassen neben der klaren Trennung von Online- und Offline-Zeiten auch die bewusste Konzentration auf die aktuelle Tätigkeit sowie die Vermeidung von Multitasking, welches als stressauslösend und wenig produktiv gilt.
Digital Overload und Überlastung überwinden
Der Ansatz des Neurotrainings geht über kurzfristige Lösungen hinaus und zielt darauf ab, langfristige Wege zur Erhaltung der Gesundheit und des Wohlbefindens in einer digital geprägten Welt zu finden. Der bewusste Einsatz von digitalen Technologien, kombiniert mit regelmäßigem neurozentriertem Training, bildet die Basis für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beruflicher Effizienz und persönlichem Wohlbefinden. In einer zunehmend von digitalen Technologien geprägten Welt ist es entscheidend, die eigene Gesundheit nicht aus den Augen zu verlieren.
Die Bewältigung der digitalen Überlastung stellt eine Herausforderung dar, der wir uns bewusst werden müssen.