DB Podcast

Event zur digitalen Transformation Digital X: Kleine Brötchen

Ein Kommentar von Heiner Sieger 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Zeiten großer Megaevents zur Digitalisierung scheinen vorbei. Die Telekom hat ihr ambitioniertes Event Digital X gewaltig geschrumpft. Die Gründe hierfür sind vielschichtig.

(Bild:  Deutsche Telekom)
(Bild: Deutsche Telekom)

Es war einmal: Die Digital X in Köln galt über Jahre hinweg als eines der Leuchtturm-Events der digitalen Transformation in Deutschland. Mehrtägig, mehr als 100 integrierte Locations, vier Stadtviertel, zehntausende Besucher, Konzerte renommierter Kölner Bands sowie zahlreiche internationaler Showgrößen von Arnold Schwarzenegger bis Georg Clooney prägten ein Festival, das Digitalisierung erlebbar machen wollte – für Mittelstand, Politik und Konzerne gleichermaßen.

Der Schritt der Digital X zurück in ein überschaubares Format wirkt auch wie ein Kontrollverlust einer einst prägenden Marke.

Heiner Sieger, Chefredakteur DIGITAL BUSINESS

Doch dieses ambitionierte Format, das sich vielerorts als Impulsgeber für Digitalisierungsprojekte und Branchennetzwerke etablierte, ist jetzt Vergangenheit. Die Telekom, einst Organisatorin dieses Großevents mit Festival-Atmosphäre, hat die Digital X gewaltig zusammengeschrumpft. Stattdessen macht sie nun 2025 die Digital X zur kompakten „Focus Edition“ – an nur einem Tag, am Stück, in einem einzigen Messezentrum – und das mit einem klar eingegrenzten Schwerpunktthema und maximal 5000 Gästen. Nach Jahren vollbesetzter Veranstaltungen und bis zu 30.000 Teilnehmern in den Kölner „Veedeln“ rund um den 266 Meter hohen Symbolturm „Colonius“ steht die Veranstaltung vor einem radikalen Wandel.

Digital X: Die Digitalisierung professionalisiert sich

Als Außenstehender, der die Show jahrelange besucht hat, frage ich mich: Warum? Die Gründe scheinen vielschichtig. Und sprechen Bände über die aktuelle Digitalshow-Realität in Deutschland:

Das Interesse ist erkennbar zurückgegangen: Die digitale Messelandschaft ist längst fragmentiert, kleinere, spezialisierte Veranstaltungen setzen erfolgreiche regionale Schwerpunkte. Große Massenveranstaltungen mit ihrem Showeffekt können da nur noch bedingt punkten. Der Hype um das große Digitalfestival ist vorbei, ersetzt durch pragmatische Begegnungen und echte Businessmeetings.

Die Kosten sind explodiert – bei knapper werdendem Budget: Ein Digitalfestival über zig Orte mit zehntausenden Gästen ist ein logistisch gigantisches Mammutprojekt, das enorme Ressourcen bindet. Sponsoren und Partner sind zurückhaltender, Budgets für Veranstaltungen werden vorsichtiger vergeben – auch angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten und Inflation. Große Events müssen sich rechnen – und das geht mit dem alten Format zunehmend schwer.

Digitale Wissensvermittlung fragmentiert sich: Zahlreiche spezialisierte Konferenzen, Fachmessen und Branchentreffen decken heute gezielt einzelne Themen wie künstliche Intelligenz, Cloud, Cybersecurity oder E-Commerce ab. Diese kleineren, fokussierten Formate bieten den Unternehmen oft einen besseren zielgruppengenauen Austausch und konkretere Businesspotenziale als ein breit angelegtes Großevent. Zudem setzen viele Unternehmen auf eigene, digitale Formate, Webinare und hybride Veranstaltungen, um ihre Zielgruppen direkter und flexibler zu erreichen.

Die Digitalisierung selbst hat sich professionalisiert – das Informationsbedürfnis ist zielgerichteter. Unternehmen erwarten fundierte Fachinhalte, Lösungen und Networking auf Augenhöhe – nicht Show und Bühnen-Getöse. Ein fokussiertes, kompaktes Format mit klaren Themenschwerpunkten kommt im digitalen Transformationsprozess besser an.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung