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Souveräne KI-Lösungen Digitale Souveränität und KI: Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Viele Unternehmen in Deutschland würden gern stärker lokale Lösungen für künstliche Intelligenz verwenden, setzen sich aber zu wenig dafür ein in finanzieller und organisatorischer Hinsicht. Nach den Kosten ist das zweitgrößte Problem, was digitale Souveränität bedeutet und wie sie sich umsetzen lässt.

(Bild:  © Cre-AI-Tor/stock.adobe.com)
(Bild: © Cre-AI-Tor/stock.adobe.com)

Darum Geht's

Wunsch versus Umsetzung: Viele deutsche Unternehmen wollen stärker lokale und souveräne KI-Tools nutzen, investieren dafür aber finanziell und organisatorisch zu wenig.

Treiber der Entscheidung: Wichtige Gründe für souveräne KI-Anwendungen sind Regulierung und Vorgaben (EU AI Act, DSGVO), geopolitische und Handelsrisiken sowie Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit.

Status quo und Zuständigkeiten: Sechs Prozent der befragten Unternehmen betreiben eine lokale KI produktiv, 26 Prozent setzen derzeit Pilotprojekte um und 57 Prozent evaluieren passende KI-Lösungen.

Die stärkste Motivation zur Nutzung von KI-Lösungen, die die digitale Souveränität unterstützen, sind für Unternehmen Regularien und staatliche Vorgaben wie der EU AI Act oder die DSGVO. Dieser Aspekt ist für 46 Prozent der befragten Verantwortlichen in Deutschland relevant, zeigt eine neue Studie von Accenture und Avanade. An zweiter Stelle folgt die Vermeidung geopolitischer oder Handelsrisiken – bei dem sich deutsche Unternehmen mit 38 Prozent naturgemäß deutlich stärker sorgen als der Rest der Welt (21 Prozent). Erst an dritter Stelle folgen Innovation und lokale Wettbewerbsfähigkeit bei den Unternehmen hierzulande, wenn sie sich mit heimischen KI-Lösungen beschäftigen.

Digitale Souveränität: KI-Tools aus Europa sind gefragt

Thomas Müller ist Geschäftsführer der Avanade Deutschland GmbH.(Bild:  Avanade)
Thomas Müller ist Geschäftsführer der Avanade Deutschland GmbH.
(Bild: Avanade)

Thomas Müller, Geschäftsführer der Avanade Deutschland GmbH, erklärt: „Beim Blick auf diese Zahlen wird klar: Die Unternehmen sind im Hinblick auf digitale Souveränität im Kontext KI von äußeren Faktoren getrieben. Ängste und Vorgaben sind allerdings nie die besten Auslöser, wenn es um betriebswirtschaftliches Handeln geht. Sie befördern vielmehr interne Widerstände. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch, dass die Funktionalität der internationalen Lösungen so gut ist, dass sie im Wettbewerb an der Spitze sind. Insofern sind die Anbieter europäischer KI-Lösungen auch gefragt, hier beim Angebot nachzuziehen – eine Herausforderung beim Blick auf den Investitionsbedarf.“

Die Unternehmen sind im Hinblick auf digitale Souveränität im Kontext KI von äußeren Faktoren getrieben. Ängste und Vorgaben sind allerdings nie die besten Auslöser, wenn es um betriebswirtschaftliches Handeln geht.

Thomas Müller, Avanade

Produktiver Einsatz souveräner KI auf niedrigem Level

Diesen Voraussetzungen folgend befindet sich die Nutzung von künstlicher Intelligenz mit lokalerem Hintergrund auf einem geringen Niveau: Sechs Prozent der Unternehmen hierzulande weisen einen entsprechenden Produktivbetrieb auf – ein Wert, der nochmals hinter den elf Prozent international zurückbleibt. 26 Prozent befinden sich hierzulande in Pilotprojekten (global 23 Prozent). Diesen Zahlen steht deutschlandweit wie international eine große Mehrheit von 57 Prozent der Unternehmen gegenüber, die überhaupt konkrete Lösungen kennen oder sie evaluiert haben.

Digitale Souveränität: Geopolitische Risiken im Visier

Überhaupt sind sich hierzulande 62 Prozent der mit relevanten Entscheidungen betrauten Personen der Existenz lokalerer Angebote durchaus bewusst, während aber 38 Prozent noch keine entsprechenden Lösungen kennen. Verantwortlich für die Auseinandersetzung mit einem KI-Einsatz sind demnach mit 43 Prozent vor allem dedizierte Daten- und KI-Entscheider. Es folgen mit 34 Prozent Compliance-Führungskräfte und mit 15 Prozent IT-Teams. Die Geschäftsleitung befasst sich in den befragten Unternehmen mit acht Prozent operativ mit dem Thema. Für knapp ein Drittel dieser Entscheider spielen zudem geopolitische Risiken sowie Handels- und Zollthemen eine Rolle bei der möglichen künftigen Nutzung souveräner KI.

Zur Methodik der Studie: Für die Studie haben Accenture und Avanade weltweit insgesamt 1.928 und in Deutschland 100 Unternehmen befragt, deren Umsatz größtenteils zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro liegt. Befragt wurden Unternehmen der Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, Automobilindustrie, Bankenwesen, Chemieindustrie, Kommunikation und Medien, Konsumgüter und Dienstleistungen sowie Einzelhandel, Energie, Gesundheitswesen, Hochtechnologie, Maschinenbau, Versicherungen, Software, Reise und Tourismus, Versorger sowie die öffentliche Hand. Bei einigen der Fragen waren die Stichprobenumfänge geringer. Die Erhebung fand Ende des Jahres 2025 statt.

Avanade bietet gemeinsam mit Accenture Lösungen in den Bereichen KI, Cloud, Datenanalyse, Cybersicherheit und ERP. Avanade ist der „Client Zero“ von Microsoft und wurde bereits 20-mal mit dem „Microsoft Global SI Partner of the Year Award“ ausgezeichnet. und auf LinkedIn.

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