Den Stress einer digitalen Transformation tun sich Unternehmen selten nur aus einem Grund an. Zumeist verfolgen sie neben technischen Aspekten vor allem strategische Ziele. Natuvion und NTT Data Business Solutions haben in einer Studie den Lifecycle einer Transformation untersucht.
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Keine Frage, Unternehmen wollen oder müssen wachsen, sich konsolidieren und Flexibilität aufbauen, um ihre Zukunft zu sichern. Und was bietet sich als Grundlage besser an, um diese Ziele zu erreichen, als eine digitale Infrastruktur, inklusive hoch automatisierter Prozesse? Ein bisschen Druck seitens SAP ist aber durchaus auch dabei - nicht zuletzt durch die nahende Abkündigung der alten Lösungen zugunsten von SAP S/4HANA.
Gründe für den Beginn einer Transformation.
(Bild: Natuvion)
Das treibt so manches Unternehmen schneller in die technische Transformation als ursprünglich geplant. Dieser Veränderungszwang hat aber auch sein Gutes: Er ermuntert Unternehmen, sich mit bestehenden Prozessen, Daten und Softwaresystemen zu beschäftigen, auch wenn das neben dem Kerngeschäft (wie so oft) zeitlich ungelegen ist. Zumal das Resultat einer Transformation in den meisten Fällen eine derartige Verbesserung ist, dass sich die Mühe und Kosten lohnen.
Allerdings ist der SAP-bedingte Schubs nur für wenige Unternehmen die Hauptmotivation. Die meisten Unternehmen wollen mit der Transformation geschäftsstrategische Ziele erreichen. Welche das im Einzelnen sind, haben Natuvion und NTT Data Business Solutions mit ihrer Studie „Transformation 2024“, bei der Unternehmen in 15 Ländern detailliert befragt wurden, herausgefunden.
IT-Transformation unterstützt die Restrukturierung
Der häufigste Grund für eine IT-Transformation ist mit 36 Prozent die organisatorische Anpassung (Restrukturierung). Auf Platz zwei der Transformationsziele wählten 27 Prozent der Befragten die Einführung neuer Technologien, wie beispielsweise KI. Platz drei teilen sich mit jeweils 26 Prozent der Kauf und Verkauf von Unternehmen oder Unternehmensteilen (26 Prozent) mit der Einführung neuer Geschäftsmodelle (26 Prozent) sowie der Steigerung der Innovationsfähigkeit.
Dabei weisen die Ergebnisse nach Branchen betrachtet recht unterschiedliche Motivationsrankings auf: In der Automobilbranche liegt die organisatorische Anpassung mit 48 Prozent unangefochten auf Platz 1. Das ist bei den derzeitigen Umstellungen der Geschäftsmodelle und der Elektromobilität wenig überraschend. In der Finanzbranche hingegen geht der erste Platz mit 46 Prozent an die Einführung neuer moderner Technologien, gefolgt von der Kostenreduktion (39 Prozent).
Mehrheitlicher Plattformwechsel in die Cloud
56 Prozent der Unternehmen nutzen nach einer Transformation mehr Cloud-Dienste.
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Die Cloud macht‘s möglich: Ohne den massiven Ausbau der Cloud-Infrastruktur und der Dienstleistungen wären diese strategischen Transformationsziele nicht erreichbar. Der Grund: Software und Updates können wesentlich schneller bereitgestellt werden. Unternehmen haben deutlich weniger Aufwand mit der IT-Infrastruktur und sie profitieren von Leistungsreserven, die im hauseigenen Rechenzentrum seit Jahrzehnten konstant Mangelware sind. Und die Cloud-Transformation bietet die nötige Flexibilität, die Unternehmen für die Anpassung ihrer Prozesse in sich schnell wandelnden Marktbedingungen benötigen.
Dies spiegelt auch die Studie wider: 56 Prozent der Unternehmen setzen vermehrt auf Cloud-Dienste. 39 Prozent der Befragten erhoffen sich von der Cloud eine höhere Flexibilität und schnellere Anpassungsmöglichkeiten ihrer Systeme. Auch hier gibt es branchenspezifische Unterschiede: Spitzenreiter beim Wunsch nach Flexibilität und schnellerer Anpassungsmöglichkeiten der Systeme sind die Finanzindustrie (58 Prozent), die Life-Sciences (52 Prozent) und der Automobilsektor (52 Prozent). Auf Platz 2 liegt erwartungsgemäß die Beschleunigung von Geschäftsprozessen, die sich 38 Prozent der Befragten erhoffen.
Ein schnellerer und leichterer Zugang zu technischen Innovationen wie KI war für 37 Prozent der Unternehmen die Motivation für den Weg in die Cloud.Interessanterweise scheinen die Kosten zugunsten der zuvor genannten Ziele eine geringere Rolle zu spielen. Unter den 14 Auswahlmöglichkeiten belegt die Kostensenkung den vorletzten Platz mit 11 Prozent. Die strategischen und unternehmerischen Effekte aus der Transformation scheinen bei der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen deutlich schwerer zu wiegen als eine simple Kostensenkung.
Wurden die Ziele der digitalen Transformation erreicht?
Gründe für die stärkere Nutzung von Cloud-Diensten.
(Bild: Natuvion)
Eine Transformation, insbesondere wenn es sich um größere Systeme handelt, ist nichts, was man mal übers Wochenende erledigt. Nicht selten dauern diese Projekte von der Planung bis hin zur Umsetzung zwei Jahre oder länger. Das liegt hauptsächlich an den gesteckten Zielen im Zusammenhang mit der Menge und der Qualität der Daten sowie der Neugestaltung der Prozesse. Wenig Erfahrung mit derartig großen Transformationsprozessen und der nicht vorhandene Zugriff auf Tools, welche die Transformation maßgeblich unterstützen, können weitere Gründe für einen übermäßig langen Transformationsprozess sein. Die Studie gibt über die Erreichung der gesetzten Ziele genaue Auskunft und die Ergebnisse sind ernüchternd: Insgesamt bestätigen 43 Prozent, die Transformationsziele nicht vollständig erreicht zu haben - darunter 39 Prozent, die ihre Ziele nur teilweise erreicht und knapp 4 Prozent, die Ziele gar nicht erreicht haben. Positiv formuliert: 57 Prozent der Unternehmen haben ihre Ziele erreicht.
Stand: 16.12.2025
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Aber mit welchen Schwierigkeiten hatten die 43 Prozent der Befragten, die ihre Ziele nicht erreicht haben, zu kämpfen? Am meisten mit der fehlenden Erfahrung der eigenen Mitarbeiter mit Projekten dieser Größe. Davon waren 34 Prozent der Unternehmen überrascht. Darüber hinaus wurden Probleme mit der Datenqualität und Ressourcenknappheit mit ca. 30 Prozent beklagt. Fehlendes Know-how der Mitarbeiter und die mangelnde Akzeptanz der Belegschaft schafften es immerhin noch auf 20 Prozent.
Digitale Transformation: Wer gut plant, gewinnt
57 Prozent der Unternehmen haben ihre Ziele durch die Transformation erreicht.
(Bild: Natuvion)
Probleme oder Enttäuschungen bei der Zielerreichung haben ihren Ursprung nicht selten gleich am Anfang eines Transformationsprojekts. Betrachtet man die Treiber der IT-Transformation wurden in der diesjährigen Studie aus internationaler Sicht die IT-Abteilung, der Vorstand und die Finanzabteilung ausgemacht. Während im Durchschnitt über alle Länder hinweg die IT-Abteilung vorne liegt und der Vorstand bzw. die Geschäftsführung auf Platz 2 stellt sich das in der DACH-Region genau andersherum dar. Hier ist das Top-Management Hauptinitiator (44 Prozent) gefolgt von der IT-Abteilung auf Platz 2 (42 Prozent). Das legt nahe, dass die Schwierigkeiten bei der Cloud-Transformation und der Zielerreichung unter anderem auch darin liegen könnten, dass das Management zwar Wunschziele anhand der strategischen Ausrichtung des Unternehmens definiert und die IT-Verantwortlichen ihre bestehenden Technologiestrategien und Systeme sehr genau kennen, jedoch beide keine Transformationsexperten mit weitreichender Erfahrung sind.
Interessant in diesem Zusammenhang ist der Vergleich von Zahlen der Unternehmen, die ihre Ziele erreicht haben, mit denjenigen, die ihre Ziele nicht erreicht haben. Auffällig ist, dass Unternehmen, die die Analyse und eine fundierte Bestandserfassung als erfolgskritischen Teil ihrer Transformation höher beurteilt haben, auch öfter angeben, alle ihre Ziele erreicht zu haben. Das verdeutlicht die Wichtigkeit von Erfahrung und einer umfassenden Vorbereitung auf die Transformationsprojekte.
Die Studie "Transformation 2024" von Natuvion und NTT Data Business Solutions beleuchtet die Praxis der Cloud-Transformation von Unternehmen und leitet daraus Entwicklungen und Trends ab. Die Ergebnisse von rund 1.2560 Befragungen in unterschiedlichen Regionen und Ländern geben CEOs, CIOs, IT-Entscheidern und anderen Transformationsverantwortlichen einen Kompass an die Hand. Ziel soll es sein, Transformationen besser zu planen, typische Fehler zu vermeiden und so die individuellen Ziele der Transformationsvorhaben bestmöglich zu erreichen.
Philipp von der Brüggen ist CMO bei Natuvion. Zu den Leistungen von Natuvion gehören Datenmigration und -transformation, Datenqualität, Datenintegration, Datenschutz, Datensicherheit und Datenverwaltung. Bei der Transformation kommt die eigenentwickelte Software DCS zum Einsatz.