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2. Digital Health Summit Digitales Gesundheitswesen: Diese zehn Punkte fordern Ärzte von der Politik

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Ende August trafen sich forschende Ärzte zum 2. Digital Health Summit. Ein Thema: Digitales Gesundheitswesen. Die Ärzte stellten hierfür einen Zehn-Punkte-Plan mit Forderungen an die Politik vor.

(Bild:  keBu.Medien / Adobe Stock)
(Bild: keBu.Medien / Adobe Stock)

Über 100 forschende Ärzte aus 20 deutschen Universitätskliniken trafen sich Ende August zum 2. Digital Health Summit, der in Brandenburg an der Havel unter Federführung des Universitätsklinikums Brandenburg (UKB) ausgerichtet wurde. Thematisch standen in diesem Jahr Künstliche Intelligenz, Telemedizin, Augmented/Virtual/Mixed Reality und Gesundheits-Apps sowie digitales Gesundheitswesen im Fokus. 

Unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher stellten Wissenschaftler und Forscher ihre Ergebnisse und Visionen zur Digitalen Gesundheit vor. 

Digitales Gesundheitswesen: Forderungen an die Politik

Die anwesenden Experten und Forscher hatten zuvor die bestehende Fachliteratur zur digitalen Gesundheit analysiert, diskutiert und ausgewertet. Im abschließenden Experten-Konsensus stellten sie einen 10-Punkte-Plan mit Forderungen an die deutsche Politik vor.

1. Etablierung klarer Verantwortlichkeiten: Es besteht die medizinische Notwendigkeit, dass die Verantwortung für Diagnostik, Diagnosestellung und Therapie, auch bei der Verwendung KI-gestützter Systeme, zu jeder Zeit den behandelnden Ärzten unterliegt.

2. Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit: Digitale Gesundheitslösungen sollten von Grund auf in interdisziplinärer und kollaborativer Zusammenarbeit konzipiert und entwickelt werden. Dazu gehören unter anderem medizinische Leistungserbringer, Medizintechnik und Pharmaindustrie, digitale Medienpräsenz, Patientenvertreter sowie Experten aus den Bereichen Ethik und Recht.

3. Ausbau von Bildungs- und Weiterbildungsprogrammen: Die strukturierte Aus- und Weiterbildung zur Kompetenzsteigerung von medizinischem Personal im Umgang mit digitalen Gesundheitslösungen sollte gefördert werden, um deren Akzeptanz und Einsatz zu erhöhen.

4. Finanzierung und Vergütung digitaler Gesundheitslösungen: Evidenzbasierte digitale Gesundheitslösungen (aus den Bereichen KI, Telemedizin, Extended Realities, Gesundheits-Apps) müssen finanziert werden und klare Abrechnungsziffern (EBM, GOÄ et cetera) erhalten.

5. Integration von Gesundheits-Apps zur umfassenden Gesundheitsförderung: Gesundheits-Apps sollten nicht nur zur Therapie von Krankheiten bzw. deren Symptomen, sondern auch zur Prävention, Früherkennung und allgemein zur Förderung von gesundheitsförderndem Verhalten eingesetzt werden.

6. Förderprogramme und Ausschreibungen zur Unterstützung digitaler Gesundheitslösungen: Zur Etablierung von digitalen Gesundheitslösungen bedarf es klar definierter Förderprogramme und Ausschreibungen zur Entwicklung, Integration und Evaluation im Rahmen klinischer Studien und präklinischer Forschung.

7. Anwendung telemedizinischer Konzepte zur Vermeidung von Mangelversorgung: Vor dem Hintergrund einer drohenden Mangelversorgung im deutschen Gesundheitswesen ist es zwingend notwendig, synchrone und asynchrone telemedizinische Konzepte anzuwenden, die bisherige Behandlungsprinzipien ergänzen und weiterentwickeln.

8. Bewältigung rechtlicher und struktureller Herausforderungen: Für die nationale klinische Anwendung von KI-basierten Assistenzsystemen stellen die rechtlichen Verwaltungsstrukturen des Föderalismus eine komplexe politische-strukturelle Herausforderung dar. Dies betrifft insbesondere die Umsetzung von Datenschutzvorgaben, Informationssicherheit sowie die noch sehr heterogenen Digitalisierungsstandards.

9. Schaffung struktureller Voraussetzungen für die klinische Anwendung von KI: Trotz rasanter wissenschaftlicher Weiterentwicklung von KI-Modellen und der Erweiterung der Anwendungsgebiete fehlen in Deutschland und europaweit derzeit wesentliche strukturelle Voraussetzungen, um die klinische Anwendung zu ermöglichen (technische, organisatorische, wirtschaftliche und regulatorische Voraussetzungen sowie Akzeptanz- und Ausbildungsbarrieren).

10. Zukunftspotenzial von KI-Systemen in der Therapieoptimierung: KI-Systeme könnten zukünftig personalisierte und präzise Therapieempfehlungen liefern, die die Behandlungsergebnisse erheblich verbessern könnten.

Unbeachtet der Umsetzung des 10-Punkte-Plans waren sich die Forscher einig: Die Zukunft der Medizin ist digital.

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