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KI-gestütztes Gesundheitswesen Living Labs in der Medizin: Neue Testumgebung für digitale Innovationen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Forscher vom EKFZ für Digitale Gesundheit in Kooperation mit dem Zentrum für Klinische Neurowissenschaften stellen in einer neuen Publikation einen Fahrplan für die Umsetzung regelkonformer „Living Labs“ in der Medizin vor. Ziel ist die Beschleunigung von digitalen Innovationen im Gesundheitswesen.

(Bild:  Yuliia/stock.adobe.com)
(Bild: Yuliia/stock.adobe.com)

In einer neuen Publikation „A roadmap for safe regulation-compliant Living Labs for AI and digital health development“ in der Fachzeitschrift Science Advances stellen Forscher und Forscherinnen vom Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit der TU Dresden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Klinische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Dresden und Mitgliedern der Ethikkommission der TUD einen Fahrplan für die Umsetzung sicherer und regelkonformer „Living Labs“ in der Medizin vor. Die Autoren Stephen Gilbert, Rebecca Mathias, Anett Schönfelder, Magdalena Wekenborg, Julia Steinigen-Fuchs, Anja Dillenseger und Tjalf Ziemssen betonen in der Abhandlung die Bedeutung flexibler und sicherer Rahmenbedingungen, um Innovationen in der KI-gestützten Gesundheitsversorgung zu beschleunigen.

Living Labs: Entwicklung und Erprobung von Innovationen im Gesundheitswesen

Living Labs in der Medizin sind reale, kooperative Umgebungen, die dazu dienen, neue Technologien unter nahezu klinischen Bedingungen zu testen. Moderne digitale Geräte sind zunehmend flexibel, vernetzt und voneinander abhängig. Living Labs bieten eine wertvolle Möglichkeit, um zu untersuchen, wie Patienten oder medizinisches Fachpersonal mit digitalen Innovationen – wie beispielsweise künstlicher Intelligenz (KI), mobilen Gesundheits-Apps und tragbaren Sensoren – in klinischen Arbeitsabläufen interagieren. Durch die Erfassung der Nutzerperspektiven und Ergebnisse in einem frühen Entwicklungsstadium tragen Living Labs dazu bei, dass digitale Anwendungen sowohl praktisch sind als auch einen Mehrwert für Patienten haben.

Die Flexibilität, die Living Labs auszeichnet, steht jedoch oft im Widerspruch zu den starren Strukturen der derzeitigen EU-Rechtsvorschriften für Medizinprodukte, die ursprünglich nicht für digitale und adaptive Technologien konzipiert wurden. „Living Labs stehen in einem natürlichen Spannungsverhältnis zur Regulierung“, erklärt Rebecca Matthias, Mitautorin der Veröffentlichung und wissenschaftliche Mitarbeiterin am EKFZ für Digitale Gesundheit. „Flexibilität und Sicherheit schließen sich jedoch nicht aus. Flexibilität in der Bewertung sowie in der Interaktion mit den Patienten geht Hand in Hand mit Sicherheit und ethischen Leitplanken.“

Die Veröffentlichung basiert auf den Erfahrungen bei der Einrichtung eines Living Lab an einem Universitätsklinikum mit dem Schwerpunkt auf der Erforschung von Multipler Sklerose (MS).(Bild:  Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ))
Die Veröffentlichung basiert auf den Erfahrungen bei der Einrichtung eines Living Lab an einem Universitätsklinikum mit dem Schwerpunkt auf der Erforschung von Multipler Sklerose (MS).
(Bild: Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ))

Die Veröffentlichung stützt sich auf die Erfahrungen des Teams beim Aufbau eines Living Labs am Dresdner Universitätsklinikum zur Erforschung von Multipler Sklerose (MS). „Unser MS Living Lab ist ein sich ständig weiterentwickelndes Konzept, das in kontinuierlichem Austausch mit allen Beteiligten, einschließlich der Ethikkommission und der Aufsichtsbehörden, steht, um Sicherheit und Compliance zu gewährleisten, ohne dabei die Innovation zu behindern“, sagt Prof. Tjalf Ziemssen, Leiter des Zentrums für Klinische Neurowissenschaften an der Neurologischen Klinik des Dresdner Universitätsklinikums Carl Gustav Carus.

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