Viele Unternehmen befassen sich intensiv mit dem Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit und haben dieses bereits in ihre Unternehmensstrategie aufgenommen. Daher haben wir unseren Experten die Frage gestellt: „Wie kann moderne IT dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele von Unternehmen zu unterstützen?“
(Bild: yurolaitsalbert – stock.adobe.com)
Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Ein Konzept mit Dreifachnutzen
Nachhaltigkeit und Digitalisierung scheinen auf den ersten Blick gegensätzlich zu sein. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass sie sehr eng zusammenhängen. Unternehmen, die auf grüne IT setzen, profitieren von einem Konzept mit Dreifachnutzen: Reduktion der Kosten, Verbesserung der technischen Infrastruktur und Entlastung der Umwelt. Dabei liegt der Fokus stets auf Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Innovation. Nachhaltigkeit beginnt mit der bedarfsgerechten Beschaffung von Technik wie Computern, Monitoren und Druckern, denn oftmals sind Geräte für den tatsächlichen Bedarf überdimensioniert.
Kompakte Mini-PCs und Thin Clients verlagern die Rechenleistung auf zentrale externe Server. Für Büroanwendungen sind sie ausreichend und können den Energieverbrauch im Vergleich zu leistungshungrigen PCs oder Macs um 40 bis 70 Prozent senken. Außerdem gibt es klimaneutrale Cloud Services, die kostengünstiger und energieeffizienter als konventionelle Datacenter sind. Als Beispiel kann die Green IT Cloud driven by windCORES genannt werden, welche einen modernen Ansatz bietet, um die Stromversorgung für Server und Cloud-Dienste aus erneuerbarer Energie zu speisen – direkt dort, wo sie produziert wird: im Turm einer Windkraftanlage.
Mit unserem Partner und Betreiber der sogenannten windCORES, WestfalenWIND IT, bieten wir unseren Kunden Co-Location-Lösungen und Managed Server direkt aus dem Windrad an. Die deutschen Rechenzentren erfüllen dabei höchste Ansprüche an Verfügbarkeit, Datenschutz und Kosteneffizienz. Weitere Vorteile dieser ökologischen Cloudlösung sind sowohl die Nutzung bestehender Gebäude, der Betrieb mit reinem Ökostrom direkt beim Energieerzeuger als auch der Einsatz einer energieeffizienten Freiluftkühlung.
Christian Hoffmeister ist Chief Information Officer bei Green-IT Systems.
Bildquelle: Green-IT Systems
„Nutzen statt besitzen”
IT-Nutzungskonzepte können einen erheblichen Beitrag leisten, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen – das Konzept „Nutzen statt Besitzen“ ist dazu der Schlüssel. Das bedeutet, dass Unternehmen ihre IT-Hardware nicht mehr kaufen, sondern über moderne Nutzungsmodelle wie Leasing, Miete oder as-a-Service verwenden. Nach dem ersten Nutzungszyklus werden die Geräte aufbereitet und im Sinne der Kreislaufwirtschaft in weitere Nutzungszyklen überführt.
Setzen Unternehmen auf solche modernen technology2use-Konzepte, können sie die CO2-Emissionen ihrer eingesetzten IT-Hardware dank des leistungsfähigen Lifecycle-Managements um mehr als 50 Prozent reduzieren. Denn rund zwei Drittel der CO2-Emissionen eines IT-Assets entstehen bei der Produktion. Eine relevante Größe für Unternehmen vieler Branchen. So sind beispielweise einer McKinsey-Studie zufolge im Dienstleistungssektor IT- und Telekommunikationshardware allein für 35 bis 45 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich.
Mit dem Inkrafttreten der europäischen CSRD-Reportingpflicht wird dies noch wichtiger, denn Ziel der Richtlinie ist es, die Nachhaltigkeitsberichterstattung auf eine Stufe mit der Finanzberichterstattung zu stellen. Im Zuge dieser Regulatorik werden sich Unternehmen daher zukünftig auch anhand ihrer CO2-Bilanz messen lassen müssen. Es ist also unerlässlich rechtzeitig die richtigen Stellschrauben im Unternehmen zu identifizieren, um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir sehen bereits jetzt, dass die Nachfrage nach nachhaltigen und liquiditätsschonenden Nutzungsmodellen für IT- und Technologie-Investitionen weiter steigt und damit auch die Nachfrage nach Kreislaufwirtschaftsexpertise. Das Zeitalter des Nutzens hat längst begonnen, und der globale Wandel von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaft nimmt Fahrt auf.
Komplexes Wechselspiel von Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Die zwei Hoffnungsträger unserer Zukunft heißen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Einerseits unterstützen nachhaltige Digitalisierung und neue Technologien dabei Klimaziele zu erreichen. Auf der anderen Seite verbraucht Digitalisierung Ressourcen, wie Energie, Materialien und Wasser. Es ist wichtig, dieses komplexe Wechselspiel anzuerkennen und eine Balance für die nachhaltigen, digitalen Transformation zu finden. Dabei kristallisieren sich drei Aspekte als besonders entscheidend heraus:
Nachhaltigkeit durch Datenanalysen: Große Datenmengen steuern Entscheidungen und helfen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Analyse von Wertschöpfungsketten-übergreifenden Nachhaltigkeitsdaten ermöglicht es Marktveränderungen zu erkennen, Prozesse effizienter zu gestalten oder nachhaltige Lieferanten zu identifizieren und somit Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Kurzfristige Reaktionen werden ermöglicht, zusätzlich können mittel- bis langfristige Maßnahmen und Hebel identifiziert werden.
Stand: 16.12.2025
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Transparenz und Kommunikation: Die Implementierung von Nachhaltigkeits-Kennzahlensystemen und Dashboards ermöglicht es Unternehmen, ihre Fortschritte bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen zu messen, zu verfolgen und zu kommunizieren. Transparente Berichterstattung schafft Vertrauen.
Grün in die Cloud: Weltweit wird die Zahl der Rechenzentren und ihre Hardware weiter deutlich ansteigen und damit der Energieverbrauch hoch sein. Hier müssen Unternehmen handeln. Seit Anfang 2021 beziehen wir den Strom für unsere Rechenzentren ausschließlich aus erneuerbarer Energie und sind dem Climate Neutral Data Center Pact beigetreten, der sich für den europäischen Green Deal engagiert.
Entscheidend ist, dass Unternehmen nicht nur kurzfristig auf aktuelle Herausforderungen reagieren, sondern langfristige Strategien entwickeln, die Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells verankern.
Ana Miola leitet das Nachhaltigkeitsprogramm bei T-Systems International und ist Sustainability Consultant bei Detecon International.
Bildquelle: T-Systems International
Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Umdenken bei der Beschaffung
Eine Antwort auf diese Frage lautet sicher: Digitalisierung und künstliche Intelligenz ermöglichen Analysen, Prognosen und automatisierte Prozesse, die optimalere Ressourcenplanungen fördern. Das hilft natürlich, Emissionen zu senken. Richtig ist aber auch das genaue Gegenteil. Gerade haben wir zu einem VENDOSOFT-Event in Hamburg eine Nachhaltigkeits-Journalistin eingeladen. Die hat aufgezeigt, dass sich der Strombedarf von 2020 bis 2030 nahezu verdoppeln wird. Keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass sich das monatliche Datenvolumen in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren verhundertfacht hat. Bei der Soft- und Hardware geht es weiter.
Major Software-Upgrades können aufgrund ihrer Systemanforderungen auf vielen älteren Rechnern nicht mehr installiert werden. Windows 11 ist dafür ein aktuelles Beispiel. Das hat einen negativen Einfluss auf die Nachhaltigkeitsziele von Unternehmen, denn die viel zu kurze Lebensdauer von Hardware führt zu jährlich 62 Mio. Tonnen Elektroschrott. Was da drin steckt, kann eine KI-optimierte Ressourcenplanung kaum einsparen.
Deswegen lautet meine Antwort: Nicht die ‚modernste IT‘ ist die nachhaltigste – sondern die IT, die am längsten läuft. Das gilt für Software gleichermaßen wie für Hardware. Eine Studie von McKinsey bestätigt das: „Insgesamt können 50-60 Prozent der Emissionen im Zusammenhang mit Endgeräten durch ein Umdenken bei der Beschaffung angegangen werden, (…) z. B. durch den Kauf von generalüberholten Geräten, von Geräten mit hohem Recyclinganteil oder längerer Lebensdauer.“ Gebrauchte Softwarelizenzen – wie wir sie von Microsoft vertreiben – bescheren Computern, Notebooks und Servern eine um viele Jahre längere Lebensdauer. Das ist ressourcenschonend! Wer den CO2-Footprint der IT reduzieren will, kann mit älterer Software auch noch Geld sparen: 50 bis 80 Prozent gegenüber Neulizenzen und Cloud und 100 Prozent bei der Hardware!