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Daten im Unternehmen schützen Disaster Recovery vs Business Continuity

Verantwortliche:r Redakteur:in: Heiner Sieger 4 min Lesedauer

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Katastrophen und Störfälle sind in aller Munde, umso mehr versuchen Unternehmen ihre Daten zu schützen. Dabei ist Vorsicht besser als Nachsicht. Vor, aber auch nach dem Falle einer Katastrophe kann noch Einiges getan werden, um negative Folgen zu mildern.

(Bild: AdobeStock)
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Studien zeigen, dass 51 Prozent der Unternehmen, die von einer größeren Naturkatastrophe betroffen sind, innerhalb der nächsten zwei Jahre schließen müssen, nur 35 Prozent der Organisationen können bei einem ungeplanten IT-Ausfall ihre Betriebsfähigkeit zu 100 Prozent aufrechterhalten. Der Verlust der Datensicherheit kann zu großen finanziellen Schwierigkeiten führen. Daher sollte jedes Unternehmen die wichtigsten Lösungswege kennen und im Idealfall auch können.

Disaster Recovery vs Business Continuity

Auf der Suche nach Wegen zum Schutz der Daten Ihres Unternehmens sind Sie wahrscheinlich schon auf zwei Begriffe gestoßen: Business Continuity und Disaster Recovery. Es handelt sich um ähnliche Konzepte, die sich beide auf eine Reihe von Lösungen und Diensten beziehen, die für den Schutz der kritischen Daten und Geschäftsfunktionen eines Unternehmens verantwortlich sind. Sie unterscheiden sich jedoch in ihren unterschiedlichen Schwerpunkten und Zielen. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten besser zu verstehen.

Der proaktive Weg: Continuity is King

Geschäftskontinuität bietet einen umfassenderen und proaktiveren Ansatz für die Datensicherheit Ihres Unternehmens. Der Schwerpunkt liegt eher auf der Aufrechterhaltung kritischer Abläufe als auf deren Wiederherstellung nach einem gefähr­lichen Zwischenfall.Bei der Planung der Geschäftskon­tinuität geht es also auch um die allgemeine Widerstandsfähigkeit des Unternehmens, einschließlich der Mitarbeiter, Prozesse, Einrichtungen und Lieferketten. Dazu gehören Risikobewertung, Analyse der Auswirkungen auf den Betrieb, Kontinuitäts­planung, Krisenmanagement, Tests, Schulungen und kontinuierliche Verbesserungen.

Der reaktive Weg: Lost and Found

Disaster Recovery greift nach einem Schadensfall und zielt speziell auf die Wiederherstellung von IT-Systemen, Daten und technologischer Infrastruktur. Sie ist ein Teilbereich der Geschäftskontinuität.

Mit Notfallwiederherstellung werden IT-Systeme und Daten so schnell wie möglich wiederhergestellt, um Datenverluste und Ausfallzeiten zu minimieren, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den technischen Aspekten der Wiederherstellung liegt. Dabei kommen häufig Rechen­zentren, Serverredundanz und Siche­rungslösungen zum Einsatz. Zu den Schlüsselelementen zählen Datensicherung, Offsite-Speicherung, Systemreplikation, Recovery Time Objectives (RTOs), Recovery Point Objectives (RPOs) und Failover-Prozesse.

Wussten Sie, dass Hardwareausfälle 45 Prozent der gesamten ungeplanten Ausfallzeiten verursachen? Durch die Investition in Cloud-Computing-Lösungen, die häufig automatisierte Sicherungs- und Wiederherstellungsfunktionen bieten, können Sie leicht zurückschlagen und jegliche Unterbrechungen in Ihren Geschäftsabläufen abmildern. 

Die wichtigsten Vorteile der Business Continuity Cloud

Haben Sie schon einmal Benjamin Franklins weise Einsicht gehört: „Eine Unze Vorbeugung ist so viel wert wie ein Pfund Heilung“ Mit diesem Grundsatz im Hinterkopf ist es nur logisch, einen Business-Continuity-Plan zu erstellen, um die Widerstandsfähigkeit und Bereitschaft des Unternehmens im Falle von Störungen zu verbessern.

Schließlich kann eine Unterbrechung der Kontinuität Ihr Unternehmen 10.000 Euro pro Stunde kosten – hier kommt Franklins Kosten-Nutzen-Rechnung wieder ins Spiel. Noch besser ist es, wenn dieser Präventionsplan Cloud-Dienste umfasst, die als der heilige Gral der Sicherheit und Flexibilität gelten. Tatsächlich speichern 84 Prozent der Unternehmen derzeit Daten und Backups in der Cloud, und weitere acht Prozent planen, dies innerhalb des nächsten Jahres zu tun. Und es muss einen Grund geben, warum sie so bereitwillig in diese Lösung zu investieren. Erklärung bieten die wichtigsten Vorteile der Business Continuity Cloud:

  • Skalierbarkeit und Flexibilität:
     
    Wenn Sie sich bei der Gewährleistung der Geschäftskontinuität auf Cloud-Dienste verlassen, kann Ihr Unternehmen seine Ressourcen problemlos nach Ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen skalieren. Ob es um die Anpassung der Speicherkapazität oder die Bereitstellung zusätzlicher virtueller Server geht, die Cloud bietet eine Flexibilität, die bei herkömmlichen Lösungen vor Ort oft fehlt.

  • Kosteneffizienz
     
    Cloud-Lösungen für die Geschäftskontinuität können kosteneffektiv sein, da sie erhebliche Kapitalinvestitionen in die physische Infrastruktur überflüssig machen. Unter­nehmen können sich für Pay-as-you-go-Modelle entscheiden, bei denen sie nur für die genutzten Ressourcen zahlen und so die Gesamtkosten im Vergleich zur Wartung redundanter Systeme vor Ort senken.

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  • Automatische Wiederherstellung und Erhöhung der Betriebszeit
     
    Cloud-basierte Business-Continuity-Lösungen können Ihnen dabei helfen, die wichtigen Ziele RPO (Recovery Point Objective) und RTO (Recovery Time Objective) zu erreichen, bei denen es im Wesentlichen darauf ankommt, wie viele Daten und wie lange Ausfallzeiten Sie sich leisten können.

  • Hohe Verfügbarkeit und Verlässlichkeit
     
    Führende Cloud-Anbieter betreiben Rechenzentren mit robusten Redundanz- und Failover-Mechanismen. Dies führt zu einer hohen Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Cloud-basierten Business-Continuity-Lösungen. Unternehmen können sich darauf verlassen, dass diese Anbieter kritische Abläufe aufrechterhalten, selbst bei regionalen Katastrophen.

Disaster Recovery vs Business Continuity: Wie man Cloud Computing für die Geschäftskontinuität implementiert

Ein Plan für die Geschäftskontinuität in der Cloud ist eine der besten Möglichkeiten, die Netzwerk- und Hardwaresicherheit Ihres Unternehmens zu schützen. Bei der Implementierung eines solchen Plans müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden, z. B. die Art der gewählten Cloud – Public oder Private –, der Ruf und die Zuverlässigkeit des Cloud-Anbieters, das Eigentum an den Daten, die Kosten oder die Datensicherungsmethoden. Für eine robuste und widerstandsfähige Strategie ist es außerdem wichtig, strenge Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten, regelmäßige Tests durchzuführen und die Mitarbeiter in Bezug auf cloudbasierte Kontinuitätsverfahren zu schulen.

Untersuchungen zeigen, dass 96 % der Unternehmen in der Lage sind, ihren Betrieb nach einem Datenverlust vollständig wiederherzustellen, wenn sie über Disaster-Recovery- oder Business-Continuity-Lösungen verfügen. Das sollte man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

disaster recovery vs business continuityBartlomiej Kluska
ist ICT Director bei Comarch

Bildquelle: Bartlomiej Kluska