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Neus Event für Digital Health Die DMEA ist tot – es lebe die Smart Health Europe

Von Heiner Sieger 5 min Lesedauer

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Mit der neuen Kongressmesse Smart Health Europe ziehen die Messe Berlin und der Bitkom e.V. einen Schlussstrich unter das Format der DMEA, das lange prägend war – und zuletzt immer weniger Antworten auf aktuelle Fragen der digitalen Gesundheitsversorgung hatte. Der Neustart kommt spät, aber er kommt zur richtigen Zeit.

Die diesjährige DMEA findet vom 21. bis 23. April 2026 in der Messe Berlin statt.(Bild:  © Messe Berlin GmbH)
Die diesjährige DMEA findet vom 21. bis 23. April 2026 in der Messe Berlin statt.
(Bild: © Messe Berlin GmbH)

Darum geht’s

Neustart statt Weiter-so: Mit der Smart Health Europe ersetzt die Messe Berlin die DMEA durch ein neues, europäisch ausgerichtetes Leitformat für digitale Gesundheit.

Digital Health neu gedacht: Gesundheit wird nicht länger als reines IT-Thema verstanden, sondern als Zusammenspiel von Technologie, Daten, Regulierung und Politik.

Europa im Fokus, global vernetzt: Die neue Messe positioniert sich als europäische Plattform mit internationaler Perspektive – unter anderem durch die Verbindung zur Smart Health Asia in Singapur.

Dass die DMEA vom 21. bis 23. April 2026 zum letzten Mal auf dem Berliner Messegelände stattfindet, markiert mehr als das Ende einer Zusammenarbeit. Es ist das Ende einer Phase, in der digitale Gesundheit vor allem als nationales IT-Thema verstanden wurde. Die Digital-Health-Messe DMEA hat viel geleistet – aber sie spiegelte zuletzt auch die strukturellen Grenzen eines Systems, das sich schwer getan hat, über Themen wie Regulierung, Zuständigkeiten und Legacy-Strukturen hinauszudenken. Der Abschied ist deshalb kein Affront gegen die Vergangenheit, sondern ein notwendiger Befreiungsschlag für die Zukunft.

Bitkom statt Gesundheitsverband – ein bewusstes Signal

Mit Bitkom als Partner setzt die Messe Berlin ein klares Zeichen: Digitale Gesundheit wird nicht länger als Sonderdisziplin behandelt. Sie wird Teil der digitalen Gesamtökonomie – mit all ihren politischen, technologischen und wirtschaftlichen Implikationen. Das weitet den Blick: Weg von der reinen IT-Perspektive, hin zu Fragen von Datenräumen, KI, Plattformmodellen und digitaler Souveränität. Genau dieser Perspektivwechsel war überfällig – und erklärt, warum ein Digitalverband hier der passendere Konzeptpartner ist.

Nach der DMEA: Europa rückt ins Zentrum

Spätestens mit dem European Health Data Space wird klar, dass zentrale Weichen für die digitale Gesundheitsversorgung nicht mehr national gestellt werden. Interoperabilität, Datennutzung, KI-Regulierung – all das wird europäisch entschieden. Die Smart Health Europe trägt diesem Umstand Rechnung. Sie will nicht nur Ausstellungsfläche sein, sondern europäischer Resonanzraum für politische und technologische Entscheidungen. Dass Berlin dafür der Ort ist, passt zur Rolle der Stadt als Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Warum der Neustart nach der DMEA Zeit braucht

Der Start im Jahr 2027 ist kein Zeichen von Verzögerung, sondern von Anspruch. Die Smart Health Europe soll kein schneller Ersatz für die DMEA sein, sondern ein neues Leitformat. Bis dahin werden sich zentrale Rahmenbedingungen weiter klären – von EHDS über KI-Anwendungen bis hin zu digitalen Versorgungsmodellen. Der lange Vorlauf schafft Abstand zur Vergangenheit – und Raum für einen echten Neuanfang.

Dr. Mario Tobias, CEO der Messe Berlin, kommentiert das neue Messeformat: „Mit der Smart Health Europe bauen wir unsere langjährigen Erfahrungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft aus und bringen die relevanten Stakeholder im Bereich Digital Health zusammen. Die Messe Berlin ist ein internationaler Hotspot für Gesundheitswirtschaft, Forschung und Technologie – der ideale Standort, um die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung in Europa zu gestalten.“

Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom e.V., ergänzt: „Gemeinsam wollen wir den digitalen Aufbruch im Gesundheitssystem vorantreiben und so die Versorgung der Menschen in Deutschland und Europa spürbar verbessern. Wir freuen uns, Akteure aus Politik, Gesundheitswirtschaft, Start-ups, Tech-Unternehmen, Krankenkassen, Ärzteschaft und Wissenschaft in einem noch größeren europäischen Rahmen zusammenzuführen. Gesundheitsdaten, Künstliche Intelligenz und digitale Versorgung prägen die Zukunft unserer Gesundheitssysteme – und diese Zukunft wollen wir gemeinsam mit der Messe Berlin gestalten.“

Smart Health Europe: Das neue konzept

Was das neue Messekonzept für Digital-Health-Anbieter, Gesundheitseinrichtungen und Start-ups bedeutet:

  • Für Technologieanbieter & Industrie: Die Smart Health Europe wird weniger Produktmesse und stärker strategische Bühne. Wer hier sichtbar sein will, muss mehr liefern als Feature-Listen: europäische Skalierungsmodelle, Datenstrategien, KI-Governance und regulatorische Anschlussfähigkeit. Für internationale Anbieter eröffnet sich ein zentraler Zugang zum europäischen Markt – vorausgesetzt, sie sind bereit, sich auf dessen Regeln einzulassen.

  • Für Kliniken & Gesundheitsorganisationen: Der Fokus verschiebt sich: weg von Einzelprojekten, hin zu Plattformen, Interoperabilität und Versorgungsmodellen über Institutionsgrenzen hinweg. Kliniken werden weniger als Käufer, stärker als Mitgestalter digitaler Ökosysteme adressiert. Wer nur auf bestehende Strukturen setzt, könnte sich hier schnell am Rand wiederfinden.

  • Für Start-ups & Scale-ups: Die Smart Health Europe verspricht mehr Sichtbarkeit auf europäischer Ebene – aber auch höhere Anforderungen. Nationale Use Cases allein werden nicht reichen. Gefragt sind skalierbare Lösungen, klare regulatorische Strategien und internationale Ambitionen. Gleichzeitig bietet das Format bessere Zugänge zu Politik, Industriepartnern und Investoren als klassische Fachmessen.

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