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eHealth-CardLink E-Rezept: So erfolgte die technische Umsetzung bei DocMorris

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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DocMorris-Kunden lösen ihr E-Rezept direkt über die App der Online-Apotheke ein. Die Umsetzung und Zulassung der Lösung erfolgte in nur zwei Monaten.

(Bild:  DocMorris)
(Bild: DocMorris)

Seit dem 1. Januar dieses Jahres erhalten gesetzlich krankenversicherte Patienten verschreibungspflichtige Medikamente von Kassenärzten nicht mehr per Papierrezept, sondern als E-Rezept. Dieses kann über die App der Gematik, mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), einem Ausdruck auf Papier vor Ort in der Apotheke oder über die App von Online-Apotheken eingelöst werden. 

Diese App von Online-Apotheken besitzen hierfür die Komponente eHealth-CardLink: Diese Schnittstelle ermöglicht es, ohne physische eHealth-Kartenlesegeräte, wie man sie aus Arztpraxen kennt, mit der elektronischen Gesundheitskarte E-Rezepte bei Online-Apotheken einzulösen. Kunden benötigen dafür ein NFC-fähiges (Near Field Communication) Smartphone, um ihre eGK in der App einzulesen und sich zu authentifizieren.

Umsetzung von eHealth-CardLink für das E-Rezept

DocMorris integrierte eHealth-CardLink als eine der ersten Online-Apotheken in seine App. Doch mit der Integration der Schnittstelle ist es noch nicht getan. Die eHealth-CardLink-Schnittstelle muss dann noch von der Gematik getestet und zugelassen werden. Die Gematik GmbH trägt die Gesamtverantwortung für die Telematikinfrastruktur (TI), die zentrale Plattform für digitale Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen. Dazu zählt auch die Technik hinter dem E-Rezept.

Neben dem hohen Zeitdruck stellten die Testanforderungen sowie die vorgegebenen Prüffenster der Gematik eine Herausforderung dar. Letztere mussten eingehalten werden, um eine zeitnahe Zulassung zu erhalten. DocMorris holte sich hierfür Unterstützung bei achelos, ein Systemhaus für Cybersicherheit und digitales Identitätsmanagement und Anbieter von Test- und Simulationskomponenten für die Telematikinfrastruktur.

Zulassung innerhalb von zwei Monaten

Im Dezember 2023 veröffentlichte die Gematik eine Vorabversion der Spezifikation des eHealth-CardLink, die finale Spezifikation stand aber erst am 19. März fest. Im Verfahren musste also mit der vorläufigen Spezifikation gearbeitet werden. 

Gematik GmbH: Trägt die Gesamtverantwortung für die Telematikinfrastruktur (TI) im deutschen Gesundheitswesen – und damit auch für das E-Rezept.(Bild:  Gematik)
Gematik GmbH: Trägt die Gesamtverantwortung für die Telematikinfrastruktur (TI) im deutschen Gesundheitswesen – und damit auch für das E-Rezept.
(Bild: Gematik)

Für die Zulassung nutzte DocMorris die Test-Suite (CardLink Inspector) sowie die Kartensimulation (Virtual Card Kit) von achelos. Der CardLink Inspector wurde ursprünglich für Testfälle der eHealth-Kartenlesegeräte konzipiert und nun für die Spezifikationsanforderungen des eHealth-CardLink angepasst. Er prüft die Anforderungen aus der Gematik-Spezifikation und simuliert Testfälle, welche die Gematik in der Zulassung vorschreibt: Damit werden die zahlreichen Anforderungen, die das Produkt erfüllen muss, getestet.

Das Virtual Card Kit simuliert die unterschiedlichen Kartentypen wie elektronische Gesundheitskarten oder Heilberufsausweise – alle SmartCards, die von der Gematik für die Telematikinfrastruktur zertifiziert sind. Es basiert auf den Spezifikationen der SmartCards und verhält sich wie eine solche – Fehlermeldungen wie Ungültigkeit oder abgelaufen können abgebildet werden.

Das Projekt startete Anfang Februar 2024, die Zulassung erfolgte Anfang April 2024. „Noch nie in der Geschichte der Gematik ist es einem Hersteller gelungen in so kurzer Zeit, gerechnet von der Vorabveröffentlichung der Spezifikation über die finale Spezifikation, eine Produktzulassung zu erreichen,“ freut sich Gorden Bittner, Sales Director eHealth bei achelos. 

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