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KI-Strategie von CIOs Einsatz von KI: Mehrheit der CIOs unter Erklärungsdruck

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Der Druck auf IT-Verantwortliche hat eine neue Stufe erreicht. Laut einer neuen Studie von Dataiku geben 69 Prozent der deutschen CIOs zu, dass ihr Job auf dem Spiel steht, wenn sie nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre messbare Gewinne beim Einsatz von KI vorweisen. 77 Prozent der CIOs haben mindestens eine Entscheidung hinsichtlich der Auswahl von KI-Tools in den letzten 18 Monaten bedauert.

(Bild:  © Tierney/stock.adobe.com)
(Bild: © Tierney/stock.adobe.com)

Darum geht's

Das Reue-Dilemma: Trotz des massiven Drucks bereuen 77 Prozent der deutschen CIOs bereits heute mindestens eine ihrer großen Investitionen in KI-Tools der letzten 18 Monate.

Zögern bei KI-Agenten: Deutschland agiert zurückhaltend bei Agenten. Nur 17 Prozent nutzen KI-Agenten als operative Basis für geschäftskritische Abläufe (global: 25 Prozent). Stattdessen befinden sich 21 Prozent der Befragten in der Experimentierphase (global: 13 Prozent).

Überwachsungslücken: Trotz des massiven Rechtfertigungsdrucks fehlt die technische Kontrolle. Nur 23 Prozent der deutschen CIOs sind in der Lage, 100 Prozent ihrer aktiven KI-Agenten in Echtzeit zu überwachen. Drei von vier IT-Chefs agieren bei KI-Agenten im Blindflug, obwohl der Vorstand Ergebnisse fordert.

Dataiku hat gemeinsam mit Harris Poll eine neue globale Studie unter CIOs Unternehmen weltweit veröffentlicht. Die Studie zeichnet den Wandel der Rolle des Chief Innovation Officers in Unternehmen im Umbruch nach: Weg vom Fokus auf digitale Transformation und hin zur Stärkung von Rechenschaft und der internen Aufsichtsfunktion. Dies signalisiert das Ende des klassischen CIOs und den Beginn des Zeitalters des AI Accountability Officers. 

Demnach stimmen sogar 69 Prozent der deutschen Befragten zu, dass ihre Position gefährdet ist, wenn ihr Unternehmen innerhalb der nächsten zwei Jahre keine messbaren geschäftlichen Vorteile durch den Einsatz von KI erzielt. Zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 wurden weltweit 600 CIOs befragt, davon etwa 13 Prozent aus führenden deutschen Unternehmen mit einem Umsatz von über 500 Millionen US-Dollar. Ihre Antworten zeigten einige signifikante Unterschiede in der Wahrnehmung und im Managemet von künstlicher Intelligenz im Vergleich zu anderen globalen Märkten,

Einsatz von KI: Rechenschaftspflicht als Innovationsbremse?

Fest steht, dass KI im Jahr 2026 über den Erfolg oder Misserfolg einer beträchtlichen Anzahl von CIO-Karrieren entscheiden wird. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und globalen Regionen sind für den deutschen Markt ROI und Verantwortlichkeit die beiden wichtigsten Bereiche. Unter allen befragten Ländern werden deutsche CIOs am häufigsten gebeten, ihre Vorstände über die Fortschritte oder Leistungen beim Einsatz von KI zu informieren: 19 Prozent müssen mehrmals pro Monat Rechenschaft ablegen (weltweit: 12 Prozent) und 37 Prozent einmal pro Monat (weltweit: 34 Prozent)

Dieser Legitimationsdruck gegenüber dem Vorstand kann jedoch interne Innovationen verlangsamen: 91 Prozent der deutschen CIOs geben an, dass Lücken in der Erklärbarkeit KI-Projekte verzögern oder gar gestoppt haben. Dennoch könnte sich die erhöhte Rechenschaftspflicht langfristig auch als vorteilhaft erweisen: 77 Prozent der Befragten bereuen im Rückblick auf die letzten 18 Monate mindestens eine wichtige Entscheidung bezüglich der Auswahl eines KI-Anbieters oder einer KI-Plattform (weltweit: 74 Prozent).

Deutsche Unternehmen in der Nutzung von KI-Agenten zögerlich

Im weltweiten Vergleich ist Deutschland bei der Nutzung von KI-Agenten in Arbeitsabläufen auffallend zurückhaltend: Nur 17 Prozent der CIOs geben an, dass KI-Agenten als operative Grundlage für viele geschäftskritische Arbeitsabläufe dienen (weltweit: 25 Prozent) 21 Prozent nutzen KI-Agenten dagegen nur in ihrer experimentellen Phase (weltweit: 13 Prozent). 60 Prozent geben an, dass Agenten in einige geschäftskritische Arbeitsabläufe eingebettet sind (weltweit: 62 Prozent). Mit anderen Worten: Vielleicht bedeutet in Deutschland „experimentell” nicht „ungenutzt", sondern eher „noch nicht vollständig geregelt”. Dies zeigt sich auch bei der Überwachung: Lediglich 23 Prozent der deutschen CIOs geben an, dass sie den Einsatz von KI-Agenten in der Produktion in Echtzeit überwachen können.

Deutschland führend bei KI-Governance und Kennzahlen

Deutsche Unternehmen sind hingegen führend, wenn es um die Definition von KI-Projektkennzahlen geht. 25 Prozent aller deutschen CIOs (19 Prozent weltweit) verfügen bereits zu Projektbeginn über Leistungsmetriken, anstatt diese erst zu einem späteren Zeitpunkt während der Entwicklung oder Bereitstellung zu implementieren. Das ermöglicht es, Projekterfolge vom ersten Tag an transparenter zu verfolgen. 

Zudem verfügt Deutschland über die am meisten dokumentierten Human-in-the-Loop-Verfahren (HiTL) für Überprüfung, Korrektur und Eskalation der KI-Projekte (100 Prozent teilweise, erheblich oder vollständig). Das könnte auch begründen, warum 35 Prozent der CIOs in Deutschland mehr als die Hälfte der KI-Initiativen mit messbaren Kosteneinsparungen oder Umsatzergebnissen in Verbindung bringen können (weltweit sind es 39 Prozent).

Florian Douetteau, Mitgründer und CEO von Dataiku, kommentiert die Ergebnisse: „CIOs vollziehen den Wechsel von der Experimentierphase hin zur Rechenschaftspflicht schneller als von den meisten Unternehmen erwartet. Der Druck ist real und der Zeitplan eng, aber es gibt einen Weg zum Erfolg. Dieser begünstigt CIOs, die jetzt entschlossen handeln und KI-Systeme aufbauen, die sie erklären, steuern und vertreten können. Sie übernehmen damit selbst die Verantwortung, ohne dass ihnen die Rechenschaftspflicht auferlegt wird.“

Zur Methodik der Studie: Die Umfrage für den Bericht „The 7 Career-Making AI Decisions for CIOs in 2026“ wurde von The Harris Poll im Auftrag von Dataiku vom 11. Dezember 2025 bis zum 7. Januar 2026 online durchgeführt. Befragt wurden CIOs über den Einsatz von KI in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Japan, Südkorea und Singapur. Es wurden insgesamt 600 Online-Interviews durchgeführt (USA: 100, Großbritannien: 75, Frankreich: 75, Deutschland: 75, Vereinigte Arabische Emirate: 60, Australien: 75, Japan: 60, Südkorea: 40, Singapur: 40). Die Befragten arbeiten für große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 500 Millionen US-Dollar (oder dem regionalen Äquivalent) und haben die Position eines CIO inne.

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