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ePA Besorgnis über die elektronische Patientenakte: Experten fordern bessere Sicherheitsmaßnahmen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Heute startet die elektronische Patientenakte (ePA) für alle bundesweit. Doch die Kritik reißt nicht ab: Die Sicherheit sei mangelhaft und es fehle ein einfacher, selbstbestimmter Umgang mit Diagnosen.

(Bild:  Andrea Gaitanides / Adobe Stock)
(Bild: Andrea Gaitanides / Adobe Stock)

Nach Abschluss der Testphase geht die elektronische Patientenakte (ePA) heute für alle rund 73 Millionen gesetzlich Krankenversicherten bundesweit an den Start. Ab 1. Oktober wird die Nutzung für medizinische Einrichtungen sogar verpflichtend. Doch Experten äußern weiter Kritik: die Sicherheitsarchitektur sei mangelhaft und Patienten wüssten ab heute nicht, wer denn alles Zugriff auf ihre automatisch eingespeisten Medikationslisten, Abrechnungsdaten oder sensiblen  Diagnosen haben.

„Den heutigen ePA-Start beobachten wir mit großer Sorge“, sagt etwa Sylvia Urban, Vorstand der Deutschen Aidshilfe (DAH). Technische Sicherheitslücken seien nicht glaubhaft geschlossen und ein einfacher, selbstbestimmter Umgang mit sensiblen Diagnosen sei nicht gewährleistet. Ihr Fazit: „Die ePA kann viel zu einer besseren Gesundheitsversorgung beitragen – aber sie ist noch nicht einsatzbereit.“

Unklare Situation beim Datenzugriff

Die Deutsche Aidshilfe warnt bereits seit langer Zeit, dass die ePA Diskriminierung Vorschub leisten könnte. Benötigt werde eine Benutzeroberfläche, die es erlaubt, bestimmte Informationen einfach und wirkungsvoll zu verbergen oder nur für bestimmte Einrichtungen freizugeben.

So könne die Zahnärztin automatisch von einer HIV-Infektion erfahren, die Orthopädin von Abhängigkeitserkrankungen und der Apotheker von der Psychotherapie. Auch Tests auf sexuell übertragbare Infektionen würden in der Akte auftauchen. Die Möglichkeit, solche Informationen zu verbergen, seien laut der Deutschen Aidshilfe völlig unzureichend. „Der aktuelle Umgang mit Diagnosen und anderen Gesundheitsinformationen ist weder notwendig noch zumutbar“, so DAH-Vorstandsmitglied Sylvia Urban.

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