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Neues KI-Rechenzentrum Erste KI-Fabrik der Telekom verdoppelt KI-Rechenleistung in Deutschland

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 8 min Lesedauer

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Die deutsche Telekom hat jetzt mit der „Industrial AI Cloud“ eines der größten KI-Fabriken in Europa in Rekordzeit in Betrieb genommen. Das neue KI-Rechenzentrum unterstützt mit dem „Deutschland Stack“ Souveränität für KI-Anwendungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung ermöglichen. Als Partner mit dabei sind unter anderem SAP und Siemens.

Bringen die neue KI-Fabrik der Telekom in München ans Netz: Ferri Abolhassan, CEO von T-Systems, Dieter Reiter, OB von München, Markus Söder, Ministerpräsident Bayern, Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister und Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom.(Bild:  Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)
Bringen die neue KI-Fabrik der Telekom in München ans Netz: Ferri Abolhassan, CEO von T-Systems, Dieter Reiter, OB von München, Markus Söder, Ministerpräsident Bayern, Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister und Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom.
(Bild: Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)

Die Deutsche Telekom hat am 5. Februar 2026 die Industrial AI Cloud im Beisein von zahlreichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft offiziell in Betrieb genommen. Die KI-Fabrik wurde in der Rekordzeit von sechs Monaten gemeinsam mit Nvidia und dem Datacenter-Partner Polarise aufgebaut.

Mit der neuen KI-Fabrik will die Deutsche Telekom Unternehmen, Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Sektor in Deutschland und Europa eine hoch performante und souveräne Rechenleistung für künstliche Intelligenz bereitstellen. Das jetzt gestartete KI-Rechenzentrum im Tucherpark in München soll demnach als neuer KI-Hub für Deutschland fungieren.

KI-Rechenzentrum enthält rund 10.000 Blackwell GPUs von Nvidia

Mehrere Unternehmen nutzen die bereitgestellten Kapazitäten in dem KI-Rechenzentrum ab sofort. So kombiniert das Start-up Agile Robots künstliche Intelligenz mit Robotik und bringt sein KI-Fundament in die Industrial AI Cloud ein. Ein weiterer Anwender ist PhysicsX – ein Unternehmen, dass sich auf technische Simulation spezialisiert hat, um die Entwicklungszeit von Produkten und Produktteilen verkürzen. Die KI-Fabrik ist mit den bisherigen Kunden bereits über ein Drittel ausgelastet. 

In der Industrial AI Cloud stehen ab sofort Rechen- und Speicherressourcen für KI-Anwendungen zur Verfügung. Die Infrastruktur basiert auf rund 10.000 Blackwell GPUs von Nvidia, darunter Nvidia DGX B200 Systeme und Nvidia RTX Pro Server, die eine Rechenleistung von bis zu 0,5 ExaFLOPS liefert. Damit könnten sämtliche rund 450 Millionen Bürger und Bürgerinnen in Europa gleichzeitig einen KI-Assistent oder Chatbot nutzen.

Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom, präsentierte in München die neue KI-Fabrik.(Bild:  Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)
Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom, präsentierte in München die neue KI-Fabrik.
(Bild: Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)

Tim Höttges, CEO Deutsche Telekom AG, erklärte bei der Eröffnung der KI-Fabrik in München: „Wir reden nicht, die Telekom macht. Wir investieren in KI, in den deutschen Standort und in Europa. Unsere KI-Fabrik in München ist die Basis für innovative Geschäftsmodelle, für die Industrie, Start-ups und den Staat – und für Souveränität. Wir beweisen hier, dass Europa KI kann.“ Bisher nutzen viele Unternehmen KI zurückhaltend, weil sie den Abfluss ihrer Daten außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums fürchten. Dadurch entgehen ihnen Kostenvorteile mit entsprechend (negativen) Auswirkungen auf Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Von der Bundesregierung war Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bei der Eröffnung vor Ort.(Bild:  Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)
Von der Bundesregierung war Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bei der Eröffnung vor Ort.
(Bild: Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)

Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil war bei der Eröffnung anwesend: „Damit die Investitionsoffensive gelingt, brauchen wir beides – öffentliche und private Investitionen. Für die öffentlichen Investitionen haben wir die Voraussetzungen geschaffen und arbeiten jetzt daran, dass mit Tempo investiert wird. Ich konnte mich heute in beeindruckender Weise davon überzeugen, dass auch die privaten Investitionen anlaufen. Für mich ist besonders wichtig: Technologieführerschaft muss der Kern des künftigen Geschäftsmodell Deutschlands sein. Hier wurde ein wichtiger Pflock für das deutsche und europäische KI-Ökosystem gesetzt. Davon profitieren nicht nur innovative Unternehmen, das stärkt auch die digitale Souveränität.“

„Deutschland Stack“ erfüllt Souveränität für Wirtschaft und Verwaltung

In dem neuen KI-Rechenzentrum für die Industrial AI Cloud wurden zehntausend GPUs von Nvidia installiert.(Bild:  Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)
In dem neuen KI-Rechenzentrum für die Industrial AI Cloud wurden zehntausend GPUs von Nvidia installiert.
(Bild: Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)

Das neue KI-Rechenzentrum in München ist die Basis für den sogenannten „Deutschland Stack“, den die Telekom gemeinsam mit SAP bereitstellt: Die Telekom-Tochter T-Systems verantwortet die Infrastruktur- und Plattformebene inklusive T Cloud. SAP liefert darauf aufbauend die Business Technology Platform und leistungsfähige Fach- und KI-Anwendungen. Dieser Tech-Baukasten stellt alle technischen Elemente bereit, die Kunden für ihre Cloud-Transformation brauchen. So lassen sich branchenspezifische Lösungen etwa für öffentliche Einrichtungen, innere Sicherheit, Industrie sowie Mittelstand schnell, sicher und regelkonform umsetzen.

Mit dieser Partnerschaft decken Telekom und SAP von der physischen Infrastruktur bis zur Software alles ab, was Unternehmen für moderne KI-Anwendungen brauchen – Experten sprechen von einem Stack. Damit können über die reine Rechenleistung hinaus Beratung entlang der konkreten Bedürfnisse der Kunden erfolgen.

KI-Rechenzentrum Deutsche Ingenieurswesen trifft souveräne KI

Bei der Vorstellung der KI-Fabrik im Gespräch  (v.l.n.r.): Ferri Abolhassan, CEO T-Systems, Thomas Saueressig, Vorstandsmitglied der SAP, Christian Klein, CEO der SAP und Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom.(Bild:  Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)
Bei der Vorstellung der KI-Fabrik im Gespräch (v.l.n.r.): Ferri Abolhassan, CEO T-Systems, Thomas Saueressig, Vorstandsmitglied der SAP, Christian Klein, CEO der SAP und Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom.
(Bild: Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht, Robert Dieth)

Die Partnerschaft von Siemens und Deutsche Telekom verbindet Ingenieurswesen mit sicherer, souveräner IT, Konnektivität und KI-Rechenleistung. Siemens’ Industrieexpertise und die Integration des Simulations-Portfolios SIMCenter auf der Industrial AI Cloud bilden die Basis für neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und mehr Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Die Software-Suite für hochpräzise Simulationen und digitale Zwillinge ermöglicht Unternehmen ihre Produkte virtuell zu entwickeln, zu testen und sehr viel schneller zur Marktreife zu bringen und spart damit erheblich Kosten ein Großindustrielle Lösungen wie der Digital Twin Composer, GPU-basierte Simulationen und KI-Copiloten werden über die KI-Fabrik für Unternehmen nutzbar gemacht.

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Cedrik Neike CEO von Digital Industries und Mitglied des Vorstands der Siemens AG, erklärte bei der Inbetriebnahme der KI-Fabrik: „Gemeinsam mit der Telekom bringen wir unsere Software in eine GPU-beschleunigte, souveräne Cloud – und können damit die Simulationszeiten unserer Kunden drastisch verkürzen. Davon profitieren auch kleine und mittlere Unternehmen. Das ist kein Zukunftsversprechen. In München, in einer der größten KI-Fabriken Europas, ist es bereits Realität. Und für künftige KI-Gigafactories wird die Telekom als eine der ersten unsere Blaupausen für die Rechenzentren der Zukunft testen – um neue Zentren noch schneller, effizienter und günstiger zu entwickeln.“