Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Umsetzung der Digitalisierung auf der Stelle tritt. Die Krise und fehlende Finanzierungsmöglichkeiten bremsen den digitalen Fortschritt. Der Bundesverband Factoring für den Mittelstand sieht in der Umsatzfinanzierung einen Lösungsansatz.
(Quelle: wladimir1804 - Adobe Stock)
Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigt. Die Digitalisierung kommt hierzulande kaum voran. Die 4.000 befragten Unternehmen bewerten ihren aktuellen Digitalisierungsgrad im Durchschnitt mit der Schulnote „befriedigend“. Mit 2,9 lag er dabei exakt auf dem Vorjahreswert. Das Ergebnis zeige laut DIHK, wie sich die aktuelle Krise auch auf die Prioritäten der Unternehmen auswirke. Da hohe Energiekosten und der Fachkräftemangel Firmen zunehmend unter Druck setzten, würde durch neue Technologien versucht, negativen Entwicklungen entgegenzuwirken. Dadurch schwinde aber der Spielraum für Innovationen. Im Factoring liegt ein Lösungsansatz.
Neuentwicklungen bei Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen sind nur noch für 26 Prozent der Unternehmen ein Motiv für die Digitalisierung. Im Vorjahr waren es 31 Prozent. Auch bei der strategischen Unternehmensentwicklung sind die Zahlen rückläufig: War dies im Vorjahr für 37 Prozent der Befragten ein Grund für die Digitalisierung, sind es jetzt nur noch 32 Prozent. Hingegen stehen eher kurzfristige Ziele wie die Flexibilisierung der Prozesse und die Reduzierung von Kosten ganz oben auf der Agenda – mit 75 beziehungsweise 43 Prozent.
Zeit und finanzielle Mittel für Digitalisierung fehlen häufig
„Die Ergebnisse der DIHK-Umfrage zur Digitalisierung sind ganz klar ein Spiegel der aktuellen Situation. Durch den nach wie vor hohen Kostendruck vor allem im Energie- und Materialbereich stehen KMU unter Zugzwang. Es geht derzeit um die Sicherstellung des Betriebs, Konzentration der Kapazitäten auf das operative Geschäft und das Nutzen kurzfristiger Einsparmöglichkeiten. Langfristige Ziele müssen da erst einmal hinten anstehen“, erläutert Michael Ritter, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand.
Die von den befragten Unternehmen meistgenannten Hemmnisse für die digitale Transformation sind fehlende zeitliche und auch finanzielle Kapazitäten – je mit 37 und 34 Prozent. Bei der digitalen Weiterentwicklung zu pausieren, kann allerdings den künftigen Erfolg von Unternehmen aufs Spiel setzen. „Aktuell Abstriche bei der strategischen Entwicklung und Investitionen mit langfristiger Wirksamkeit zu machen, birgt für KMU hohe Risiken. Wird die Entwicklung neuer Angebote und die Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Prozessen zu lang aufgeschoben, kann es passieren, dass Betriebe über kurz oder lang den Anschluss verlieren“, so Michael Ritter.
(Michael Ritter ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand. (Bild: BFM))
Forderungsverkauf – Liquidität und Zeitersparnis
Einen Lösungsbaustein in der derzeitigen Lage sieht Michael Ritter auch im Factoring, einer speziellen Form der Umsatzfinanzierung: Verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen direkt nach der Rechnungsstellung an einen Factoring-Anbieter, stehen ihm die eigenen Umsätze unmittelbar als freie Mittel zur Verfügung. Zudem sind die Forderungen gegen einen möglichen Ausfall über eine Warenkreditversicherung abgesichert.
„Gerade angesichts der derzeit bewegten Marktlage können lange Zahlungsziele oder Forderungsausfälle KMU zusätzlich ausbremsen und ihre Entwicklung gefährden. Wird echtes Factoring als Finanzierung genutzt, entfallen diese Risiken. Der Factor zahlt umgehend. Selbst wenn ein Schuldner ausfällt, behält der Unternehmer sein Geld und kann mit seinen Umsätzen direkt planen“, erklärt Michael Ritter.
Die sofort bereitstehende Liquidität könne unter anderem dazu eingesetzt werden, die Finanzierung strategischer digitaler Projekte zu unterstützen. Wird Factoring neu in die Unternehmensfinanzierung aufgenommen, steht durch den Verkauf des Forderungsbestands zudem in vielen Fällen eine höhere Summe für Investitionen bereit. Der Full-Service, den viele Factoring-Gesellschaften anbieten, kann zudem helfen, den Zeitmangel als weiteres Hemmnis für die digitale Transformation zu verringern. Michael Ritter erklärt das Prinzip: „Beim Full-Service-Factoring übernimmt ein Factoring-Anbieter auch verwalterische Aufgaben. KMU werden etwa beim Schuldnermanagement oder im Mahnwesen und Inkasso entlastet. In den Unternehmen werden so zeitliche und personelle Kapazitäten frei, die bei Projekten wie dem digitalen Wandel eingesetzt werden können.“
Der Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) ist die Interessenvertretung mittelständischer Factoring-Gesellschaften in Deutschland. In dem Verband haben sich qualitätsorientierte sowie häufig inhabergeführte Gesellschaften organisiert, die auf die Umsatzfinanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen spezialisiert sind. (sg)
Stand: 16.12.2025
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