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Europäischer Gipfel zu digitaler Souveränität Gaia-X zeigt beim Digital-Gipfel, wie souveräner Datenaustausch funktioniert

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 6 min Lesedauer

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Erstmals findet der Europäische Gipfel zu digitaler Souveränität auf Einladung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung in Berlin statt, um Angebote für ein souveränes Europa zu entwickeln. Gaia-X zeigt in seinem Pavillon, wie souveräner Datenaustausch Innovation, Klimaschutz und Geschäftschancen fördert.

(Bild:  Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung)
(Bild: Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung)

Beim Digital-Gipfel „Summit on European Digital Sovereignty“, zu dem das Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) eingeladen hat, kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft aus ganz Europa am 18. November 2025 in Berlin zusammen, um Angebote für ein souveränes, innovationsfreundliche Europa zu entwickeln. Gaia-X, eines von sechs ausgewählten Projekten mit eigenem interaktivem Pavillon, zeigt anschaulich, in welcher Weise souveräner Datenaustausch Innovation, Klimaschutz und wirtschaftliche Chancen fördern kann. Praxisbeispiele – darunter der erste kommunale Datenraum Community-X aus Etteln (NRW) und die Kooperation mit der französischen Industriedatenraumlösung Data4Industry-X – machen deutlich, dass digitale Souveränität in Europa bereits heute Gestalt annimmt.

Gaia-X als Vorreiter für digitale Innovationen

Für Thomas Jarzombek, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, sind souveräne und interoperable Datenräume der Schlüssel, um den digitalen Wandel in Europa eigenständig zu gestalten: „Gaia-X treibt digitale Innovationen voran und stärkt die Souveränität. Gleichzeitig ermöglicht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Sektor. Diesen Schulterschluss brauchen wir, um branchen- und sektorübergreifend souverän Daten zu teilen. Nur so können wir die nächste Stufe an Innovationen ermöglichen.“

Ulrich Ahle ist CEO der Gaia-X European Association for Data and Cloud (AISBL).(Bild:  Gaia-X European Association for Data and Cloud)
Ulrich Ahle ist CEO der Gaia-X European Association for Data and Cloud (AISBL).
(Bild: Gaia-X European Association for Data and Cloud)

Ulrich Ahle, CEO der Gaia-X European Association for Data and Cloud (AISBL), erklärt: „Digitale Souveränität entsteht durch Vertrauen, Offenheit und gemeinsame Standards. Gaia-X schafft eine Grundlage, auf der Datenräume interoperabel und sicher funktionieren – damit Europa nicht nur Daten bewahrt, sondern aktiv Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit entfaltet. Das zeigt sich hier in den Praxisbeispielen, die den Übergang von Ideen zu realer Wirkung markieren.“

Dr. Abel Reiberg, Leiter des Gaia-X Hub Deutschland, ergänzt: „Gaia-X schafft Grundlagen für ein digitales Europa, das seine Daten souverän nutzt. Der kommende Digital-Gipfel bietet eine wichtige Gelegenheit, um gemeinsam zu zeigen, wie offene, sichere und interoperable Datenräume Wirtschaft und Gesellschaft resilienter und innovativer machen.“

Digitale Souveränität entsteht durch Vertrauen, Offenheit und gemeinsame Standards. Gaia-X schafft eine Grundlage, auf der Datenräume interoperabel und sicher funktionieren.

Ulrich Ahle, Gaia-X

Gaia‑X auf dem Digital‑Gipfel in Berlin

Europa arbeitet an seiner digitalen Unabhängigkeit und Gaia-X liefert die technischen Voraussetzungen dafür. Mit Gaia-X wird ein wesentliches Element für den Aufbau einer souveränen und interoperablen europäischen Dateninfrastruktur entwickelt. Eine solche Dateninfrastruktur ist Voraussetzung für das Entstehen eines innovativen digitalen Ökosystems, das die Entwicklung von wettbewerbsfähigen und skalierbaren Daten- und KI-Anwendungen ermöglicht. Das Kernziel von Gaia-X ist es, die europäische digitale Souveränität und den Wettbewerb im Bereich Daten und Cloud zu stärken und die Abhängigkeit vor allem von amerikanischen und chinesischen IT-Anbietern und datengetriebenen, marktbeherrschenden Plattformen zu reduzieren.

Vor dem Gasometer auf dem  EUREF-Campus werden in sechs Pavillons die wichtigsten Aspekte der digitalen Souveränität Europas interaktiv erlebbar gemacht. Die Pavillons bieten innovative Einblicke und stellen eine inhaltliche Verlängerung des Bühnenprogramms dar. Folgende Schwerpunkte und Exponate sind vertreten:

  • Pavillon 1: Rechenzentren & Green IT: Präsentation unter anderem durch Q.ANT, Jülich Supercomputing Centre und Data4. Hier wird gezeigt, wie Photonik, Supercomputing und Green IT eine saubere, starke und souveräne digitale Infrastruktur ermöglichen.
  • Pavillon 2: Start-ups & Innovation: Aussteller wie de:hub, Quandela, Pasqal, ARX Robotics und Helsing präsentieren Prototypen von Quantentechnologien, Robotik und sicherer KI, die Europas digitale Eigenständigkeit stärken.
  • Pavillon 3: Künstliche Intelligenz (AI Europe): SAP und Mistral AI zeigen konkrete Anwendungsfälle von souveräner KI „Made in Europe“, etwa für Kundenservice und Prozessautomatisierung in verschiedenen Branchen.
  • Pavillon 4: Open Source: Die Open Source Business Alliance, die European Open Source Software Business Association (APELL) und weitere Partner demonstrieren, wie Offenheit, Transparenz und Kontrolle zentrale Werte für digitale Souveränität sind und wie Open Source in Verwaltung und Infrastruktur wirkt.
  • Pavillon 5: WERO – europäische digitale Bezahllösung: Das gemeinsame deutsch-französische Projekt WERO ermöglicht sichere und souveräne digitale Zahlungen europaweit.
  • Pavillon 6: Cloud & Datenräume: Gaia-X, Dawex und acatech präsentieren ein interaktives Modell, das souveräne europäische Datenräume mit Vertrauen und Transparenz erfahrbar macht. Live-Demonstrationen machen verständlich, welchen Nutzen sichere, vertrauenswürdige und interoperable Datenräume für Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft stiften.

Community-X: Kommunaler Datenraum als Blaupause

Im nordrheinwestfälischen Etteln wird mit Community-X der erste kommunale Datenraum Europas aufgebaut. Das Dorf gewann bereits 2024 den ersten Platz beim Smart City Contest des internationalen Ingenieursverbands IEEE. Schon jetzt werden hier Mobilitäts-, Umwelt- und Energiedaten erfasst, ausgetauscht und genutzt, um innovative Dienste zu ermöglichen. Das Projekt zeigt, wie durch intelligentes Energiemanagement, flexible Preisgestaltung und die Förderung der Klimaneutralität eine skalierbare Blaupause für weitere Kommunen in Deutschland und Europa entsteht.

Stärkung der Deutsch-französischen Zusammenarbeit

Die enge Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich zeigt sich beispielhaft am Zusammenspiel zwischen Community-X und anderen Datenraumprojekten wie Data4Industry-X. Data4Industry-X ist eine Lösung für den Austausch von Industriedaten, die sich auf die Technologie und Branchenexpertise von Dawex, Schneider Electric, Valeo, CEA und Prosyst stützt. So profitiert die Kommune von optimierten Energielösungen, während die Industrie durch praxisnahe Umweltdaten unterstützt wird. Die Interoperabilität stärkt die Resilienz von Städten, Kommunen und Unternehmen gleichermaßen und trägt zur digitalen Souveränität Europas bei.

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Dr. Karsten Wildberger, Minister des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung, erklärt zum Digital-Gipfel: „Von diesem Gipfel geht ein klares Signal aus: Wir Europäer können und wollen bei Schlüsseltechnologien zu den Spitzenreitern gehören. Wir haben starke Unternehmen, das Können, die Kompetenzen und die kreativen Köpfe. Deutschland und Frankreich wollen Motor für mehr europäische digitale Souveränität sein. Dafür brauchen wir mutige Entscheidungen auf EU-Ebene: Mutige Reformen bei den Gesetzen zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, den entschlossenen Abbau von Bürokratie und deutlich mehr Raum für Innovation.“

Anne Le Hénanff, Digitalministerinin Frankreich, sagt: „Heute bekräftigen wir, dass digitale Souveränität keine Kür, sondern eine Pflicht ist. Frankreich und Deutschland sind von dem Ehrgeiz getrieben, unsere Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen und unsere Bürgerinnen und Bürger besser zu schützen – durch gemeinsame und anspruchsvolle Positionen beim Datenschutz, eine gezielte Vereinfachung der digitalen Regulierung und die Unterstützung eines starken europäischen digitalen Ökosystems. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen für eine sichere und ambitionierte digitale Zukunft Europas.“

Vorteile von Gaia-X auf einen Blick

Gaia-X bietet zahlreiche Vorteile, um digitale Souveränität zu erreichen:

  • Souveräner, sicherer und vertrauenswürdiger Datenaustausch als Rückgrat für Innovation und Wettbewerb in allen Branchen
  • Stärkung digitaler Resilienz und europäischer Unabhängigkeit durch offene, interoperable Dateninfrastrukturen
  • Beschleunigung der Dekarbonisierung durch datengetriebene Vernetzung von Energie- und Umweltinformationen
  • Skalierbare Datenraum-Lösungen für öffentliche Hand, Unternehmen und Gesellschaft – ein Standard für ganz Europa

Gaia-X wurde 2021 als privat finanzierter, gemeinnütziger Verein gegründet. Gaia-X vereint eine internationale Gemeinschaft aus Industrie, Wissenschaft und Politik mit dem Ziel, einen gemeinsamen Standard für transparente, kontrollierbare und interoperable Technologien zu schaffen. Die Ziel von Gaia-X ist es, bisher unerreichte Möglichkeiten für innovative datengetriebene Geschäftsmodelle zu schaffen und gleichzeitig die Abhängigkeit von nicht kontrollierbaren Technologien zu verringern.