Um Healthcare Innovationen zu unterstützen und zu fördern, engagiert sich Medical Valley in verschiedenen Projekten, die durch interdisziplinäre Kooperationen Innovationspotenzial heben und realisieren.
(Bild: tippapatt – stock.adobe.com)
Die „TI-Modellregion Franken“ besteht aus dem Konsortium Bayern Innovativ Gesundheit, Medical Valley EMN e. V. und Monks - Ärzte im Netz GmbH. Übergeordnetes Ziel ist es, digitale Anwendungen und Dienste der Telematikinfrastruktur im Praxisbetrieb zu etablieren und zu erproben. Dabei werden die Pilotprojekte von der Geschäftsstelle der Modellregion begleitet und die gewonnenen Erfahrungen im Anschluss wissenschaftlich ausgewertet.
Die Basispilotierung startete mit den TI-Anwendungen eRezept, KIM, ePA und Authenticator. Insgesamt testeten mehr als 80 verschiedene Leistungserbringereinrichtungen die TI-Anwendungen im Versorgungsalltag. Gemeinsam wurden in einem sektorenübergreifenden Pilotverbund Erfahrungen, Best-Practice-Nutzungsszenarien, aber auch Hürden im Umgang mit den TI-Anwendungen gesammelt. „Die Anwendungen der Telematikinfrastruktur in die Gesundheitsversorgung zu bringen, erfordert kooperatives Handeln und den Austausch von Erfahrungen. Gemeinsam geht Franken den Schritt in ein digitales Gesundheitswesen”, erklärt Larissa Wolf, Projektleiterin beim Medical Valley EMN e. V. Mit Blick auf die nächsten Monate sind weitere Pilotprojekte im Rahmen der TI-Modellregion zu erwarten. Dies könnten der TI-Messenger, das TI-Gateway oder die ePA für alle sein.
Das Medical Valley
Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg ist eine der dynamischsten Medizintechnikregionen weltweit und wurde im Jahr 2010 als einer von 15 Spitzenclustern durch das BMBF ausgewählt. Seit 2017 ist Medical Valley offizieller Digital Health Hub des BMWK und beheimatet hochspezialisierte Forschungseinrichtungen ebenso wie zahlreiche international führende und heranwachsende Unternehmen. Durch die große Vielfalt des Service-Portfolios unterstützt Medical Valley Startups, KMU und Global Player entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der ersten Idee über technische Umsetzung bis hin zu Marktzugang und Erstattung. Aktuell werden hier mehr als 250 Akteure aus Forschung, Industrie, Gesundheitsversorgung und Investment vernetzt.
„Team-X“ – Trusted Ecosystem of Applied Medical Data Exchange
Team-X ist ein Zusammenschluss spezialisierter Partner, die gemeinsam an der sicheren und vertrauensvollen Nutzung von Patientendaten im Gesundheitsbereich arbeiten. Verantwortungsbewusstes Handeln, fortschrittliche Technologien und die Autonomie der Patienten stehen dabei im Vordergrund. Das Netzwerk TEAM-X setzt sich aus einer Vielzahl von Konsortial- und Kooperationspartnern aus Forschung, Industrie, KMU, Gesundheitsversorger und Clusterorganisationen zusammen. Seit dem 1. Januar 2022 engagiert sich TEAM-X über einen Zeitraum von drei Jahren dafür, die Kompetenzen und die Selbstbestimmung der Bevölkerung im Umgang mit Gesundheits- und Pflegedaten zu stärken. Dabei zielt das Projekt darauf ab, Lösungen zu erforschen und umzusetzen, die eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung ermöglichen und somit sektorale und domänenspezifische Grenzen überwinden. Der Fokus liegt auf der Schaffung eines sicheren und vertrauenswürdigen digitalen Datenökosystems, basierend auf der Gaia-X Infrastruktur. Dies bildet die Grundlage für die Entwicklung neuer, datengetriebener Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen, die eine moderne Gesundheitsversorgung unterstützen.
Die gesammelten Gesundheitsdaten dienen der Verbesserung von Prävention, Vorhersage, Personalisierung und Teilhabe in der medizinischen Versorgung. Jedoch sind derzeit viele Gesundheitsdaten entweder gar nicht oder nur schwer zugänglich. TEAM-X entwickelt Lösungen, um diese Daten zukünftig verfügbar und nutzbar zu machen. Patienten sollen die volle Kontrolle über ihre Daten behalten und selbst bestimmen können, wer Zugang zu diesen sensiblen Informationen erhält und in welchem Umfang. Die Daten werden verschlüsselt gespeichert und die Nutzung lückenlos dokumentiert. Der Zugriff auf die Daten soll von jedem Endgerät aus möglich sein und auch eine Freigabe für Forschungszwecke wird hierbei mitgedacht.
Healthcare Innovation: CardiLink und Consisence
Ein Beispiel für einen gelungenen Austausch und gemeinsame Healthcare Innovationen von Start-ups und bereits etablierten Unternehmen im Medical Valley-Netzwerk ist die Kooperation zwischen CardiLink und Corscience. Beide Unternehmen verbindet das Ziel, die Auffindbarkeit und Funktionsfähigkeit von Defibrillatoren zu gewährleisten. Die Anfänge des Start-ups CardiLink entspringen der Masterarbeit des Gründers von Cardi Link, Lars Wassermann, welche er im Unternehmen Corscience schrieb. Das Unternehmen Corscience entwickelt seit mehr als 20 Jahren Defibrillatoren für Laien (automatische externe Defibrillatoren, AEDs) und Profis. Diese sind als Medizinprodukte weltweit im Einsatz. CardLink hat dazu eine komplementäre Technologie entwickelt, die mögliche Lücken in der Vernetzung schließt. Mittels IoT-Technologie können so der technische Zustand und der Ort, an dem sich die Geräte befinden, überwacht werden.
Stand: 16.12.2025
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Die Kooperation verbindet lebensrettende Hardware auf der einen Seite und IoT-Konnektivität auf der anderen. Daraus ergeben sich für Defibrillatoren-Hersteller vielfältige Vorteile: Sie profitieren künftig von herstellerunabhängigen Lösungen, die modular aufgebaut und erweiterbar sind, und so die Time-to-Market deutlich verkürzen können.
Die Corscience-Kernkompetenz liegt im Defi-Herzstück. „Die Boards, die den Impuls steuern, sind Hightech-Entwicklungen vom Feinsten“, erklärt CEO Jörg Pintaske. „Mit eingebetteter EKG-Analyse für den perfekten Schockzeitpunkt, mit biphasischer Impulsabgabe mit passender Energiemenge und optionalen Zusatzfunktionen wie Kardioversionsschocks oder Schrittmacherimpulsen – unsere OEM-Lösungen decken alle Einsatzfelder ab.“
CardiLink steuert dafür Konnektivität, Datenupload und Cloudumgebung bei. Für verschiedenste AED-Anwendungen (Automatische Externe Defibrillatoren) hat sich die CardiLink-Lösung bereits bewährt. Damit können Gerätezustand, Stromversorgung und andere Paramater remote überwacht werden – mit dem Ziel, die Verfügbarkeit der Geräte langfristig sicherzustellen. „AEDs verbreiten sich immer mehr in der Öffentlichkeit. Das nützt nur, wenn sich auch jemand darum kümmert, dass die Geräte im Ernstfall funktionieren und nicht zum Beispiel der Akku nach ein paar Monaten ohne Einsatz schlapp gemacht hat“, sagt CardiLink-CEO Lars Wassermann.
Gemeinsam denken die beiden Unternehmen schon weitere Use Cases für vernetzte Defibrillatoren an. So könnten auch klinische Einsatzdaten gesammelt und analysiert werden.