Laut einer neuen Studie von IFS wird sich die Einführung von Industrial AI in den Unternehmen innerhalb eines Jahres von 32 auf 59 Prozent fast verdoppeln. Aber nur 29 Prozent der Unternehmen trauen der KI strategische Entscheidungen zu. Zugleich müssen sich die Mitarbeiter wegen KI auf Umschulungen einstellen.
Ein stiller Wandel verändert die Industrie: IFS, Anbieter von Industrial-AI-Software, hat in der neuen Studie „Invisible Revolution 2025“ das wachsende Tempo der Einführung von Industrial AI in verschiedenen Branchen untersucht. Die Studie identifiziert eine „unsichtbare Revolution“, nämlich den schnellen, aber noch zu wenig beachteten Wandel weg von GenAI-Experimenten hin zu eingebetteter operativer KI in allen Kerngeschäftsprozessen. Wie bei allen Revolutionen gibt es jedoch auch hier erhebliche Herausforderungen. Für die Studie „Invisible Revolution 2025“ wurden weltweit über 1.700 hochrangige Entscheidungsträger in Industrieunternehmen befragt.
Die Studie zeigt, dass Unternehmen aktuell zwar Industrial AI einführen, aber noch nicht auf deren vollständige Implementierung vorbereitet sind. Dies führt zu einer Situation, die IFS als „KI-Implementierungslücke” bezeichnet. Sie entsteht dadurch, dass Unternehmen schneller auf KI umgestellt haben, als ihre Mitarbeiter sich weiterbilden konnten. In den nächsten zwölf Monaten aber wird die Zahl der Unternehmen, die sich noch in der Frühphase der KI-Erprobung befinden, von 24 Prozent auf nur sieben Prozent sinken, in Deutschland von 35 Prozent auf neun Prozent. Dennoch geben 52 Prozent der Führungskräfte an, dass ihre Managementteams KI nicht vollständig verstehen, in Deutschland sind es dagegen nur 42 Prozent. Und 99 Prozent der Belegschaft weltweit werden umfangreiche Umschulungen benötigen, um die positiven Auswirkungen der Einführung von Industrial AI in der Industrie nutzen zu können.
Wachsende Wertschöpfung durch Industrial AI, aber Vertrauensprobleme
Die Studie zeigt einen auffälligen Widerspruch, der den Kern des KI-Booms betrifft. Während die Technologie bereits beeindruckende Ergebnisse liefert, sind die meisten Unternehmen noch nicht bereit, die Effekte zu skalieren. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte (53 Prozent) gibt zu, dass ihr Unternehmen noch keine klare KI-Strategie hat. Doch die Studie zeigt deutlich die Chancen der KI-Nutzung: 70 Prozent der Unternehmen berichten von einem besser als erwarteten ROI ihrer KI-Investitionen. Durchschnittlich 88 Prozent geben an, dass KI bereits die Rentabilität verbessert hat, in den USA sind es 92 Prozent und in Deutschland sogar 94 Prozent.
Wie können sich Unternehmen also anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Schulungen und Weiterbildungen, also die Unterstützung der Mitarbeiter, damit sie in einer KI-orientierten Umgebung erfolgreich sein können, wird entscheidend dafür sein, dass Industrieunternehmen relevant bleiben. Laut der Studie schätzen mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte, dass bis zu 60 Prozent ihrer Mitarbeiter neue Fähigkeiten benötigen werden. Ein Drittel gibt sogar an, dass dieser Anteil bei 100 Prozent liegen könnte.
Trotz wachsendem Vertrauen in das Potenzial von Industrial AI zur Steigerung von Produktivität und Wachstum bleibt Vertrauen ein großes Hindernis. Nur 29 Prozent der Unternehmen akzeptieren, dass KI strategische Entscheidungen autonom trifft, in Deutschland sind es 31 Prozent. Dagegen sagen weltweit 68 Prozent (Deutschland: 65 Prozent), dass ein Mensch die von KI generierten Ergebnisse weiterhin bestätigen oder genehmigen muss. Bedenken bestehen auch hinsichtlich der Voreingenommenheit (Bias) – insbesondere in den USA und Deutschland, wo 63 Prozent respektive 65 Prozent der Befragten dies als eines der wichtigsten Probleme nennen, verglichen mit nur 40 Prozent in den nordischen Ländern. Erfreulicherweise unterstützen 65 Prozent der weltweit führenden Unternehmen die Schaffung einer unabhängigen, internationalen KI-Regulierungsbehörde, um das Vertrauensdefizit zu beseitigen.
Industrial AI löst einen Wandel der Geschäftsmodelle aus
Während GenAI für die Revolutionierung persönlicher Produktivität und kreativer Aufgaben Aufmerksamkeit erregt hat, ist es die Industrial AI, die die Arbeitsweise von Unternehmen grundlegend verändert. Sie wird tief in Kerngeschäftsprozesse eingebettet, automatisiert Wartungsarbeiten, prognostiziert Störungen, optimiert Lieferketten und koordiniert intelligente Entscheidungsprozesse in den Bereichen Außendienst, Anlagenmanagement und Fertigung.
Das ist keine Zukunftsvision, sondern bereits Realität. 54 Prozent der Unternehmen weltweit setzen Automatisierungs-KI ein (Deutschland: 52 Prozent), während 45 Prozent prädiktive KI einsetzen (Deutschland: 41 Prozent). Bereits 35 Prozent experimentieren mit agentenbasierter KI, die in der Lage ist, Entscheidungen über Arbeitsabläufe hinweg autonom auszuführen, in Deutschland sind es 42 Prozent. Traditionelle Geschäftsmodelle werden durch KI beeinflusst. 77 Prozent der weltweit führenden Unternehmen geben an, dass KI die Servitization beschleunigt, also die Entwicklung vom Produktverkauf hin zu ergebnisorientierten Services, bei denen Unternehmen nicht nur physische Güter liefern, sondern auch Verfügbarkeit, Leistung und kontinuierlichen Mehrwert.
KI-Einführung: Die Uhr tickt
Die Untersuchungen von IFS deuten auf eine neue Phase der Unternehmens-KI hin, die nicht mehr auf Innovationslabore beschränkt ist, sondern den Kernbereich der Unternehmen erreicht. Die nächsten zwölf Monate werden entscheidend sein, denn diejenigen Unternehmen, die jetzt die KI-Lücke schließen, werden die Zukunft der Industrie prägen und eine Führungsrolle einnehmen.
Stand: 16.12.2025
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Kriti Sharma ist CEO von IFS Nexus Black.
(Bild: IFS)
Kriti Sharma, CEO von IFS Nexus Black, erklärt: „KI ist der entscheidende Faktor für die Performance von Unternehmen. Daher ist es an der Zeit, die KI-Implementierungslücke zu schließen, und Menschen, Prozesse und Produkte zusammenzubringen, um greifbare Ergebnisse zu erzielen. Der nächste große Schritt wird durch die Verbindung von Vertrauen, Strategie und Talent geprägt sein. Industrial AI ist ein mächtiges Werkzeug und wir befinden uns in einer Phase voller Chancen: Wer jetzt schnell handelt, wird im nächsten Jahrzehnt zu den industriellen Gewinnern gehören.“