In der heutigen IT ist eine Vielzahl von Anwendungsarchitekturen anzutreffen: Zentrale Rechenzentren, ergänzt um lokale IT-Ressourcen oder auch vollständig verteilte Ressourcen. Wie sich die IT-Architektur angesichts der von IoT und 5G ausgelösten Edge-Dynamik weiterentwickeln muss, erklärt David Walker von Yugabyte.
(Quelle: Sikov - Adobe Stock)
Wir erleben gerade einen neuen Entwicklungsschub in den Rechenzentren und damit in der IT-Architektur. Auslöser ist der Übergang von der ersten zur zweiten Generation von Cloud-Implementierungen; den Treibstoff liefert die zunehmende Verbreitung von 5G und IoT-Anwendungen. Bei der ersten Generation ging es darum, die Nutzung der Cloud zu verinnerlichen und „irgendwie" Datenbestände und Anwendungen zu identifizieren, die sich für dieses neue Umfeld anboten. Nun, da sich die Nutzung der Cloud etabliert hat, finden die Anwenderunternehmen allmählich deren Schattenseiten heraus: Sie sind an ihren Cloud-Anbieter gebunden. Und weil das IoT das Datenvolumen erhöht, steigen auch die Kosten.
Bei dem Versuch, die Monopole der Cloud-Anbieter zu überwinden, legen manche Unternehmen bestimmte Anwendungsklassen in bestimmten Clouds ab, zum Beispiel Azure für Office, AWS für OLTP und GCP für Analysen. Damit können Anwender ihre Abhängigkeit von Cloud-Anbietern etwas abmildern. Aber nach wie vor sind die User für jede Anwendungsklasse von einem Cloud-Anbieter abhängig. Die Entwicklung einer zweiten Generation von IT-Architektur zur Cloud-Nutzung wird durch drei Hauptmerkmale gekennzeichnet sein:
1. Anwendungen auf mehrere Cloud-Anbieter verteilen
Die Nutzung von Anwendungen, insbesondere von Datenbanken, sollte auf mehrere Cloud-Anbieter verteilt werden. Es wird dabei nicht ausreichen, Anwendungen einfach auf mehrere Clouds zu verteilen – sie müssen sich vielmehr sowohl über Clouds als auch über eigene In-Haus-IT-Kapazitäten verteilen lassen. Auf diese Weise können Unternehmen die Verarbeitung und Speicherung näher an den Nutzer heranbringen und auf die kostengünstigste Plattform für die jeweilige Art von Workload verlagern. Unternehmen, die anbieterspezifische Datenbanken von Cloud-Betreibern einsetzen, werden diesen Ansatz überdenken müssen. Anwender, die ihre zustandslosen, Cloud-nativen Microservices über Cloud-Anbieter hinweg migrieren wollen, benötigen eine Datenschicht und insbesondere eine Datenbank, die Cloud-übergreifend unterstützt wird.
2. IT-Architektur: Einsatz von drei Rechenzentren in verschienden Regionen
Der zweite Trend ist der Einsatz von drei Rechenzentren in unterschiedlichen Regionen anstelle von zwei. War es bisher üblich, zwei Rechenzentren zu betreiben, je ein aktives und ein passives, so sollte künftig der Einsatz von verteilten Datenbanken an drei Standorten an die Stelle dieses Konzepts treten. Fällt eines davon aus, bleiben die Dienste trotzdem erhalten. Der Betrieb in Frankfurt, London und Dublin ist nicht schwieriger als der Betrieb an zwei dieser Standorte.
Viel komplexer ist das nicht, aber jedenfalls viel robuster. Und es lässt sich mit den jetzt verfügbaren Technologien leicht umsetzen. Dieser Ansatz unterstützt auch besser die Einhaltung gesetzlicher Regelungen und die Datensicherheit. So ist es damit beispielsweise möglich, Daten ausschließlich in je einem der drei Zentren in den USA, der EU und dem Rest der Welt zu speichern, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, und sie gleichzeitig in einer einzigen globalen Datenbank zu speichern.
3. IT-Architektur: Agnostische APIs für die Datenspeicherung
Der dritte Trend ist der Übergang zu agnostischen APIs für die Datenspeicherung. Ich prophezeie, dass sich die Postgres-API für SQL-Datenbanken und Cassandra für No-SQL-Datenbanken durchsetzen wird, während man sich bei der Blockspeicherung zunehmend an der Programmierspreche S3 orientiert. Das läuft de facto auf eine Vereinheitlichung der APIs für die Datenspeicherung hinaus. Das ist wichtig, weil auf diese Weise eine Barriere beseitigt wird, welche die Skalierung erschwert und Unternehmen daran hindert, zwischen verschiedenen Plattformen der Datenebene zu wechseln.
Die Kommoditisierung des Rechenzentrums ist bereits im Gange. Die genannten drei Trends sind das zwangsläufige Ergebnis des Wunsches der Anwender, ihre IT-Architektur kosteneffizient zu skalieren. Und zwar ohne sich an einen Anbieter binden zu müssen. Kampflos werden die Anbieter ihre Lock-in-Vorteile zwar nicht aufgeben. Aber letztlich wird sich derjenige Ansatz durchsetzen, der den Anwendern mehr Unabhängigkeit verspricht. Diese Evolution wird eine Fülle von Innovationen mit sich bringen. Nicht nur im Bereich des Edge, sondern auch in der Art und Weise, wie wir unsere Rechenzentren der Zukunft anlegen.
(David Walker ist Field CTO EMEA bei Yugabyte. (Bild: Yugabyte))
Über den Autor: David Walker ist Field CTO EMEA bei Yugabyte. Das im Februar 2016 gegründete Unternehmen setzte sich zum Ziel, eine verteilte SQL-Datenbank zu entwickeln. Mit YugabyteDB lassen sich Cloud-native Anwendungen im globalen Maßstab betreiben.
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