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IT-Trends 2026 IT-Management: Fünf unbequeme Wahrheiten und Europas Sonderweg

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 5 min Lesedauer

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2026 wird für CIOs und IT-Manager zum Jahr der unbequemen Entscheidungen. Nach einem Jahrzehnt technologischer Expansion stellt sich jetzt die Frage, ob Unternehmen ihr IT-Management noch beherrschen oder längst von Kosten, Komplexität und KI-Dynamik überrollt werden. Fünf Themen stehen auf der Agenda der CIOs.

(Bild:  Freepik)
(Bild: Freepik)

Aus den Einschätzungen der Führungskräfte von Flexera wird deutlich: In den kommenden Monaten geht es weniger um die Technologien selbst als um ihre Wirkung. Und genau diese bleibt in vielen Unternehmen unsichtbar oder lässt – wie im Fall von KI – auf sich warten. Laut dem „IT Priorities Report“ von Flexera investieren zwar 94 Prozent der Organisationen in KI. Den ROI können jedoch nur wenige verlässlich messen. Mangelnde Transparenz beim IT-Management entwickelt sich damit für die operative Steuerung zum Risikofaktor Nummer 1.

Mike Jerich, Präsident von Flexera, erklärt: „IT-Verantwortliche stehen unter so starkem Druck wie nie: Sie sollen Innovationen nicht nur im Rekordtempo vorlegen, sondern auch deren Mehrwert in der betrieblichen Praxis schwarz auf weiß belegen. Im neuen Jahr werden die Daumenschrauben hier wohl noch fester angezogen. Mit Blick auf die steigenden Kosten braucht es eine neue Definition der Erfolgsmessung, um zukünftig Ausgaben konsequent und zielgerichtet zu steuern.“

Fünf unbequeme Wahrheiten rund um das IT-Management

Jim Ryan ist CEO von Flexera.(Bild:  Flexera)
Jim Ryan ist CEO von Flexera.
(Bild: Flexera)

Für Jim Ryan, CEO von Flexera, liegt der Ansatz für das IT-Management beim Fundament. Oder präziser: beim Datenfundament, auf dem jede technologische Entscheidung steht oder fällt. „KI scheitert nicht, weil sie dumm ist. Sie scheitert, weil die Daten es sind. Fehlinvestitionen oder Overspend in Cloud, SaaS und Infrastruktur sind deshalb kein technisches Detail, sondern ein Thema für die Chefetage. Nur wer seine Daten konsequent ordnet und beherrscht, kann inmitten des KI-getriebenen Chaos klare und sichere Entscheidungen treffen“, so Jim Ryan. Was auf strategischer Ebene eindeutig wirkt, wird in der Praxis schnell zur komplexen Herausforderung. 2026 sind CIOs mit fünf unbequemen Wahrheiten konfrontiert, die sich quer durch alle IT-Management-Bereiche ziehen.

Nur wer seine Daten konsequent ordnet und beherrscht, kann inmitten des KI-getriebenen Chaos klare und sichere Entscheidungen treffen.

Jim Ryan, Flexera

1. KI ist nicht die Lösung, sondern ein neuer Problemverstärker

Brian Shannon ist CTO von Flexera.(Bild:  Flexera)
Brian Shannon ist CTO von Flexera.
(Bild: Flexera)

Unternehmen investieren massiv, doch ein großer Teil des Nutzens entgleitet ihnen durch Schatten-KI, inoffizielle Tools und fehlende Kostenkontrolle. 36 Prozent der IT-Leiter berichten laut Flexera Umfrage von zu hohen Ausgaben für KI-Anwendungen. Brian Shannon, CTO von Flexera, warnt: „Schatten-KI hat sich in kürzester Zeit zu einem der größten Technologierisiken entwickelt. Sie erzeugt Sicherheits-, Compliance- und Kostenrisiken, die Vertrauen und ROI untergraben. Eine gefährliche Kombination für Unternehmen jeder Größe.“ Je früher IT-Manager hier auf Warnsignale reagieren, desto weniger diktiert KI zukünftig die Spielregeln.

2. IT-Management: Datenqualität wird zum Killerkriterium

Noch nie war die Fähigkeit, Daten zu vereinheitlichen, zu normalisieren und verlässlich bereitzustellen so eng mit geschäftlicher Wirkung verknüpft wie heute. Schon bisher waren Daten entscheidend für fundierte Entscheidungen. Mit dem Einzug von KI wird die Datenqualität endgültig zum Killerkriterium. Sie bestimmt den Erfolg jeder Technologie_Initiative – ob Cloud, Automatisierung oder KI selbst. Conal Gallagher, CIO/CISO von Flexera, betont: „Wahrer Mehrwert entsteht erst, wenn ITAM-, FinOps- und KI-Strategien zusammenlaufen. Nur dann lassen sich Verbrauch und Risiko direkt mit dem ROI verknüpfen – und jeder investierte Cent ist eindeutig zuordenbar.“

3. Die Cloud ist groß geworden, nicht erwachsen

Obwohl Multi-Cloud und Hybrid-Cloud längst zur Norm gehören, fehlt es vielerorts am nötigen Reifegrad. Spätestens 2026 heißt es: Unternehmen müssen eine vernünftige Cloud Governance für das IT-Management aufsetzen und im Zweifelsfall konsequent die Reißleine ziehen. „Nach Jahren aggressiver Cloud-Migration wird für viele deutlich: Nicht jede Workload ist für die Public Cloud gemacht“, erklärt Jesse Stockall, Chief Architect von Flexera. „2026 wird Cloud Repatriation – also die Rückführung bestimmter Anwendungen und Dienste auf on-premises oder in private Clouds – zu einem strategischen Schwerpunkt. Das Ziel lautet: Kosten senken.“ Das ist nicht unbedingt ein Ende des Cloud-Wachstums. Vielmehr zielt die Cloud-Architektur von morgen stärker auf Effizienz als auf Expansion.

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