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Sichere Agentic AI KI-Agenten: Okta kündigt neues Sicherheitskonzept an

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 8 min Lesedauer

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Okta hat das neue Framework „Okta for AI Agents“ für den sicheren Einsatz von KI-Agenten vorgestellt. Es soll Organisationen dabei unterstützen, drei zentrale Fragen zu beantworten: Wo befinden sich meine KI-Agenten? Womit können sie sich verbinden? Und was dürfen sie tun?

(Bild:   © Looker_Studio/stock.adobe.com)
(Bild: © Looker_Studio/stock.adobe.com)

Um Kunden bei der Umsetzung dieses Frameworks zu helfen, wird Okta for AI Agents bereitgestellt. Dabei handelt es sich um eine umfassende Plattform zur Erkennung und Registrierung bekannter und unbekannter KI-Agenten, zur Standardisierung ihres Zugriffs sowie zum umgehenden Entzug von Zugriffsrechten. So können Unternehmen die Auswirkungen von fehlgeleitetem oder missbräuchlichem Agenten-Verhalten reduzieren.

Ric Smith, President of Products & Technology bei Okta, erklärt: „KI-Agenten entwickeln sich schneller als jede andere Software zuvor und machen herkömmliche Sicherheitsmodelle zunehmend obsolet. Geschwindigkeit wird vorausgesetzt, aber Sicherheit wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Mit dieser neuen Blaupause etabliert Okta einen Industriestandard für das sichere agentenbasierte Unternehmen. Wir ermöglichen es Organisationen, die Schatten-Agenten zu identifizieren, Verbindungspunkte zu sichern und einen ultimativen Kill Switch zu erhalten, um das Unternehmen vor neuen Risiken zu schützen.“

Sicherheit von KI-Agenten wird immer wichtiger

In den vergangenen sechs Monaten ist die Bedeutung der KI-Sicherheit exponentiell gestiegen. Grund dafür sind immer leistungsfähigere Agenten, die bei einer Kompromittierung erhebliche Risiken darstellen. So können Superagenten wie OpenClaw inzwischen direkt auf den Rechnern von Benutzern operieren, Terminal-Befehle ausführen, auf das Dateisystem zugreifen, Daten zwischen Anwendungen übertragen, Langzeitspeicher verwalten und komplexe Arbeitsabläufe eigenständig ausführen. Auch die zugrunde liegenden Modelle entwickeln sich rasant weiter: Sie sind mittlerweile in der Lage, Teams aus temporären („ephemeren“) Agenten zu bilden, die spezialisierte Aufgaben übernehmen.

Diese Entwicklung stellt klassische Praktiken der Identitätssicherheit infrage, die für vorhersehbares menschliches Verhalten konzipiert wurden. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass zwar 88 Prozent der Unternehmen vermutete oder bestätigte Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit KI-Agenten melden, jedoch nur 22 Prozent der Unternehmen die KI-Agenten als unabhängige, identitätsbasierte Einheiten behandeln. Um nicht-deterministische Agenten zuverlässig abzusichern, benötigen Unternehmen daher einen neuen Ansatz.

Neue Chancen und Hindernisse durch KI-Agenten

Sven Kniest ist VP Central & Eastern Europe bei Okta. (Bild:  Okta)
Sven Kniest ist VP Central & Eastern Europe bei Okta.
(Bild: Okta)

Sven Kniest, VP Central & Eastern Europe bei Okta, kommentiert die regionale Perspektive: „Die rasante Verbreitung von KI-Agenten schafft neue Chancen – aber auch neue Hürden. Vor allem die Schatten-KI macht Unternehmen zu schaffen. Viele können kaum nachvollziehen, welche KI-Agenten tatsächlich im eigenen Netzwerk im Einsatz sind und auf welche Systeme diese zugreifen können. Deshalb brauchen Organisationen aller Art ein starkes Identity Security Posture Management (ISPM) und sollten den Ansatz einer Identity Security Fabric verfolgen. Zusammen bringen diese Konzepte Licht ins Dunkle und vereinen zentrale Funktionen des Identitätsmanagement, um menschliche und maschinelle digitale Identitäten sichtbar zu machen und zentral zu verwalten. Der Bedarf an moderner Identity Security ist groß, denn unsere aktuelle Umfrage vom Januar 2026 unter 150 IT- und Sicherheitsentscheidern zeigt: 86 Prozent stufen KI-Agenten als geschäftskritisch oder sehr wichtig ein. Gleichzeitig sehen 80 Prozent übermäßig privilegierte Zugriffe als großes Risiko und 98 Prozent berücksichtigen die Kontrolle über KI-Agenten bereits bei ihren Renewals.“

Viele Unternehmen können kaum nachvollziehen, welche KI-Agenten tatsächlich im eigenen Netzwerk im Einsatz sind und auf welche Systeme diese zugreifen können. Deshalb brauchen sie ein starkes Identity Security Posture Management.

Sven Kniest, Okta

Identifizierung der vorhandenen KI-Agenten

Unternehmen müssen alle bekannten und unbekannten Agenten in ihren Umgebungen identifizieren - einschließlich genehmigter, also von der IT verwalteter Plattformen, sowie ungenehmigter, also von Mitarbeitern erstellter KI-Agenten, die unter dem Radar fliegen. Die Funktionen von Okta ermöglichen es Unternehmen, Agenten aus den wichtigsten Plattformen zu integrieren, damit Investitionen zukunftssicher zu gestalten und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden. Gleichzeitig lassen sich ungenehmigte KI-Agenten erkennen und als vollwertige Identitäten registrieren - ob für Mitarbeiter, Kunden oder Partner.

KI-Agenten-Integration in das Okta Integration Network (OIN)

Okta erweitert seinen Katalog von über 8200 Integrationen um spezielle Unterstützung für beliebte KI-Agentenplattformen, wie Boomi, DataRobot und Google Vertex AI. Nun können Teams ihre Agenten importieren und als vollständig verwaltete Identitäten registrieren. Dadurch erhalten sie einen zentralen Überblick aller KI-Agenten in ihrem Unternehmen und können ihnen eindeutige menschliche Verantwortlichkeiten zuweisen.

Carl Siva, Chief Information Security Officer bei Boomi, sagt: „Die Absicherung des agentenbasierten Unternehmens erfordert eine branchenweite Zusammenarbeit. Durch die Kombination von Boomis Expertise im Bereich der Agenten-Konnektivität und moderner Integration mit Oktas führender Rolle im Identitätsmanagement schaffen wir eine einheitliche Sicherheits- und Governance-Ebene. Sie hilft Unternehmen, ihre Sicherheitslage zu verbessern und gleichzeitig einen überprüfbaren Einblick in die Aktivitäten jedes einzelnen Agenten zu erhalten. Zusammen ermöglichen Boomis Agentstudio und Agent Control Tower mit Okta for AI Agents Teams, Agenten schneller zu entwickeln und bereitzustellen – ohne Kompromisse bei den Sicherheitskontrollen.“

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„Wenn ein KI-Agent handlungsfähig ist, muss er eine Identität haben. DataRobot wurde von Anfang an für Unternehmen entwickelt, die sich bei KI keine Fehler leisten können. Diese Integration bringt die DataRobot Agent Workforce Plattform und Okta for AI Agents zusammen. So können unsere Kunden eine agentenbasierte Belegschaft mit den strengen Identitätsstandards aufbauen, für die Okta bekannt ist, und gleichzeitig sicher von der Entwicklungsphase bis zum produktiven Einsatz skalieren“, ergänzt Venky Veeraraghavan, Chief Product Officer bei DataRobot.

Erkennung von Schatten-KI-Agenten

IT- und Sicherheitsexperten können automatisch erkennen, wenn Mitarbeiter einen KI-Agenten mit Unternehmensanwendungen verbinden. Die Funktion liefert einen vollständigen Überblick der betroffenen Bereiche und nennt potenzielle Risiken („Blast Radius“) eines Agenten sowie einen umfassenden Maßnahmenplan. Zu letzterem gehören die Registrierung des Agenten, Zuweisung eines menschlichen Besitzers und Anwendung grundlegender Sicherheitsrichtlinien.

Erweiterung des Universal Directory

Okta erweitert sein Universal Directory, sodass KI-Agenten als erstklassige, nicht-menschliche Identitäten behandelt werden. Es bietet ein zentrales, durchsuchbares Verzeichnis für autonome Entitäten im Unternehmen. Es stellt sicher, dass jeder Agent einen klar definierten Lebenszyklus hat. Dieser reicht von der Integration bis zur Stilllegung.